Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Suuser-Wochenende mit neuen Farben

Suuser vom Fass, aussergewöhnliche Leckereien, musikalische Unterhaltung und auch einiges an Sonnenschein: Am vergangenen Wochenende fand in Obermeilen die 35. Suuserchilbi ein dankbares Publikum.

  • Fotos: MAZ

1/1

Neben dem obligaten Suuser, von dem dieses Jahr 1010 Liter Manne-, 290 Liter Wyber- und 80 Liter Goofesuuser über den Tresen gingen, darf an der traditionellen Suuserchilbi natürlich auch die Verpflegung nicht zu kurz kommen. Im Restaurant Alte Sonne und an diversen Ständen auf der Alten Landstrasse standen Fischchnusperli, Countryfries, Suuserwurst, Müüslichüechli, Apfelküchlein, Ghackets mit Hörnli oder Käsespätzle zur Auswahl – der Andrang, vor allem am wunderbar sonnigschönen Samstag, war gross. Nicht zuletzt die Müüslichüechli, frittierte Blätter vom Salbeistrauch, wurden reichlich geknabbert. Sie sind etwas Besonderes und gehören so unabänderlich zur Suuserchilbi wie der frisch gepresste, im richtigen Moment pasteurisierte Traubensaft. Er überraschte dieses Jahr mit einer besonderen Farbe.

Orangerosa statt gelblichweiss

Nicht nur regelmässigen Suuserchilbi-Besuchern fiel auf, dass der Wyber- und der Goofesuuser nicht wie gewohnt gelblichweiss war, sondern einen an Grapefruit erinnernden orangerosa Farbton aufwies. Diese Tatsache wurde denn auch an vielen Festtischen eingehend analysiert und kommentiert. Marilen Muff von der Obermeilemer «Reblaube», wo der Suuser jeweils produziert wird, erklärt: «Wegen dem heftigen Frost im April war unser Ertrag heuer kleiner als üblich. Wir mussten deshalb zum Riesling x Sylvaner Chasselas-Trauben zukaufen, um genug Suuser herstellen zu können. Die Färbung kommt von der Traubensorte.» Geschmacklich war der Rebensaft auch dieses Jahr ein Genuss, da waren sich alle Besucher einig.

Modernerer Sound

Wer sich nicht an der Schiessbude versuchte, um beim Sterneschiessen ein Plüschtier zu ergattern, gewann vielleicht eine Rose beim «Hau den Lukas»und genoss Live-Musik im Innenzelt in der Gartenwirtschaft der «Alten Sonne». Die Musikauswahl war merklich moderner und unterschied sich deutlich von der in den vergangenen Jahren. So spielten die beiden Musiker vermehrt Hits aus den Charts und weniger schlagerlastige Songs.  

Speziell beim jungen Publikum kam der Stilwechsel gut an; es wurde ausgelassen gefeiert und getanzt. Einziger Wermutstropfen: Da sich einige nahe Anwohner quasi präventiv bei der Polizei über Lärmbelästigung beklagten, standen die Polizisten dann auch Punkt zwei Uhr nachts auf der Matte und rügten die Veranstalter. Dies, obwohl die Musik offiziell bis zwei Uhr bewilligt war, der Festbetrieb ohne Musik bis vier Uhr. 

Die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer, die jeweils viel Herzblut ins Quartierfest investieren, würden sich bestimmt freuen, wenn die Anwohner beim nächsten Mal einfach mitfeiern. Selbstverständlich halten sie die Vorschriften jedes Jahr ein.

Frühschoppen oder Abendkonzert

Am Sonntag konnte man entweder auf elf Uhr zum Frühschoppen-Konzert aufstehen oder sich am Abend die Darbietung der Söihundscheibe-Gugge zum Abschluss des Suuserchilbi-Wochenendes zu Gemüte führen. Natürlich gab es den ganzen Tag durch weiterhin zu trinken, zu essen und zu plaudern, wenn auch bei kühlerem und grauerem Wetter als am Vortag. So fand ein vergnügliches Wochenende seinen schönen Abschluss. 

xeiro ag