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Ein neues Lieblingsplätzchen in den Chorherren

Der neue Sitzplatz ist unter anderem dank dem Arbeitseinsatz von 20 Freiwilligen zustande gekommen.

Naturschutzverein baut Trockenmauer mit Aussicht

 

Wo der Chorherren-Spazierweg in den Schiltrain mündet, gibt es jetzt ein neues Ruheplätzchen. Die Ecke mit Bank und Aussicht wurde dank dem Naturschutzverein Meilen verwirklicht und verwendet Gelder aus einem fast 30-jährigen Legat.
Am Chorherren werden seit einigen Jahren abschnittweise durch die Gemeinde Meilen Massnahmen zur ökologischen Aufwertung umgesetzt. Nun hat auch der Naturschutzverein einen weiteren Beitrag geleistet: Entstanden ist eine neue Lieblingsecke mit Natursteinmauer und Blick über den See. Erreichbar ist das Plätzchen über ein paar Stufen. Man steigt neben dem Rebberg, bevor der Chorherren-Weg in Feldmeilen endet, nach unten und ist da.

Unter kommunalem Schutz

Am Donnerstag letzter Woche wurden Bank und Mauer mit geladenen Gästen feierlich eingeweiht. Gekommen waren in erster Linie die rund 20 Freiwilligen, die beim Mauerbau, beim Aufräumen oder durch die Lieferung von Znüni oder Zvieri zum gelungenen Werk beigetragen hatten. Natürlich halfen auch Profis bei der Arbeit: So etwa Fredi Kummli von der Firma SKW AG als Trockenmauer-Spezialist.
Naturschutzverein-Präsident Michiel Hartman bedankte sich nicht nur bei den Freiwilligen, die insgesamt 399 Stunden Arbeit leisteten, sondern ausdrücklich bei der Gemeinde Meilen, welche die Idee unterstützte und mit den Männern vom Bauamt für den Kiesbelag sorgte. Da alle Flächen entlang dem Chorherren-Weg sowie das ganze Dreieck beim Schiltrain seit 1984 unter kommunalem Schutz stehen, haben die Verantwortlichen seitens Gemeinde die Aufwertungen und Umgestaltungen voll mitgetragen. Indes – ohne das Legat eines Naturfreundes wäre das Projekt so nicht umsetzbar gewesen.

Legat eines Botanikers
Der Botaniker Albert Frey-Wyssling starb 1988 in Meilen und lebte zuletzt am Schiltrain in unmittelbarer Nähe des nun fertig gestellten Platzes. Er war ein Pionier in der Erforschung von submikroskopischen Zellstrukturen, wurde fast 90 Jahre alt und vermachte dem Naturschutzverein einen fünfstelligen Betrag für einen genauer definierten Zweck. Dieser war nach fast 30 Jahren nun gefunden: 30'000 Franken, davon 9'000 Franken für die Steine, wurden für die neue Mauer, den Platz und die Bank eingesetzt.
An Stelle einer zerfallenen und mit Brombeeren überwucherten Nische umfassen die Natursteinmauern nun eine Sitzbank mit wunderbarer Aussicht über den See. Zudem wurde ein grosses Stück des anstehenden Sandsteinfelsens freigelegt, wodurch der geologische Aufbau der Landschaftsterrasse sichtbar wird. Oben auf der Mauer sind magere und trockene Standorte geschaffen worden. Man hofft, dass sich hier eine spezielle Flora ansiedeln wird, die sich im Laufe der Jahre auch in der Mauer selber wohl fühlt.

Mauer ohne Mörtel

Wie Michiel Hartman erklärte, handelt es sich bei den Mauern um sogenannte Vollkörper-Trockensteinmauern aus Sandstein vom Obersee. Es wurde also kein Mörtel verwendet. Der obere Mauerabschluss erfolgte mit speziell schweren und grossen Blöcken, und die meisten Steine sind in der Tiefe eingebunden. Mauern, die nach allen Regeln der Kunst erstellt wurden, sollten mindestens hundert Jahre halten.
Auf diese erfreuliche Aussicht wurde bei schönstem Sommerwetter angestossen – und zwar mit einem Glas Räuschling von Weinbau Schwarzenbach, dem Pächter der Reben in den Chorherren und somit Nachbar des neuen Plätzchens.

Hardmeier

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