Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Auf das Jugendleitbild folgt ein Kinderleitbild

Das Ressort Jugend und Kinder der Sozialbehörde Meilen möchte das bereits erstellte und in der Praxis eingesetzte Jugendleitbild um ein Kinderleitbild erweitern. Den Auftakt machte in der Aula des Schulhauses Feldmeilen ein Workshop zur Situationsanalyse.

  • Am Workshop wurden viele wichtige Inputs gesammelt. Foto: MAZ

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Zum Workshop, der von Melanie Bischofberger (Sozialbehörde) organisiert wurde, waren alle eingeladen, die in der Gemeinde Aufgaben rund um Kinder wahrnehmen. So zum Beispiel Kindergärtnerinnen, Vertreter der Kinderkrippen, des Samowar, der Kirchen, des Elternforums, des Treffpunkts, der Bibliothek und viele mehr. Sie alle setzen sich täglich mit den Bedürfnissen von Kindern auseinander und wissen, was in Meilen gut läuft und wo noch Verbesserungspotential besteht. Neben der Möglichkeit zur Vernetzung bot der Workshop eine Plattform, um Wünsche anzubringen und mögliche Massnahmen zu formulieren. 

Grosser gesellschaftlicher Nutzen

Das Kinderleitbild soll sich mit der frühen Kindheit auseinander setzen. Denn die Zeit vor Einschulung und Kindergarten ist für Kinder prägend und entscheidend für das ganze Leben. In dieser Zeit werden wichtige Weichen für die Entwicklung von kognitiven und sozialen Fähigkeiten gestellt. Damit sich diese Fähigkeiten voll entfalten können, sollen Kinder in einer anregenden Umgebung aufwachsen und spielerisch lernen. Sie verfügen über höhere soziale, emotionale und kognitive Fähigkeiten, schliessen in der Regel bei Schultests besser ab und erreichen meist ein höheres Bildungsniveau.

Für die Sozialbehörde ist es wichtig, dass die entsprechenden Angebote in Meilen verfügbar sind. Sie ist überzeugt, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema auch einen gesellschaftlichen Nutzen mit sich bringt, fördere sie doch die gesellschaftliche Integration, die Chancengleichheit und bekämpfe Armut. Zudem entlaste eine frühe Förderung die Schulen. Spätere Massnahmen seien oft wesentlich teurer und weniger effektiv. 

Projektstart war im Januar

Das Projekt «frühe Kindheit» startete im Januar 2021 im Auftrag der Sozialbehörde. Dem Workshop vom 2. Juni ging eine Erhebung von demografischen Zahlen voraus. Die Ergebnisse des Workshops werden jetzt ausgewertet und dienen als Grundlage für die Situationsanalyse, die voraussichtlich im September dem Gemeinderat präsentiert werden soll. Alle Ergebnisse sollen am Schluss ins Kinderleitbild einfliessen. 

Die Teilnehmenden des Workshops konnten sich in zwei Blöcken zu zwei von fünf Unterthemen wie Betreuungsangebote, Freizeitangebote, Vernetzung/Zusammenarbeit der Akteure etc. äussern. 

Was hat Meilen, was braucht Meilen?

Der Workshop hat gezeigt, dass es in Meilen schon eine grosse Auswahl an Angeboten wie z.B. MuKi-FaKi-Turnen, ElKi-Singen, «Buchstart» und Spielplätze gibt und diese auch gut ankommen. Noch fehlt aber einiges oder funktioniert noch nicht optimal. Ein Bedürfnis ist etwa eine Notfallbetreuung oder eine Kinderhüeti, wo Kinder auch ohne Voranmeldung betreut werden können.

«Die angeregten Diskussionen zeigen, dass es wichtig ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen», ist sich Melanie Bischofberger sicher. Die Projektgruppe freut sich auf alles, was daraus entstehen kann. 

xeiro ag