Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen

Das Kirchgassfäscht wurde zur Sommerparty

Alt eingesessene Meilemer wissen: Am Kirchgassfäscht kann es auch mal giessen wie aus Kübeln oder kühl sein wie im Herbst. Letzten Samstag aber war der Hochsommer zu Gast.

  • Das Kirchgassfäscht-OK: Ueli Merz (Attraktionen, Musik), Stephan Krauer (Attraktionen, Infrastruktur), Hélène Iff (Gastronomie), Priska Lutta (Präsidentin), Sandra Hagmann (Attraktionen, Bands), Erika Schneider (Buchhaltung), Markus Sauter (Infrastruktur), v.l. Nicht auf dem Bild ist Karin Halim (Website, Kommunikation). Fotos: MAZ

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Pünktlich zum zehnten Geburtstag des Meilemer Strassenfests in der Kirchgasse strahlte die Sonne den ganzen Tag vom wolkenlosen Himmel und sorgte für Ferienstimmung. Kinder jagten auf der Kirchenwiese Seifenblasen hinterher oder liessen sich ein temporäres Tattoo auf den Arm sprayen, ein Zauberer zeigte Kartentricks, der Stelzenmann mit der gestreiften Hose verteilte Rosen, und vom Kirchturm konnte man anlässlich einer Führung die Sicht über den See geniessen. 

Mitte Nachmittag hatte es zwar der Hitze wegen etwas weniger Besucher als auch schon, dafür kamen sie später umso zahlreicher. «Die Leute schauten nach der Badi vorbei und blieben bis spät in der Nacht», sagt OK-Chefin Priska Lutta zwei Tage nach dem Fest. Sie ist mit der Variante «Kirchgassfest als Sommerparty» sehr zufrieden: Bis um ein Uhr nachts wurde vor der grossen Bühne getanzt, wo Jürg Bruhin mit Band und Gastsängern auftrat und mit Hits der letzten vierzig Jahre für Stimmung sorgte,  und die Angebote der diversen Ess-Stände und der Bar waren am Abend sehr begehrt. 

Auch der anlässlich seines 500. Geburtstags mit wechselnden farbigen Motiven beleuchtete Kirchturm war ein Highlight und immer wieder einen bewundernden Blick wert. Kurz nach elf Uhr zeigten schliesslich Andreas Schwarzer und seine Partnerin ihre poetisch-akrobatische Herz-Feuer-Show mit fliegenden flammenden Keulen und Feuerbällen – samt der lodernden Zahl 10 auf der Kirchenwiese.

Das Zwanzigste im Blick

Das Geheimnis des Kirchgassfäscht? «Eifach chli höckle, Zeit im Dorf verbringen, die Leute mögen das. Ich bekomme gute Rückmeldungen», freut sich Priska Lutta. Sie kann sich inzwischen sogar vorstellen, in zehn Jahren «das Zwanzigste» zu feiern – am liebsten mit dem aktuellen OK: «Es ist genial, wie jeder seine Sache toll macht und sich engagiert. Wenn du machst, was dir liegt, machst du es eben gern und deshalb gut», erklärt sie die Harmonie im Team und die problemlosen Vorbereitungsarbeiten.

Fahrt entlang dem Ufer

Vor dem Strassenfest fand der Begegnungstag statt, der wie immer kurz nach Mittag auf der Fähre begann. 280 Einwohnerinnen und Einwohner von Meilen –  rund 220 von ihnen neu zugezogene Meilemer – fuhren auf dem Fährschiff «Schwan» entlang dem Ufer bis zur Gemeindegrenze zu Uetikon und dann seeabwärts bis zur Gemeindegrenze zu Herrliberg. 

Nebst prächtiger Aussicht auf die Gemeinde und einem Glass Weissen wurden Informationen aus erster Hand von Ur-Meilemern wie Historikerin Susy Brupbacher Wild, Landwirt Ueli Dolder und Gemeinderat Thomas Steiger serviert, ausserdem sprachen der katholische Pfarrer Othmar Bischof und der Schul-Rektor Jörg Walser.

Damit konnten sich die Neuzüger ein erstes umfassenderes Bild von ihrem Wohnort machen, und auch alt eingesesene Meilemer erfuhren Neues. Die Fährefahrt wird übrigens immer beliebter: Erstmals wurde die Kapazitätsgrenze von 300 Passagieren beinahe erreicht.

HGM-Rucksack als Geschenk

Anschliessend an die fast zweistündige Tour auf dem Wasser wartete auf die Passagiere schon der nächste Punkt im Verwöhnprogramm: Mitglieder des Handwerks- und Gewerbevereins (HGM) verteilten an der Fähre-Lände Stoff-Rucksäcke mit Gutscheinen von Meilemer Detaillisten und Handwerkern, kleinen Geschenken und Müschterli. Die 150 Rucksäcke waren im Nu weg. Die nächste Ration «Bhaltis» wartete dann schon an der Schulhausstrasse, wo sich die Meilemer Vereine mit Marktständen vorstellten.

xeiro ag