Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Gregorianik-Könner in Meilen

Am diesjährigen Martinsfest vom Sonntag, 12. November singt die Schola Romana Lucernenis in der katholischen Kirche. Als Ehrengäste sind die Kirchenpflege und das Mitarbeiter-Team der reformierten Schwesterkirche Meilen eingeladen.

  • Die Schola Romana Lucernensis pflegt den gregorianischen Gesang.

  • Die Gründung des Klosters Einsiedeln geht zurück auf den Heiligen Meinrad von Einsiedeln (797-861). Fotos: zvg

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Die Schola Romana Lucernensis widmet sich der Gregorianik seit 1971. Das notwendige Wissen und Können in Stimmführung und Interpretation erhielten die Sänger von ihrem langjährigen Mentor und Leiter Pater Roman Bannwart, Choralmagister des Klosters Einsiedeln, international bekannter Experte in Gregorianik und langjähriger Dozent an der Akademie für Schul- und Kirchenmusik Luzern und an den Universitäten von Zürich und Bern.

Im In- und Ausland gestaltete die Schola liturgische Feiern und Konzerte, so auch mit dem Dirigenten Nikolaus Harnoncourt. Sie gilt als die erfahrenste und beste Schola der Schweiz im Geiste von Einsiedeln. Kürzlich an Allerheiligen feierte die Schola mit dem Abt von Einsiedeln die ökumenische Feier im Grossmünster Zürich.

Joseph Auchter aus Meilen ist es zu verdanken, dass dieser herausragende gregorianische Gesang im Dialog mit dem Saxophonisten John Voirol in Meilen zu hören ist. Auchter war an der Uni Zürich als Student anfangs der 1970er-Jahre Gregorianik-Schüler von Roman Bannwart. 

In Meilen gelangen Stücke aus dem Codex Einsidlensis 121 aus dem 10. Jahrhundert und aus dem Officium Sancti Nicolai zur Aufführung. Heinrich von Gundelfingen widmete sie im Jahr 1488 Niklaus von Flüe (1417–1487), den er um 1480 im Flüeli Ranft besucht hatte.

Das ist insofern bedeutsam, als die Kirche in Meilen lange Zeit mit dem Kloster Einsiedeln verbunden war. Am 23. Januar 965 übertrug Kaiser Otto I. dem noch jungen, 934 gegründeten Kloster Einsiedeln die Meilemer Kirche. Bis am 20. Februar 1819 setzte der Abt von Einsiedeln auch die reformierten Pfarrherren in Meilen ein, besoldete diese und sorgte für die Instandhaltung der Pfarrgebäude sowie für das Chordach der Kirche. Das Kloster konnte dafür über die Einkünfte aus dem Zehnten der Pfarrpfründe verfügen. Zum Martinsfest sind die reformierte Kirchenpflege und das reformierte Mitarbeiter-Team als Ehrengäste eingeladen. 

Nach dem Gottesdienst, bei dem auch die Fünftklässler mitwirken, wird ein feines Mittagessen im Martinszentrum serviert – für alle, die reserviert haben, und darüber hinaus, solange es Platz hat.

Für die Kleinsten gibt es ab 10.30 Uhr eine Chinderhüeti im Jugendraum, ab 12.30 Uhr wird für die Kinder und Jugendlichen ein lustiges Unterhaltungsprogramm mit vielen Spielen angeboten.

Martinsfest, Sonntag, 12. November, 10.30 Uhr, katholische Kirche Meilen.

 

 

xeiro ag