Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Bäume contra Seesicht

Schon lange steht ein riesiger Nussbaum prächtig in der Pfarrwiese am Hürnenhang. Unzähligen Generationen von heimischen Vögeln ist er Nist-Ort und «Luegisland». Er gehört neben der prächtigen Platane im Mariafeld, den wunderschönen Eichen im Veltlin und anderen Solitären zu einer kleinen Anzahl von Bäumen, die durch ihre gesunde Fülle und auffallende Positionierung unsere Landschaft prägen und verschönern.

  • Nicht allen gefallen solche prächtigen alten Bäume. Thomas Boller freut sich über den ausgewachsenen grünen Riesen. Foto: zvg

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Oft fragen mich Besucher, ob man denn diesen viel zu grossen Nussbaum nicht «stutzen» könne, so dass ich mehr Seesicht hätte. Dann muss ich immer lachen und erwidere, dass mich das emsige Vogeltreiben auf diesem Riesen zu allen Jahreszeiten begeistert und mich für die verlorene Seesicht entschädigt.  

Von vielen Seiten her kam mir in den letzten Monaten zu Ohren, dass immer mehr Neuzuzüger sich über Bäume und Buschwerk ärgern, welche ihnen die Seesicht teils beeinträchtigen. Oftmals werden dafür alte Verschreibungen durchgesetzt, wenn nötig auch mit Hilfe von Anwälten. Ich möchte hier an all jene appellieren, die solche Schritte in Erwägung ziehen. Kommt doch zuerst einmal am neuen Ort an und geniesst das Gegebene. Viel zu viel Grün ist in den letzten Jahren aus Meilen verschwunden, das dürfen wir nicht vergessen. Deshalb – grosszügig sein, wenn es um den Erhalt von altem Baumbestand und Buschwerk geht. Und diejenigen, welche grosswüchsige Bäume in ihren Gärten pflanzen, seien daran erinnert, dass man beim Pflanzen auch immer die Wünsche der Nachbarn respektieren darf.

 

xeiro ag