Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Altes Schulhaus in neuem Glanz

Die zweite Etappe ist geschafft: Am letzten Samstag war Tag der offenen Türe in der Schulanlage Feldmeilen. Gezeigt wurden die Umbauten und Erneuerungen im frisch renovierten alten Teil des Schulhauses.

  • Das frisch erbaute Schulhaus Feldmeilen lag 1947 noch inmitten von Rebbergen. Foto: Heinrich Kuser/zvg. Ueli Herter

  • Im Dachraum gibt es viel Platz für Projektarbeit oder Theaterproben. Fotos: MAZ

  • Die Schulzimmer im renovierten Teil der Schulanlage unterscheiden sich optisch nur wenig von jenen im Neubau – hier ein Werkraum.

  • Die Logopädie ist im ehemaligen Lehrerzimmer des alten Primarschulhauses untergebracht.

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Das für viele Besucherinnen und Besucher Wichtigste vorweg: Das Türmchen auf dem ältesten Teil der Schulanlage, das Gebäude stammt aus dem Jahr 1947, durfte bestehen bleiben, und die Turmuhr ist wieder voll funktionsfähig.

Überhaupt wurde bei der Renovation viel Wert darauf gelegt, dass Bestehendes möglichst sanft an die heutigen Bedürfnisse der Kinder und des Unterrichtens angepasst wurde. Ausserdem achtete man darauf, dass die Schulanlage schliesslich als Ganzes ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Formal haben Neon Deiss Architekten wo immer möglich an den im August 2018 eingeweihten Neubau angeknüpft, beispielsweise bei der Beleuchtung mit Kugellampen oder bei den Böden, die zu einem grossen Teil mit demselben Holzparkett versehen wurden wie im Neubau.

Projektraum auf dem Dachboden

Interessierte Besucher wurden gruppenweise durch die renovierten Gebäude geführt, eine der «Guides» war Nicole Deiss vom verantwortlichen Architektenteam, das auch schon den Neubau ausgeführt hatte. Im nun frisch renovierten alten Primarschulhaus sind heute zwei Kindergärten, zwei Klassenzimmer, Therapie-, Handarbeits- und andere Spezialräume untergebracht. Es wird bereits von den Kindern genutzt, die Zimmer gleichen jenen im Neubau. In den Gängen spürt man, dass man in einem Gebäude aus den 1940er-Jahren ist, denn der schöne Original-Klinkerboden wurde belassen.

«Wir haben jede Ecke optimal ausgenutzt», sagte Nicole Deiss. Speziell ist der Dachboden, der neu mit einer Heizung ausgestattet wurde. Der grosse, spärlich möblierte Raum mit den Dachschrägen dient als «Projektraum» diversen Nutzungen. 

«Schulinsel» als Meilemer Spezialität

Im südlichen Teil des Ensembles – das mit dem Türmchen – befinden sich Logopädie- und Gruppenräume sowie weitere heilpädagogische Räume. Speziell ist die «Schulinsel», ein Raum für Kinder in schwierigen Situationen, beispielsweise wenn nach langer Krankheitsabwesenheit Unterstützung, Gespräche und Ruhe nötig sind, eine Besonderheit der Schule Meilen. Auch hier wurde das bestehende Farbkonzept übernommen und Altes teils mit Farbe aufgefrischt. «Die letzte Renovation war allerdings schon sehr lange her», sagte Nicole Deiss, «es bestand dringender Sanierungsbedarf.»

Der Estrich im südlichen Teil dient als Lager ohne Heizung, wobei die höchstmögliche Nutzlast auf das Vierfache des Bisherigen erhöht wurde. Neu gestaltet wurden der südliche Eingang und die Verbindung und der Durchgang zum neuen Schulhaus. 

Container können abgebaut werden

Auch der bestehende Kindergarten für zwei Klassen, in einem freistehenden Gebäude untergebracht, wurde komplett renoviert und ins Gesamtkonzept eingebunden. 

Das nordöstlich gelegene ehemalige Kirchgemeindehaus hat man ebenfalls erneuert und umgebaut, es wird heute von der FEE (Familienergänzende Einrichtungen) genutzt. Als Zwischenlösung dient das «alte neue» Schulhaus im nordwestlichen Teil der Schulanlage. Hier wäre eine Renovation teurer als ein Neubau, noch dient es aber als «Puffer», sollten die Schülerzahlen weiterhin ansteigen. Klar ist: Die Container, in welchen die Kinder die Bauzeit überbrückten, können in den nächsten Wochen abgebaut werden. 

xeiro ag