Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Info- und Fragestunde des Gemeinderats

Die Info- und Fragestunde des Gemeinderats wird immer beliebter: Am vergangenen Montag war der Löwen-Saal schon eine Stunde vor der offiziellen Gemeindeversammlung gut gefüllt mit interessierten Meilemerinnen und Meilemern.

 

  • Gemeindeversammlung

    Was aussieht wie Stonehenge am Zürichsee, ist in Tat und Wahrheit der Schattenwurf der Gemeindeversammlungs-Teilnehmer, die im Anschluss an die Abarbeitung der Traktanden einen Apéro in der Seeanlage genossen. Foto: ka

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Als erstes referierte Gemeinderat Heini Bossert über die Grundsätze der laufenden kommunalen Richtplanung und wies darauf hin, dass nochmals eine «Sprechstunde» mit ihm und Daniel Noger: Am Mittwoch, 12. Juli beantworten sie zwischen 18 und 20 Uhr im Gemeindehaus Fragen. Die entsprechende Ausstellung dauert noch bis 26. Juli.

Zurzeit ist der Richtplan in der Vorprüfung durch Kanton und ZPP (Zürcher Planungsgruppe Pfannenstil). Im August und September findet die Auswertung und Bereinigung der eingegangenen Anregungen statt, festgesetzt wird der Richtplan dann durch die Gemeindeversammlung im Dezember 2017, wahrscheinlich an zwei aufeinanderfolgenden Abenden.

Schulraumplanung geht weiter

Schulpräsidentin Cordula Kaiss berichtete von den Tücken der Schulraumplanung. Meilen wächst stärker als Bezirk und Kanton; bis im Jahr 2030 werden in der Gemeinde 18,5 Prozent mehr Menschen leben als heute, so die Prognose des statistischen Amts des Kantons Zürich. Infolgedessen wird es auch bald noch mehr Schulkinder geben, die weiteren Schulraum benötigen. 

Betroffen sind vor allem die Primarschule Obermeilen (heute 12 Klassen, 2030 vermutlich 18 Klassen) sowie die Primarschule Feldmeilen (heute 14, später 18 Klassen). Das aktuelle Schulhausprojekt in Feldmeilen ist auf 15 Klassen ausgelegt – die Projekterweiterung um drei Klassen wird einen zusätzlichen Kredit fordern. Bereits ab Sommer 2018 sind für die Allmend zusätzliche Provisorien geplant. Überhaupt habe, so Cordula Kaiss, die Allmend das grösste Entwicklungspotenzial. Die Raumreserven in Obermeilen hingegen sind grösstenteils ausgeschöpft.

Meilens Aufnahmeklasse für Flüchtlingskinder

Cordula Kaiss berichtete weiter von der Aufnahmeklasse für rund ein Dutzend junge Asylsuchende, die Meilen mit Hilfe von Freiwilligen eingerichtet hat und finanziert. Dort lernen Kinder ohne Deutschkenntnisse am Vormittag unsere Kultur kennen, üben das Lesen und Rechnen. Am Nachmittag werden sie von freiwilligen Sekschülern unterrichtet – im Zeichnen und Kochen etwa, oder im Reparieren von Fahrrädern. 

Wenn immer möglich werden die Flüchtlinge direkt in die Regelklasse integriert, was in Kindergarten und Unterstufe meist auch funktioniert. «Ab Mittelstufe wird es schwieriger und in der Oberstufe ist es praktisch unmöglich», sagte Cordula Kaiss. Flüchtlinge haben oft deutlich weniger Schulbildung als Altersgenossen in der Schweiz, und je älter sie sind, desto deutlicher manifestieren sich die Unterschiede. Gezeigt wurde anschliessend ein kurzer Film aus der Aufnahmeklasse, den die Anwesenden mit warmem Applaus quittierten. 

Die Geheimnisse des Finanzausgleichs 

Als nächstes folgte eine Vorlesung zum Thema Finanzausgleich – gehalten von Gemeinderätin Beatrix Frey-Eigenmann. Sie erläuterte die Regeln, nach denen die Steuergelder von den finanzstarken «Gebergemeinden» wie Meilen zu den finanzschwachen Gemeinden umverteilt werden. Sinn und Zweck des Ganzen ist es, den Unterschied zwischen den Gemeinden zu glätten. Ohne Finanzausgleich gäbe es Gemeinden mit Steuerfuss 380 Prozent – und andere mit einem Steuerfuss nahe Null. Nur dank dem komplexen und vielschichtigen Instrument Finanzausgleich bewegen sich die Steuerfüsse zwischen 72 und 130 Prozent. 

Die Zukunft des Stocklenwegs 

Zum Abschluss erkundigte sich Rudolf Pfenninger nach den Plänen der Gemeinde für den schmalen Stocklenweg in Obermeilen, der von Fussgängern und Autofahrern benutzt wird. Wie die Fussgänger und Fahrzeuge in Zukunft sicher aneinander vorbeikommen, müsse noch mit den Grundeigentümern – knapp 50 Parteien – geklärt werden, sagte Gemeinderat Peter Jenny.

xeiro ag