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Aufblühen in fremden Formaten

Das Laufjahr 2020 war und bleibt Corona-geprägt. Absagen von Läufen gehören dazu. In diesem Kontext entsteht aber auch Neues, Bereicherndes. Monica und Peter Hug haben dies bei den Ersatzevents der Transviamala/Transriunaulta erlebt.

  • Die Transruinaulta night Session bot für die Läufer etwas ganz Spezielles. Foto: Reiner Schilling

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Die Freizeit und die Wochenenden waren bei Monica und Peter Hug in den letzten Jahren häufig getaktet durch das Laufen und durch Wettkämpfe: Züri-Lauf-Cup, Zermatt-Marathon, Transviamala/Transruinaulta und, und, und. In diesem Jahr änderte sich dies rasch und zwangsläufig. Verbunden waren dabei für die Siegläuferin in ihrer Altersklasse und ihren Ehemann verschiedene Phasen im Umgang mit der Pandemie und ihren Folgen: Sich neu orientieren, umstellen, Ersatz für weggefallene Ziele definieren, das Training neu justieren zählten dazu. Es war ein Akzeptieren und Zurückfinden zu einem neuen Laufalltag neben dem Beruf, das die beiden ganz neu gefordert hat.

Spannende Alternativen

Um einen Laufalltag handelte und handelt es sich, der weniger auf ein bestimmtes Datum hinzielt, der es aber auch ermöglicht hat, gezielter und ohne Unterbruch zu trainieren. Das Laufen hat sich in einem neuen Rahmen erleben lassen. Zwei Klassiker unter den Schluchtenläufen, die Transviamala und die Transruinaulta, sorgten für eine solche Gelegenheit. Anstelle der beiden Rennen im Oktober lancierten die Organisatoren fünf Einzelevents – vier ohne Zeitmessung als Erlebnisläufe je auf Teilstrecken der Originale, eines (Safienberglauf) mit einer Rangliste. Dabei boten und bieten sich überraschende, unvergessliche, bereichernde Erlebnisse.

Wie zuletzt bei der Transruinaulta Night Session. Aufgrund des Dauerregens und des vielen Wassers im Vorderrhein musste die Strecke kurzfristig angepasst werden. Eindrücklich war sie dennoch. Sie führte in der imposanten Vorderrhein-Schlucht – entgegen der Originalrichtung – von Versam über Valendas, Sagogn nach Ilanz. Bei Nacht und Corona-bedingt in Kleingruppen. Um einen Erlebnislauf handelte es sich mit Zwischenhalten, feiner Zwischenverpflegung, ohne Hast, mit Informationen durch die «Guides». «Genial, mit wie viel Liebe und Herzblut uns Läufern etwas Spezielles geboten wurde», sagte Monica Hug. Und schön dabei: Das Wetter spielte schliesslich doch noch mit, der volle Mond zeigte sich zwar nicht ständig, aber immer wieder.

Die Form konserviert

Auch wenn das Gesellige weiterhin vermisst wird und Ranglisten und Rangverkündigungen Mangelware geworden sind, sagt Monica Hug: «Solche Lauf-Erlebnisse entschädigen für vieles. Sie weisen in Richtung Normalität.» Für sie wie ihren Mann ist gesetzt, dass sie Ende Monat auch bei der Vollmond-Transviamala 2020 dabeisein werden. Und noch etwas: Am Safier Berglauf – dem zweiten der fünf Events von der Schlucht auf den Gipfel – stellte Monica Hug erfreut fest, dass sich die körperliche Verfassung auch ohne Wettkampfform sehen lässt. «Ich war diesmal deutlich schneller als im Rennen vor einigen Jahren», lachte Hug. Es zeigt sich, dass solche Events sowohl fürs Training motivieren wie auch dazu anregen, das Läuferleben aus einer anderen Perspektive zu beobachten. 

Die einzigen LCM-Mitglieder, die ihren wieder normalisierten Trainingsalltag auf spezielle Art und Weise «garnieren», sind Monica und Peter Hug nicht. Beim Rheinquelle Trail profilierten sich gleich mehrere Clubmitglieder, und auch bei dieser Transviamala-Fünferserie reisten weitere LCM-ler ins Bündnerland. Auch sie haben erkannt: «Die Freude am Laufen lässt sich vielfältig ausleben.»

xeiro ag