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Dressurpremiere auf dem Pfannenstiel

Erstmals führte der Reitverein Zürichsee rechtes Ufer (RVZrU) am ersten Septemberwochenende reine Dressurtage durch – und die Anlage auf dem Pfannenstiel präsentierte sich am Sonntag von ihrer schönsten Seite.

  • Pferdesportanlage auf dem Pfannenstiel

    Die Pferdesportanlage auf dem Pfannenstiel präsentierte sich den Dressurreitern am Sonntag von ihrer schönsten Seite. Foto: zvg

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Dressurprüfungen locken meist nicht allzu viel Publikum an. Zu kompliziert sind die Regeln, nach denen Pferde und Reiter benotet werden, zu wenig Action bietet der Sport dem Laienpublikum. Selbst auf internationalem Niveau kommen halbleere Stadien vor. 

Nicht zuletzt dank des Wetters, das viel besser war als befürchtet, mussten die Aktiven auf dem Pfannenstiel vergangenen Sonntag aber nicht vor leeren Rängen reiten, sondern durften ihre Kunst einem interessierten und dankbaren Publikum jeden Alters zeigen. Grauhaarige Experten vertieften sich in die Startlisten und verglichen die erreichten Prozentpunkte, derweil kleine Kinder über die Anlage tobten und stolz ihre Steckenpferde ausführten.

Ein halbes Jahrhundert Altersunterschied

56 Jahre trennten am Sonntag die älteste Teilnehmerin der L-Prüfungen von der jüngsten. Seit sie 1964 die Lizenz erworben hat, reitet die Grüningerin Barbara von Grebel auf regionalen, nationalen und internationalen Turnieren, seit 1977 führt sie ihren Reitbetrieb. Unzählige Schweizer Meisterschaften, aber auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen von Atlanta 1996 geben Auskunft über ihr beeindruckendes Können, das sie mit einem 3. und einem 5. Rang am Sonntag auf dem Pfannenstiel gleich nochmals unter Beweis stellte. 

Gerade einmal elf Jahre alt war die jüngste Teilnehmerin des L14 am Sonntag, Antonia Winnewisser aus Wattwil, die mit zwei Ponys angereist war und diese mit verblüffender Abgeklärtheit durch die Programme führte. Am Samstag durfte sie den Platz mit dem erst sechsjährigen Hengst Pav Nobility als Siegerin im GA05 verlassen, in den L-Prüfungen sammelte sie wertvolle Wettkampferfahrung, musste sich aber in der Rangliste hinter den auch aus entfernteren Ecken der Schweiz angereisten Profis und routinierten Amateuren einreihen.

Es war nicht das letzte Mal

Die prächtige Pferdesportanlage auf dem Pfannenstiel hat bewiesen, dass sie sich nicht nur für den Springsport eignet. Der Sandplatz hielt jeglicher Wetterunbill stand und bot beste Bedingungen. Am Sonntag nutzten die Aktiven auch den grossen Grasplatz zum Aufwärmen ihrer Pferde und fanden für diesen nur lobende Worte. OK-Präsidentin und Vereinspräsidentin Christine Honegger aus Stäfa zeigte sich mit der Premiere zufrieden: «Wir dürfen auf eine sehr gelungene Veranstaltung zurückblicken. Wir haben zum ersten Mal reine Dressurtage durchgeführt. Es war aber sicher nicht das letzte Mal.»

Vereinsmitglieder am Start

Auch Vereinsmitglieder des RVZrU waren am Wochenende am Start. In den GA-Prüfungen vom Samstag erritt Barbara Bögli aus Uerikon mit Lio III zwei sechste Ränge. Die beiden anspruchsvollen L-Prüfungen am Sonntag entschied beide die Berufsreiterin Melanie Hofmann aus Willadingen mit dem erst 5-jährigen Schweizer Warmblutwallach GB Dolcino im Besitz von Christina Ernst aus Bubikon für sich. 

Klassierte Reiter aus der Region

GA03: 6. Ex. Barbara Bögli, Uerikon, Lio III, Florence Hofmann, Feldmeilen, Konstantin II CH. GA05: 6. Barbara Bögli, Uerikon, Lio III. L12: 5. Barbara von Grebel, Grüningen, Hello Blue CH. L14: 3. Barbara von Grebel, Grüningen, Hello Blue CH. 6. Vanessa Waibel, Grüningen, Doran Blue CH.

xeiro ag