Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Grillieren Sie die Wurst und nicht den Wald!

Rausgehen, im Wald ein Feuer machen und Cervelat bräteln – das ist Sommer. Während man in der Stadt schwitzt, ist es unter dem Blätterdach angenehm kühl. Doch wo darf man überhaupt Feuer machen, und was sollte man dabei beachten?

  • Der Sommer im Wald ist schön, beim Feuermachen ist aber Aufmerksamkeit gefordert – sonst kann es ins Auge gehen. Cartoon: Silvan Wegmann

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Der Wald ist der perfekte Ort an einem heissen Sommertag. Denn Bäume spenden Schatten und schaffen ein angenehmes Klima, indem sie Wasser verdampfen – was Wärme verbraucht. Deshalb ist es im Wald meist zwei bis drei Grad kühler als ausserhalb. Im Wald ist auch die Luft sauberer als in der Stadt, weil viele Bäume Feinstaub ausfiltern. Ausserdem tun uns die ätherischen Duftstoffe in der Luft gut.

Was gibt es also Schöneres, als einen Ausflug in den Wald zu machen? Mit Würsten, etwas Zeitungspapier und Zündhölzern im Gepäck. Doch Vorsicht. Der Wald ist zwar bestens gewappnet gegen die Sommerhitze, eine Unachtsamkeit mit Feuer kann aber schnell in der Katastrophe enden.

Jedes Jahr brennt es in Schweizer Wäldern etliche Male. Das schöne Wetter lockt viele Menschen ins Freie und erhöht die Waldbrandgefahr. Bei dürrem Gras und trockenen Stauden braucht es nicht viel, damit sich ein Feuer ausbreitet. Kommt Wind dazu, geht es umso schneller. 

Gemäss Bundesamt für Umwelt (BAFU) ereigneten sich in den letzten zwanzig Jahren durchschnittlich 90 Brände pro Jahr, wobei um die 370 Hektaren verwüstet wurden. Die meisten Waldbrände sind auf menschliches Versagen zurückzuführen.

www.waldbrandgefahr.ch 

In der Schweiz ist vieles bis ins letzte Detail geregelt. Beim Feuern im Wald ist das nicht so. In der eidgenössischen Wald-, Jagd- beziehungsweise Naturschutzgesetzgebung gibt es keine expliziten Verbote für Grillfeuer. Kantonal oder lokal kann das Feuermachen jedoch verboten oder eingeschränkt sein. In manchen Kantonen sind Grillfeuer beispielsweise nur bei offiziellen Feuerstellen erlaubt. Wer im Wald bräteln will, sollte sich also über die regionalen Gegebenheiten informieren. Je nach Gefahrenlage schränken die zuständigen Behörden das Feuern auch vorübergehend ein, bis hin zum totalen Verbot. Unter www.waldbrandgefahr.ch finden sich Angaben zur aktuellen Risikolage.

Feuermachen im Wald: So geht's

– Wenn immer möglich bestehende Feuerstellen benutzen.

– Herumliegende dürre Äste dürfen zum Feuern gesammelt werden: feine Nadelzweige eignen sich zum Anzünden, dickere Laubhölzer geben gute Glut. Vermoderndes Holz überlässt man Pilzen und Kleintieren, es entwickelt ohnehin zu viel Rauch. Sofern nicht anders vermerkt, kann an Feuerstellen bereitgestelltes Holz massvoll benutzt werden.

– Auf keinen Fall dürfen Bäume beschädigt oder gar gefällt werden, «grüne» saftführende Äste brennen ohnehin kaum.

– Für den Brätli-Stecken darf man geeignete Äste, beispielsweise Haselruten, schneiden.

– Das brennende Feuer ist immer zu beaufsichtigen und vor dem Weggehen sind Flammen und Glut zu löschen.

– Windet es stark oder ist es sehr trocken, sollte gar nicht erst ein Feuer gemacht werden.

– Zigarettenstummel und Streichhölzer gehören nicht auf den Boden.

Waldbrände durch Blitze

Waldbrände, ausgelöst durch Blitze, gehören auch in unseren Breitengraden zur natürlichen Dynamik und sind für das Ökosystem keine Katastrophe. Sie können sogar positive Effekte haben. Denn es gibt ganz spezielle Organismen, die sich an die Bedingungen nach einem Waldbrand angepasst haben. So beispielsweise die nur im Tessin an manchen Stellen vorkommende Zistrose, deren Samen auf dem warmen Brandboden schnell keimen und gedeihen und nur so eine Chance haben, sich eine Zeitlang gegen die übrige Vegetation durchzusetzen. Dennoch versucht man in der kleinräumigen Schweiz, wo der Wald viele wichtige Funktionen zu erfüllen hat, Waldbrände zu vermeiden, weil sie ein grosses Sicherheitsrisiko für Menschen und Siedlungen darstellen und hohe wirtschaftliche Schäden verursachen können.

Jeder Wald hat einen Eigentümer

Im Wald sind alle willkommen – ob zum Spazieren, Biken, Joggen oder eben zum Bräteln. Es gilt das freie Betretungsrecht. Jeder Wald hat aber einen Eigentümer, und dieser ist für ein rücksichtsvolles Verhalten der Gäste dankbar

Tipps für den Waldbesuch: 

www.waldschweiz.ch, 

Link «zu Gast im Wald»

xeiro ag