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Brillen für syrische Flüchtlinge im Libanon

Mit mehreren hundert Brillen in den Koffern reisten Reto Cordioli von Zürisee Optik, Meilen, samt Frau Petra und Tochter Lea über Ostern in den Libanon. Die drei wurden von Jessica Mor-Camenzind, Geschäftsführerin von Swiss4Syria, begleitet. Das Ziel der Reise: Syrischen Flüchtlingen, die im Libanon Schutz gefunden haben, eine minimale optische Versorgung zu ermöglichen.

  • Reto Cordioli passte im Libanon mehr als hundert Brillen an. Fotos: zvg

  • Eine Brille ist für viele Flüchtlinge ein unerreichbarer Luxus.

  • Eine Brille ist für viele Flüchtlinge ein unerreichbarer Luxus.

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Zusammen mit einem lokalen Augenarzt wurden direkt vor Ort bei rund 120 Kindern, einigen Lehrerinnen und Eltern die Augen ausgemessen und die entsprechenden Brillen übergeben und angepasst. 

2018 sammelte Zürisee Oprik in einer Aktion bei seinen Kunden Hunderte Brillen für das Projekt, dies in enger Zusammenarbeit mit der Schweizer Hilfsorganisation Swiss4Syria, die im südlichen Libanon eine Schule für Flüchtlingskinder aufgebaut hat. 

«Eine Brille ist essenziell, gerade für Kinder im Schulalter, für viele Flüchtlinge aber unerreichbar. Unser Ziel war es, Brillen an bedürftige Menschen aus Syrien abzugeben, die im Libanon eine Bleibe gefunden haben. Damit wird ihnen eine minimale optische Versorgung ermöglicht», sagt Reto Cordioli, Inhaber von Zürisee Optik, zur Spendenaktion. 

Sehhilfen für rund 120 Flüchtlingskinder vor Ort angepasst

«Zusammen mit Swiss4Syria wollten wir sicherstellen, dass die Sach- und Geldspenden direkt und zu hundert Prozent den betroffenen Menschen zugute kommen. Deshalb reisten wir persönlich in den Libanon, um die Brillen abzugeben und vor Ort anzupassen», so Cordioli weiter. Mit unglaublicher Wärme und Herzlichkeit wurden sie in der von Swiss4Syria aufgebauten und geführten Schule in Tyros im Süden Libanons empfangen. Die Kinder freuten sich sehr auf den Besuch aus der Schweiz und bedankten sich mit kleinen Gesangs- und Tanzeinlagen. 

Es waren emotionale Momente, als die sehgeschwächten Kinder dank den von Kunden von Zürisee  Oprik gespendeten und gesammelten Brillen plötzlich wieder die Buchstaben an der Wand lesen konnten. Anschliessend besuchte die Reisegruppe ein nahegelegenes Flüchtlingscamp, in welchem auch die Hoffnung und Stärke der Kinder deutlich spürbar waren, trotz ihrer Lebensbedingungen und traumatischen Erlebnisse.

Weiteres «Seh-Projekt» geplant

Die meisten der in der Schweiz gesammelten Brillen konnten vor Ort angepasst und abgeben werden. Der Rest wird im Rahmen einer Zusammenarbeit von Zürisee Oprik mit dem Lehrstuhl «Center for Civic Engagement and Community Service» an der American University of Beirut an andere Flüchtlingscamps verteilt werden. Zudem ist vorgesehen, zu einem späteren Zeitpunkt ein zweites «Seh-Projekt» zu lancieren. Mehr dazu wird Cordioli in den kommenden Monaten kommunizieren.

Dank der zahlreichen in der Schweiz gespendeten Brillen ist die Aktion  ein voller Erfolg geworden. Auf die Frage, ob er noch weitere gebrauchte Brillen benötige, winkt Reto Cordioli lachend ab: «Wir haben so viele Brillen erhalten, dass wir fast den Durchblick verloren haben!»

xeiro ag