Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Ausdrucksvolle Kunst dreier Frauen

Drei Künstlerinnen begeisterten die Vernissagebesucher im Ortsmuseum (OMM) mit ihren eindrücklichen Bildern und Skulpturen.

  • Marisa Frei-Noreña, Romana Keller und Nelly Truninger (v.l.). Fotos: MAZ

  • Michel Gatti vom OMM begrüsste die Vernissage-Besucher.

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Die Werke der Meilemerin Nelly Truninger, von Marisa Frei-Noreña aus Ebikon und von Romana Keller aus dem Fricktal ergänzen sich ausgezeichnet. Die aktuelle Ausstellung «Urkraft» im Ortsmuseum Meilen wirkt toll aufeinander abgestimmt. Die Schau strahlt gleichzeitig eine Harmonie und eine unglaubliche Kraft aus: «Die Kunstwerke an sich sind unterschiedlich und vielseitig. Gemeinsam haben sie, dass sie eine Kraft ausstrahlen, die von den Werken selber kommt», sagte Andrea Keller, Laudatorin und Schwester von Romana Keller. 

Direkt oder über Umwege ans Ziel

Zur Kunst gekommen sind die drei Frauen ganz unterschiedlich. Während die aus Kolumbien stammende Marisa Frei-Noreña Kunst studierte und anschliessend die USA bereiste, um zu malen und sich inspirieren zu lassen und dann später ein Nachstudium in Kunstkritik zu absolvieren, landete Nelly Truninger sehr zufällig bei der Malerei. Mitte der 1980er-Jahre kam sie auf ihrem Arbeitsweg täglich an einem Geschäft für Porzellanmalerei vorbei. Eines Tages ging sie in den Laden und informierte sich, eignete sich die Technik an und begann selber Porzellan zu bemalen.

Erst zwanzig Jahre später besuchte sie auf den Rat einer Freundin hin einen Kurs in Acrylmalerei, was eine grosse Leidenschaft entfachte. 

Das Kombinieren der Farben schafft für Nelly Truninger Emotionen. Sie möchte mit ihren Bildern aber vorallem eines: Freude bereiten. Alle Bilder der Künstlerin sind mit dem Künstlernamen «Conny» unterschrieben. Das hat einen einfachen Grund: «Mein Taufname Nelly ist eine Kurzform von Cornelia, hat mir aber nie richtig gefallen. Conny hingegen fand ich immer schon toll. Und so male ich auch unter diesem Namen.» 

Schon als Kind von Steinen begeistert

Romana Keller lebt als Heimweh-Zürcherin im aargauischen Fricktal. Schon als Kind haben Steine sie fasziniert. Ob gross, klein, rund oder eckig, alles sei gesammelt und mit nach Hause genommen worden. Andrea Keller erinnert sich: «In den 1970er-Jahren wurden Nescafé-Gläser verkauft, die als Werbegeschenk einen Stein oben auf dem Deckel hatten. Unsere Mutter musste in dieser Zeit viel Kaffee kaufen, weil Romana alle Steine unbedingt wollte.»

Noch heute sammelt sie regelmässig Steine, die sie auf Wanderungen oder Spaziergängen entdeckt. Bei einem Besuch in Barcelona bewunderte sie Gaudis Werke. Im Ortsmuseum zeigt sie vor allem runde Skulpturen mit Steinbesatz.

Das OMM sammelt auch Kunstwerke

Michel Gatti übernahm die Begrüssung im Namen des Stiftungsrates des Ortsmuseums. Er lobte die Arbeit der Künstlerinnen und wies auf die parallel laufenden Dauerausstellungen im Ortsmuseum Meilen hin. Zudem informierte er die Anwesenden darüber, dass das OMM auch Kunst sammelt. Alte Fotos, Bilder oder Dokumente, die zur Geschichte von Meilen Auskunft geben, sind speziell gesucht. Wer also zu Hause solche Schätze hat und sie hergeben möchte, darf sich jederzeit gerne im Ortsmuseum melden.

Die Ausstellung «Urkraft» im Ortsmuseum an der Kirchgasse 14 dauert noch bis am 23. September und ist jeweils samstags und sonntags 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

xeiro ag