Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Arzt, Pilot, Segler, Bergsteiger und Familienmensch

Am 3. Februar konnte Peter Dangel, der mit seiner Frau Elisabeth und dem lebhaften Lagotto-Hund Dabo im Tobel-Quartier in Feldmeilen wohnt, seinen 90. Geburtstag feiern.

  • Peter Dangel mit seinem Hund «Dabo». Foto: zvg

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Aufgewachsen ist der Jubilar in Zürich Wollishofen. Bei den Mitschülern hatte er den Übernamen «Dagdag», und in der «Lümmelburg», dem Knabengymnasium an der Rämistrasse, gab es sogar Lehrer, die seinen richtigen Vornamen nicht kannten. In der Schulzeit war ihm noch nicht klar, welchen Berufsweg er einmal einschlagen würde. Den Entschluss, Arzt zu werden, fasste er «per exclusionem» – es kam einfach nichts anderes in Frage.

Als junger Arzt nahm Peter Dangel eine Stelle im Kinderspital Zürich an. Im Bereich Anästhesie und Intensivbehandlung für Kinder leistete er Pionierarbeit. Er reiste nach England und Amerika, wo es schon erste Ansätze davon gab und entwickelte diese weiter. Er hatte eine wunderbare Zeit im Kinderspital, wie er rückblickend sagt. Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen sei sehr befriedigend, diese hätten oft bessere Chancen, am Leben zu bleiben, als Erwachsene. 

Es kam allerdings vor, dass die Mutter das grössere Problem darstellte, da sie erwartete, dass das Kind doch weinen sollte, wenn es im Spital war. Um künftigen Patienten die Angst vor dem Spital zu nehmen, führte er mit seinem Team Führungen für Kinder ein. Zusammen mit Kollegen setzte Peter Dangel neue Massstäbe für den Transport von Neu- und Frühgeborenen. Am sichersten sei es, die Babys bei Risikoschwangerschaften wenn möglich noch im Bauch der Mutter zu transportieren.

Als Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin bildete Peter Dangel viele Ärzte aus, und auch die ersten Notfallärzte der Schweiz lernten ihr Metier bei ihm. Sehr am Herzen lag ihm auch die Ausbildung des Pflegepersonals.

Seit es die Rega gibt, hat Peter Dangel mit der Rettungsflugwacht als Notfallarzt zusammengearbeitet, zuerst mit gemieteten Helikoptern, später dann mit einem, der auf dem Dach des Kinderspitals stationiert war. Das Fliegen faszinierte ihn sehr, und da seine Arbeit als Arzt erst auf dem Rückflug gefragt war, entschloss er sich, die Pilotenausbildung zu machen und steuerte dann oft auf dem Weg zum Patienten selber den Helikopter.

Das Fliegen sei etwas vom Schönsten. Er ist sehr gern geflogen, immer zusammen mit dem damaligen Chefpiloten der Rega, Christian Bühler, oder mit einem anderen Regapiloten. Oft ist er am Windenseil ausgestiegen, um einen Verunfallten zu bergen, sogar an senkrechten Felswänden. An Ausbildungstagen war jeweils die ganze Familie dabei, Peter Dangels Kinder liessen sich gern im Horizontalnetz hochziehen. 

Manchmal fragten die jungen Assistenzärzte ihren Chef, wie er es schaffe, mit so wenig Schlaf auszukommen. Es kam vor, dass er während einer Woche jede Nacht im Einsatz war, zeitweise kam er zu gar nichts ausser schlafen und arbeiten. Mehrmals wurde er auch aus seinen Ferien geholt, von der Armee oder der Rega. 

Die Arbeit war immer höchst interessant. Hier hat Peter Dangel auch seine zweite Frau Elisabeth, geborene Lappert, kennengelernt, die nach der Pflege-Grundausbildung auch die Intensivausbildung und die Narkose-Intensivbehandlungsausbildung absolviert hatte und in seinem Team als «Narkose-Schwester» arbeitete. Sie heirateten 1983 und zogen nach Meilen, an die Bergstrasse. 

Elisabeth Dangel hatte immer grosses Verständnis für die Arbeit ihres Mannes im Spital mit den vielen Nachteinsätzen. In seinen letzten Jahren am Kinderspital hatte er sehr gute Oberärzte, so dass sie mit dem Nachtdienst abwechseln konnten, jeder war jeweils eine Woche lang zuständig. 

Nach 35 Jahren im Kinderspital leistete Peter Dangel weiterhin Notarzteinsätze. Drei Organisationen haben ihn aufgrund seiner Leistungen zum Ehrenmitglied ernannt: Die Rega, die Schweizerische Gesellschaft für Kinderanästhesie und die Schweizerische Gesellschaft für Anästhesiologie und Reanimation.

Trotz der intensiven Arbeit hatte der Jubilar auch Zeit für Hobbys. Schon als Mittelschüler entdeckte er das Segeln. Drei Tage nach den ersten Segelversuchen, zu denen ihn ein Kollege mitgenommen hatte, fand eine Regatta statt, die Peter, da der Kollege krank war, allein bestritt. Das Segeln gefiel ihm so gut, dass er während 70 Jahren immer wieder Regatten fuhr und gern mit der Familie grossartige Segelferien am Meer machte. 

Auch am Bergsteigen und an Skitouren hatte er grosse Freude, er kletterte auf viele Viertausender, auch mit seiner Frau, die auch mal auf das alleroberste Stück der Gipfelkletterei verzichtete und, mit dem Eispickel gesichert, wartete. Die Familie hatte während 60 Jahren ein Ferienhaus in Origlio im Tessin mit einem grossen Garten mit Obst und Kastanien, welches jetzt «die Jungen» übernommen haben.

Mit seiner ersten Frau hatte Peter Dangel drei Söhne. Der älteste, Martin, ist leider als junger Familienvater an Krebs gestorben. Seine Witwe lebt in Herrliberg. Auch die jüngeren Söhne, Stefan und Ronald mit ihren Familien, wohnen nicht weit weg, nämlich in Meilen und in Wetzikon. Beide sind Berufsmusiker, genauso wie auch ihre Ehefrauen. Die ganze Familie ist musikalisch, auch der Jubilar, er selber hat Klarinette gespielt. Peter Dangel hat zwei Enkelinnen und drei Enkel, an denen er grosse Freude hat.

Wir wünschen dem Jubilar alles Gute, gute Gesundheit und viele schöne Stunden mit Familienangehörigen, Freunden, mit Musik und natürlich auch mit dem ziemlich verschmusten Dabo.

xeiro ag