Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Augenmass ist gefragt

Der Endruck des Geldeintreibens von Davide Costantini hat seine Berechtigung (Meilener Anzeiger vom 16. Juli).

Eine Parkassistentin der Gemeindepolizei lauert im Hinterhalt, wie es dem Autolenker passierte, der vor der Post auf dem gelben Feld anhielt, auf dem Ein- und Aussteigenlassen sowie Güterumschlag gestattet ist. Er wollte ein grösseres Paket abholen. Noch während er am Schalter stand, sah er, wie die Parkwächterin draussen mit ihrem Gerät einen Bussenzettel produzierte. Aus dem Nichts aufgetaucht, hat sie nicht einmal die vorgeschriebenen zehn Minuten abgewartet. Zur Rede gestellt meinte sie, sie könne nichts machen, sie müssten streng sein, es habe Reklamationen gegeben... im Übrigen dürfe man auf dem gelben Feld nicht parken. Nun, der Lenker hat nicht geparkt, sondern – wie auf gelben Feldern erlaubt – kurz angehalten…

Eine Frau berichtete mir, sie habe in der Bäckerei ein Brötchen geholt und sei nach ein paar Minuten wieder beim Auto gewesen. Da war die Parkassistentin angeblich schon am Bussenzetteldrucken und liess nicht mit sich reden. Eine andere Dame parkte vor der Credit Suisse. Noch während sie nach der Handtasche suchte, um Münz hervorzuklauben, tauchte eine gestrenge Parkplatzhüterin auf und stand am Parkingmeter. Die Dame musste sich erklären...

In solchen Fällen fehlt es am Augenmass, und ich begreife, wenn sich jemand schikaniert fühlt. Es gibt anderswo gute Beispiele von Polizisten, die nicht gleich ihr Gerät zücken, sondern etwas abwarten oder situativ auf Argumente eingehen. Vielleicht meidet man am besten die Dorfstrasse und geht zu den Grossverteilern mit viel Gratisparkplatz, wo man nicht ständig auf die Uhr schauen muss...

Auf den Parkingmetern im Dorf steht: 50 Rappen für eine halbe Stunde. Nicht alle wissen, dass man auch 20 Rappen einwerfen kann, aber das sagen einem die Ordnungshüter nicht.

xeiro ag