AZ Meilen · Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Erscheint jeden Freitag · Bahnhofstrasse 28, 8706 Meilen, Telefon 044 923 88 33 · info juhui.antispam@protection.nospam meileneranzeiger.ch

Alle gerettet!

Der Grosslüfter wurde von der Feuerwehr Uster angefordert.

Einsatzübung im Dorfzentrum

 

Man stelle sich vor, im neuen Meilemer Parkhaus geraten Autos in Brand. Giftiger Rauch breitet sich aus und zieht bis ins Gemeindehaus. Ob die Rettungskräfte für einen solchen Fall gerüstet sind, und ob die Technik in den neuen Gebäuden einwandfrei funktioniert, wurde am Montag in einer grossen Einsatzübung getestet.
Das Szenario für die Übung war von den fünf Übungsleitern der Stützpunktfeuerwehr Meilen sorgfältig ausgetüftelt und von langer Hand vorbereitet worden: Auf Ebene vier des insgesamt acht Ebenen in den Boden reichenden Parkhauses stossen zwei Autos zusammen und brennen aus. Rasch ist alles mit dichtem, giftigem Rauch gefüllt.
Obwohl die Sicht deswegen schlecht ist, versucht ein weiterer Autofahrer, sein Auto aus dem Parkhaus zu fahren, das Auto wird von der sich schliessenden Brandschutztüre eingeklemmt. Weil die Türe blockiert ist, kann sich der Rauch nach oben ausbreiten, dringt durch die Warenanlieferung bis ins Gemeindehaus und ins Bauamt und gefährdet dort Menschen, die sich trotz relativ später Stunde noch für eine Sitzung im Haus aufhalten.

Schwierige Ausgangslage
«Das ist keine 08/15-Übung», stellte Kommandant und Übungsleiter Thomas Osterwalder fest, während er beobachtete, wie sich nach dem Alarm durch die Brandmeldeanlage ab 19 Uhr der Platz vor der Einfahrt zur Parkgarage mit Fahrzeugen der Feuerwehr und anderer Rettungskräfte füllte. «Ein Parkhaus, das mehrere Stockwerke tief den Boden reicht, ist sehr riskant für die Retter», erklärte er weiter. Zwar verfügt die Feuerwehr über detaillierte Einsatzpläne zum Dorfplatz-Parking – wie auch zu allen anderen grossen Gebäuden in Meilen –, dennoch wäre der «Angriff auf den Brandherd» im Ernstfall nicht einfach, gibt es doch nur einen einzigen Zugang, nämlich jenen von oben nach unten.
Bei der Übung wurde eine Wärmebildkamera eingesetzt, weil man im eigens eingeblasenen, dichten weissen Rauch kaum die Hand vor Augen sah. Mit dieser Kamera können allfällige Verletzte aufgespürt und dann geborgen werden – was um 19.25 Uhr von mit Atemschutzgerät und Pressluft ausgerüsteten Spezialisten auch geschah.
Thomas Osterwalder nickte zufrieden: «In Anbetracht der Umstände ist das schnell gegangen.» Als kleine Überraschung für die Feuerwehrleute, die nicht wussten, was sie auf Ebene vier erwarten würde, lag unter anderem im Treppenhaus beim öffentlich zugänglichen Löschposten ein «Autofahrer», der beim Versuch, den Brand mit Wasser selber zu bekämpfen, im giftigen Rauch umgekippt war.

Grosslüfter auf Lastwagen

Inzwischen war auch der aufgebotene Grosslüfter aus Uster eingetroffen, eine Art überdimensionierter Fön auf einem Lastwagen. Damit wurde nun mit grossem Getöse der Rauch aus der Garage geblasen. Bei dieser so genannten Überdruckbelüftung entweicht der Rauch durch eigens dafür vorgesehene spezielle Entlüftungsklappen aus dem Parkhaus. Auch das Gegenteil ist möglich – Rauch kann mit demselben Gerät abgesaugt werden. «Das ist aber weniger effizient und komplizierter», sagte Thomas Osterwalder.

