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Ein Leben für die Fotografie, die Rega und die Berge

Am Samstag, den 9. Dezember feiert Friedli Engesser seinen Geburtstag zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern.

  • Friedli Engesser hatte schon als kleiner Bub Interesse an Fotoapparaten. Foto: MAZ

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In Zürich-Wiedikon aufgewachsen, hatte Friedli Engesser schon als «chliine Chnopf» eine Affinität für Fotoapparate, deshalb lag es nahe, dass er eine Fotografenlehre absolvierte, und zwar bei Michael Wolgensinger. Im Anschluss daran besuchte er die Kunstgewerbeschule und machte hernach ein Volontariat bei E.A. Heiniger.

Ab 1950 hatte Freidli Engesser ein eigenes Atelier für Fachfotografie, wo er sich vornehmlich mit Flug- und Industrieaufnahmen, Werbung und Tonbildschauen befasste. Zudem realisierte er diverse Reportagen für die SBB, nahm an der internationalen Foto-Biennale in Venedig teil und war Mitarbeiter der «Revue Schweiz» der Schweiz. Verkehrszentrale. 1959 erstellte er einen Bildband über den Gletscher- und Rettungsflieger Hermann Geiger, der später dann auch sein Fluglehrer war. Der Gletscherpilot Fredy Wissel hatte einmal eine Motorpanne auf dem Pers-Gletscher im Engadin und musste von Hermann Geiger, der dafür extra aus dem Wallis kam, abgeschleppt werden, was eine fliegerische Glanzleistung darstellte. Zwischen Fredy Wissel und Friedli Engesser bestand eine enge fliegerische Zusammenarbeit.

An der Expo 1964 in Lausanne realisierte Friedli Engesser im Auftrag der Schweiz. Verkehrszentrale Aufnahmen mit einer 360°-Panorama-Kamera; die Aufnahmen wurden in einer Kuppel über 57 Projektoren wiedergegeben. Er machte Kalender für das damalige Chemie-Unternehmen Ciba-Geigy und war Mitarbeiter bei verschiedenen Foto-Büchern. Er war u.a. beteiligt am grossen Bildband «Panorama Schweiz», am «Tagebuch» zum 30. Jubiläum der Rega sowie am Bildband «Destination Patient», der in enger Zusammenarbeit mit Hans-Peter Kurz entstand. Für die Rega machte er immer wieder Aufnahmen für Ausstellungen, Tonbildschauen und Instruktionsaufnahmen. Er hatte Einsätze in Ambulanz-Jets und Helikoptern und war Autor des Bildbandes «40 Jahre Rega». Ausserdem fungierte er als freier Mitarbeiter für die Schweizer Berghilfe sowie für den Oerlikon-Bührle-Konzern. Er arbeitete immer wieder für die SBB, die damalige PTT, die Therma Schwanden, für die Swissair und für den «Blick». Zudem war er Fotograf im Armeestab. Unwahrscheinlich vielseitige Arbeiten und Einsätze – und trotzdem betrachtet sich Friedli Engesser als Handwerker, der als Fotograf immer einer Idee dient, dies zur Erfüllung einer ihm gestellten Aufgabe.

Im Ortsmuseum Meilen fand vor ein paar Jahren eine Ausstellung statt unter dem Titel «Fotografie in Meilen», worüber die Zürichsee-Zeitung schrieb: «Glanzpunkte sind die Aufnahmen von Friedli Engesser, die in ihrer Vollendung an die beste Zeit der Schweizer Fotografie erinnern. Wer dieses Gesicht des alten Mannes gesehen hat, gekerbt wie eine Landschaft, vom Leben mit tiefen Furchen durchzogen, oder das Bild des Hufschmieds sowie dieses Jungen, der gerade den Kohlensack auf seine Schultern schwingt, wobei sich jeder Muskel auf dem Oberkörper abzeichnet, der wird diese Fotos wohl nie vergessen.»

Im Jahr 1952 heiratete Friedli Engesser seine Sandkastenliebe Ly, die sich auch zur Fotografin ausbilden liess und ebenfalls die Kunstgewerbeschule besuchte. Zusammen arbeiteten sie später an verschiedenen Projekten und entwickelten die Fotos und Filme noch selbst. Friedli Engesser erwähnt schmunzelnd, dass sie öfters zusammen in der Dunkelkammer waren, die von aussen nicht geöffnet werden konnte…

Der Ehe entsprangen zwei Kinder. Sohn Urs ist Rega-Pilot, Tochter Christa arbeitet in der Arztpraxis ihres Ehemannes in Sils-Maria. Der Sohn war übrigens der erste Flugschüler seines Vaters. Gemeinsam waren die beiden einige Male in Alaska, wo sie Fischer an verschiedene Destinationen flogen und Friedli Engesser noch das Brevet für Wasserflugzeuge machte.

Nicht zuletzt wegen seiner Frau Ly, die bündnerische Wurzeln hat, hat er eine ganz spezielle Beziehung zum Bündnerland, und infolge der Fliegerei entwickelte er natürlich auch zu den Bergen eine innige Liebe.

Wir wünschen Herrn Engesser einen ganz schönen 90. Geburtstag im Kreis seiner Familie sowie weiterhin alles Gute für Gesundheit und geistige Vitalität!

xeiro ag