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Träume verwirklichen, auf und hinter der Leinwand

«Ich will wieder Schauspielerin sein», beschliesst die vierzigjährige Pippa im Kurzfilm «Sono Pippa» der Meilemerin Yasmin Joerg.

  • Pippa versucht, wieder in der Filmwelt Fuss zu fassen. Foto: zvg

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«Ich will Regisseurin werden», beschloss Yasmin Joerg, als sie sich vor sechs Jahren für das Studium an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) bewarb. Mit «Sono Pippa» hat sie letztes Jahr ihren Master an ebendieser Schule erfolgreich abgeschlossen und sich somit ihren Traum erfüllt. 

Starke Frauenbilder 

Im Film hapert es für das ehemalige Telenovela-Sternchen Pippa noch mit ihrem Traum. Sie rennt von Casting zu Casting und versucht, in der Filmwelt wieder Fuss zu fassen. Als sie nach Jahren ohne Kontakt auf ihre Tochter trifft, muss sie sich auch mit ihrer Rolle als Mutter auseinandersetzen – ein Thema, dem sie sich bis anhin verweigert hatte. 

Yasmin Joerg, die in Meilen aufgewachsen ist, widmet ihren Masterabschlussfilm den weiblichen Vorbildern in ihrer Familie. Inspiriert von Mutter und Grossmutter, zeigt sie starke Frauenbilder mit unterschiedlichen Vorstellungen vom Leben und am Ende doch ähnlichem Schicksal. Gleichzeitig will Yasmin Joerg mit dem Kurzfilm auf die Schwierigkeiten einer Schauspielerin in ihren Vierzigern hinweisen, für die es nur wenige Hauptrollen gibt. Mit ihrem Film macht die Regisseurin darauf aufmerksam, wie spannend und vielseitig Schauspielerinnen in diesem Alter sein können. 

Realistische Umsetzung der Rollen

Ein hervorragendes Beispiel dafür ist die Italienerin Linda Cerabolini, die Yasmin Joerg für die Rolle der Pippa engagiert hat. Ihre Tochter Luna wird ebenso glaubwürdig von Sylvie Marinkovic gespielt, die 2015 für ihre Rolle in «Cure» von Andrea Staka für den Schweizer Filmpreis als beste Schauspielerin nominiert war. Auf die realistische Umsetzung der Rollen legte Yasmin Joerg, die das Drehbuch zum Kurzfilm selber verfasst hat, höchsten Wert. Die Zusammenarbeit mit Schauspielerinnen und Schauspielern ist denn auch etwas, was ihr am Beruf der Regisseurin besonders gefällt. 

«Sono Pippa», eine Produktion der Zürcher TILT Production und der ZHdK, wurde unter anderen vom Bundesamt für Kultur, der Zürcher Filmstiftung sowie dem Schweizer Radio und Fernsehen SRF unterstützt und durfte auch auf einen Beitrag der Gemeinde Meilen zählen. Hier, auf dem Unot, wurde auch eine Szene gedreht. Die übrigen Dreharbeiten haben in Zürich stattgefunden. 

Teilnahme an internationalen Kurzfilmfestivals

Während Pippa im Film mit ihrer Zukunft noch hadert, kann Yasmin Joerg gespannt nach vorne blicken. «Sono Pippa» lief bereits an den Winterthurer Kurzfilmtagen 2017. An den Solothurner Filmtagen 2018 ist der Film in der Sparte «Upcoming Talents» im Wettbewerb um den Nachwuchspreis von Suissimage/SSA zu sehen. Die Teilnahme an zwei weiteren internationalen Kurzfilmfestivals im ersten Halbjahr 2018 steht bereits fest. Besonders gespannt ist Yasmin Joerg auf die Reaktionen des Publikums am River Film Festival in Padua – stammt die Pippa im Film doch ursprünglich aus Venedig. Die Meilemerin hat also kaum Zeit, sich am Zürichsee auszuruhen. 

«Sono Pippa», Kurzfilm von Yasmin Joerg 2017, 28 Min., Farbe, Schweizerdeutsch/Deutsch/Italienisch. An den Solothurner Filmtagen: Freitag, 26. Januar, 9.30  Uhr Kino Capitol; Sonntag, 28. Januar 15.00 Uhr Kino Canva.

xeiro ag