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Sensationell den Aufstieg gesichert

In einem packenden Spiel gegen den TSV Fortitudo Gossau siegen die Meilemer Handballer mit 29:25. Damit steht fest: Ab nächster Saison spielen sie in der 2. Liga – und das ist gut so.

  • Siegreiche Meilemer Handballer im Freudentaumel: Die 2. Liga wartet! Foto: zvg

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Am frühen Samstagabend war es soweit – die Zeit für das lang ersehnte Schicksalsspiel war gekommen. Nach der Niederlage gegen Herisau und dem Sieg gegen Ruswil/Wolhusen mussten die Meilemer nun unbedingt gewinnen, um den Aufstieg zu schaffen. 

Erneut waren weit über hundert Fans auf die Meilemer Allmend angereist, um die Seebuben mit Pauken und Trompeten anzufeuern. Die gegnerische Mannschaft sah derweil ganz anders aus als die vorpubertäre Truppe in der Woche zuvor: Die Equipe aus Gossau verfügt über ein kräftiges, erfahrenes Kader. Doch wenn man die Teams an der Anzahl grauer Haare misst, lag Meilen eindeutig im Lead. 

Mit der Unterstützung der tobenden Fankurve im Rücken startete Meilen erfolgreich ins Spiel: Der erste Gossauer Angriff lief auf die gelbe Wand auf, und im Gegenzug konnten die Seebuben gleich mit zwei Toren in Führung gehen. Der überrumpelte Gegner brauchte eine Weile, bis er ins Spiel fand. Doch bald konnte auch er seine Stärken mit schnellen, wuchtigen Angriffen zeigen, und so glich sich das Spiel langsam aus. Mit einer hauchdünnen 12:11-Führung für Meilen ging es in die Pause. 

Nur noch dreissig Minuten trennten die Seebuben also vom Aufstieg. Das Feuer war definitiv entfacht, während Gossau plötzlich taumelte. Wieder und wieder musste der gegnerische Goalie hinter sich greifen. Insbesondere gegen Stefan Geissmann, der von Flügel und Rückraum sagenhafte zehn Tore erzielte, fanden die Gossauer schlicht kein Gegenmittel. Aber auch Asmir Muric war mit seiner Panzertaktik (einfach in die Mauer rennen und schiessen) erfolgreich; der filigrane Techniker Gjin «Karabatic» Lasku düpierte den gegnerischen Goalie mehrere Male mit seinem Zauberhändchen, und Fabian Neururer hämmerte den Ball mit annähernd Lichtgeschwindigkeit ins Lattenkreuz. 

In dieser Phase zeigten die Seebuben die Fähigkeit, von allen Positionen Tore zu erzielen. Und: Wie ein Fels in der Brandung wehrten sie die Angriffswellen ab. Insbesondere Andi Moor machte klar, dass an ihm kein (schmerzfreier) Weg vorbeiführt. Derweil hatte Torhüter Seimen Meier nicht seinen besten Tag, parierte jedoch stets in den entscheidenden Momenten. 

Doch aus unerfindlichen Gründen brach fünf Minuten vor Schluss plötzlich Hektik aus. Der Gegner war wegen einer Zwei-Minuten-Strafe in Unterzahl, konnte aber trotzdem drei Tore erzielen. Vielen Fans verschlug es die Stimme: Wie können die Jungs auf dem Feld so etwas zulassen? Doch an der Meilemer Führung gab es trotz kurzzeitiger Verwirrung nichts mehr zu rütteln. Wenige Sekunden vor Schluss knallte Stefan Geissmann seinen zehnten Treffer zum 29:25 ins Netz, und kurz darauf verkündete der Buzzer, dass Meilen ab nächster Saison in der zweiten Liga spielt. Jetzt waren Fans und Spieler im Freudentaumel. Die Party konnte endlich steigen – und sie dauerte bis in die frühen Morgenstunden! 

Die vergangene Saison hat gezeigt, dass die Seebuben es verdienen, in der zweiten Liga zu spielen. Nie mehr harzfrei Handball spielen! Immer zwei Schiedsrichter! Natürlich, es wird hart werden. Doch für eine Challenge ist dieses Team immer zu haben. Der Erfolg dieser einzigartigen Mannschaft ist nicht nur den Spielern, sondern auch Leuten wie Jürg «Hübe» Huber, Bruno Schuler, Danilo Graf oder auch Ex-Coach Dave Lieber zu verdanken, die mit unermüdlichem Einsatz, Engagement und Organisationstalent das Team in diesen Aufstieg geführt haben. 

xeiro ag