Durchzug im Gemeindehaus

Das Gemeindehaus wurde auf dieselbe Art und Weise – Lüfter und Klappen – vom Rauch befreit, hier kamen aber die eigenen Lüfter der Stützpunktfeuerwehr Meilen zum Einsatz. Wie effizient sie arbeiten, sah man daran, dass sich der Leuchter im Atrium im Luftzug bewegte. Hausherr und Gemeindepräsident Christoph Hiller, der die Übung ebenfalls beobachtete, nahm es gelassen: «Es freut mich zu sehen, dass alle konzentriert und unaufgeregt arbeiten, das ist ein gutes Zeichen.» Die Einsatzleitung unter Hauptmann Martin Siegrist, die beim Bahnhof positioniert war, hatte die Lage jederzeit im Griff.
Menschen mit Rauchvergiftung mussten im übrigens aus dem Gemeindehaus keine gerettet werden. Bei Feueralarm sind Personen im Gebäude angewiesen, in ihren Räumen zu bleiben, die mit speziellen Brandschutztüren geschützt sind, und dort auf Hilfe zu warten.

Abschluss im Untergrund

Um 21 Uhr war die Übung bei eisiger Bise zu Ende, und die knapp 60 beteiligten Personen inklusive Sicherheitsvorstand Thomas Steiger trafen sich zur Besprechung im Untergrund in der vergleichsweise warmen Garage. Das Fazit des Kommandanten: «Sehr positiv, es wurde rasch und gut gearbeitet.»


Aus dem aktuellen Inhalt

  • Themen der Infostunde

    Informations- und Fragestunde vor der Gemeindeversammlung vom 5. Dezember 2016.
    Am Montag, 5. Dezember, findet in der reformierten Kirche die Gemeindeversammlung statt. Vor der Gemeindeversammlung wird um 19.00 Uhr eine Informations- und Fragestunde mit dem Gemeinderat durchgeführt. Folgende Themen werden behandelt:
    –    Ersatzbau Alterszentrum Platten
    –    Altersleitbild
    –    Schulanlage Feldmeilen
    –    Aufnahmeklasse
    –    Fragen aus dem Publikum
  • Strom- und Wasserversorgungen von Uetikon und Meilen wachsen zusammen
    Im Januar 2016 haben die Gemeinderäte der Gemeinden Uetikon a.S. und Meilen mitgeteilt, dass sie die Strom- und Wasserversorgung in Zukunft gemeinsam angehen wollen. Dies mit dem Ziel, Synergien in Betrieb und Anlagenbewirtschaftung zu gewinnen.
    In einem ersten Schritt übernimmt die Energie und Wasser Meilen AG (EWM AG) die Betriebsführung der Energie Uetikon AG sowie der Wasser Uetikon AG. Um die Zusammenarbeit weiter zu festigen, hat sich nun die EWM AG ausserdem zu 49 Prozent an der Energie Uetikon AG beteiligt. Dies ist ein wichtiger Schritt im Hinblick auf den in zwei Jahren geplanten Zusammenschluss der Werke.
  • Die Adventszeit hat nun definitiv begonnen
    Ein verschneiter Weihnachtsmarkt bei klirrender Kälte ist etwas Wunderbares – aber auch ein trockener, bestenfalls kühler Weihnachtsmarkt hat etwas für sich. Einen solchen genossen die Meilemer am vergangenen Sonntag in hellen Scharen.
  • «The Beautyque» neu an der Kirchgasse
    Eine Welt für Schönheit und Entspannung, das haben Mutter und Tochter Britta Henke und Alexandra Bauer an der Kirchgasse in Meilen geschaffen.
    Im denkmalgeschützten Haus an der Kirchgasse 49 dreht sich alles um die Schönheit – zwei Fachfrauen haben mit «The Beautyque» eine First Class Beauty Location geschaffen, die mit barocken Formen, viel Schwarz, Weiss und Metallic-Nuancen zum Verweilen einlädt.