Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Massive Schäden im Wald und eine umgeknickte Pappel

Sturmtief «Burglind» hat am dritten Januar auch in Meilen grosse Schäden angerichtet. Einige Böen erreichten Orkanstärke: Unter anderem wurde eine der fünf Pappeln in der Seeanlage wenige Meter über dem Boden abgeknickt.

  • Zwei Mitarbeiter der Regi Holz GmbH holten am 4. Januar mit Hilfe eines Holzkrans das abgebrochene Stück der Pappel aus dem See. Foto: Regi Holz

  • Die heutigen Pappeln in der Seeanlage vor der reformierten Kirche haben auch einmal klein angefangen: Luftaufnahme, vermutlich aus den 1930-er Jahren. Foto: zvg

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«Gottseidank war niemand in der Nähe, als der Sturm den Baum umgerissen hat», sagte Gemeinderat Beat Hodel – zuständig für das Ressort Natur und Kultur – an der Orientierungsveranstaltung für das Gewerbe vom vergangenen Montag. (siehe Artikel auf S. 5). Bereits im Juli 2017 hat ein Sommersturm eine Pappel neben dem Fährekiosk  schlicht niedergestreckt, auch damals kamen zum Glück keine Menschen zu Schaden. 

Expertise ergab Handlungsbedarf

Dass einige der rund 80-jährigen Pappeln in der Seeanlage «in sehr schlechtem Zustand» sind, so Beat Hodel, wurde im Frühjahr 2017 festgestellt. Eine im Auftrag der Gemeinde ausgeführte Expertise ergab zumindest mittelfristigen Handlungsbedarf. Obwohl Sturmböen auch gesunde Pappeln treffen und fällen können, wird «Burglind» das Schicksal der noch verbleibenden vier Bäume aller Wahrscheinlichkeit nach besiegeln: «Ich stelle an der Gemeinderatssitzung den Antrag, die Pappeln aus Sicherheitsgründen fällen zu lassen», sagte Beat Hodel am Dienstagmorgen vor versammelten Gewerblern. 

Massive Schäden auf dem Pfannenstiel

Erhebliche Sturmschäden gibt es im Dorfbachtobel zu beklagen, das deshalb noch einige Wochen für Fussgänger gesperrt bleiben wird. Hier liegen die Stämme kreuz und quer. Alexander Singeisen, Leiter des Forstreviers Pfannenstiel Süd und zuständig für die Gemeinde Meilen, sieht sich mit der Organisation der Aufräumarbeiten im steilen, schlecht erschlossenen Gelände vor grosse Herausforderungen gestellt. Das Herausholen der Stämme werde sicher sehr aufwändig.

«Am massivsten sind die Schäden auf dem Pfannenstiel im Bereich Stuckiweg», sagt er, «das Schadensbild erinnert durchaus an ‚Lothar’.» Wichtig sei es, die gefällten Rottannen (Fichten) bis Ende März aus dem Wald zu bekommen, weil sie sonst vom Fichtenborkenkäfer besiedelt werden, der anschliessend auch andere Bäume befällt. 

Skurrile Bilder habe er ebenfalls gesehen, sagt der Förster: Im Schumbel ist aus einer ganzen Baumreihe eine einzige Tanne umgefallen, dies dann aber direkt auf eine vor kurzem renovierte kleine Scheune, und auf der Hohenegg hat es eine Buche just auf ein Sitzbänkli gelegt. 

50 Lastwagenfuhren Holz

Insgesamt rechnet Singeisen mit rund 1000 Kubikmetern Holz, «die auf Gemeindegebiet daliegen». Das entspricht einigen hundert Bäumen oder etwa 50 gefüllten Lastwagen. 

Leid tun dem Meilemer Förster die privaten Waldbesitzer, denn für sie zieht der Sturm grosse finanzielle Einbussen nach sich – wegen der Aufräumarbeiten und weil der Holzpreis wegen des Überangebots unter Druck geraten wird. «Privatwaldbesitzer können sich bei mir melden, wenn sie Rat oder die Vermittlung von Fachkräften benötigen», sagt er (Telefon 044 925 93 29).

Die Pappeln werden ersetzt

Für Fussgänger gilt: Gesperrte Wege wie eben jener durch das Dorfbachtobel dürfen auf keinen Fall begangen werden, auch abseits der offiziellen Wege sollte man jetzt nicht durch den Wald spazieren. Noch immer können Äste herunterfallen oder Bäume, die abgeknickt oder umgebogen wurden, umfallen oder «ausschlagen». 

Was die fünf ortsbildprägenden Pappeln betrifft, so werden sie auf jeden Fall ersetzt werden, wie Gemeinderat Beat Hodel versichert. Allerdings vermutlich erst im Frühjahr oder Sommer 2019, da in der Seeanlage noch Bauarbeiten durch den Gaslieferanten «Energie 360°» anliegen. Die neuen Bäume werden natürlich nicht von Anfang an buschige zwanzig Meter hoch sein, man plant aber, bereits sechs bis acht Meter grosse Jungbäume zu pflanzen, damit die Meilemer nicht jahrzehntelang warten müssen, bis sich wieder das gewohnte Bild präsentiert.

xeiro ag