Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Bald geht sie in die Winterstarre

Die Blindschleiche ist vermutlich die bekannteste Reptilienart in der Schweiz. sie kommt weit verbreitet im ganzen Land vor, jedoch schrumpft auch ihr Lebensraum.

  • Ihre Nahrung besteht zu 90 Prozent aus Nacktschnecken: Blindschleiche im Garten. Foto: Walter Müller, wildenachbarn.ch

1/1

Blindschleichen sind sehr anpassungsfähig und an vielen Orten anzutreffen. Im Siedlungsraum sind dies vor allem Gärten und Orte, die etwas feucht sind, wie Kompost- oder Laubhaufen. Auch unter Steinplatten oder Brettern oder in Kraut- oder Altgrassäumen hält sie sich gerne auf. Hier jagt sie nach kleinen Nacktschnecken und Regenwürmern. 

Keine Schlange

Zwar lebt die Blindschleiche recht versteckt. Doch sie wagt sich immer wieder mal aus der Deckung und lässt sich von der Sonne wärmen. Am leichtesten lässt sie sich im Garten beim Umschichten des Komposts entdecken. Häufig wird sie dabei mit einer Schlange verwechselt. Doch Blindschleichen gehören zu den Eidechsen und im Unterschied zu Schlangen besitzen sie Augenlider.

Im Garten möglichst viel stehen und liegen lassen

Besonders zugute kommen Blindschleichen naturnah gepflegte Gärten, die viele Verstecke aufweisen und reichlich Nahrung bieten. Jetzt im Herbst lässt man am besten das Laub liegen, Gras und Stauden stehen oder legt sogar noch einen speziellen Steinhaufen (Lesesteinhaufen) an, was auch andere Wildtierarten schätzen. 

In ruhigen Ecken findet die Blindschleiche in alten Mäusegängen geeignete Quartiere zum Überwintern. Denn wie alle Reptilien verfällt auch die Blindschleiche ab Oktober bis März in eine Winterstarre.

Beobachtungen melden

Da man wenig über die aktuelle Verbreitung der Blindschleiche weiss, ist die Stadtzürcher Bevölkerung aufgerufen, Beobachtungen zu melden (zuerich.stadtwildtiere.ch). Auch Beobachtungen im Meilemer Siedlungsgebiet sind gefragt und können unter www.wildenachbarn.ch gemeldet werden.

xeiro ag