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Ölbilder und Keramikobjekte im Ortsmuseum

«Krucker und Henner» und ihre Werke

Eine stimmige Sache

Sie kennen sich seit Jahren, stellen aber zum ersten Mal gemeinsam aus: Die beiden Künstler Hans Heinrich Schrumpf aus Wil und Max Krucker aus Winterthur. Vom Ambiente des Ortsmuseums sind beide begeistert.
Nachdem er vor einiger Zeit selber eine Ausstellung im Ortsmuseum besucht hatte, wandte sich Keramik-Künstler Max Krucker an Kustos Dölf Brupbacher und erkundigte sich nach einer Möglichkeit, an der Kirchgasse auszustellen – am liebsten gemeinsam mit Hans Heinrich Schrumpf. Jetzt ist es soweit: Noch bis Ende März präsentieren die beiden ihre Werke der Öffentlichkeit.

Bilder wie Tagebücher
«Die Arbeiten kommen wunderbar zur Geltung, die Atmosphäre stimmt auch» stellt Maler Hans Heinrich Schrumpf – Künstlername Henner – zufrieden fest. Das ist dem 73-Jährigen wichtig, weil die Bilder «ein Teil von mir sind»: Er malt, wie andere Tagebücher schreiben, und das schon seit seiner Jugendzeit. Die ausgestellten Bilder sind denn auch in einer Zeitspanne von 30 Jahren entstanden und stammen aus einem gut gefüllten Fundus. Mehr als 50 der meist farbenfrohen Werke sind zu sehen und zu kaufen, Henners Künstlerkollege Max Krucker bringt es gar auf 209 ausgestellte Objekte.
Max Krucker (76) modelliert «erst» seit Abschluss seiner beruflichen Tätigkeit. Seither aber setzt er sich intensiv mit der Materie Ton auseinander und dabei auch mit verschiedenen Brenn- und Glasurtechniken. Am meisten entspricht ihm die alte, fernöstliche Rakutechnik, bei der die Objekte mit ihren Haarrissen und ihrer teilweisen schwarzen Färbung der Glasur eine spezielle Lebendigkeit ausstrahlen.

Bewusst gewählt: falsche Perspektive
Die Ölbilder von Hans Heinrich Schrumpf, einem ehemaligen Swissair-Manager, vereinigen sich im Erdgeschoss der Ausstellung mit Max Kruckers Objekten zu attraktiven Arrangements, im Gewölbekeller bilden Gouachen und Keramik ein stimmiges Ensemble. Henner malt nur Gouachen und Ölbilder, Acryl oder Aquarell hat ihn nie gereizt. Struktur dagegen mag er in seinen Bildern: Er mischt oft Sand mit Dispersion, grundiert so das Bild, zeichnet vor und verwendet erst dann die Ölfarbe.
Die Bilder entstehen in einer alten Scheune, in der er sein Atelier eingerichtet hat. Henner ist weder einem bestimmten Stil noch einer gleichbleibenden Maltechnik verpflichtet, konstantes Leitmotiv ist dagegen «die Abbildung innerer Befindlichkeiten und die Verbindung von real Erinnertem mit abstrakten Wunschvorstellungen» – eine Art Meditation.
Auch die manchmal absichtlich «falschen» Perspektiven und die «verbotenen» Farbkompositionen sind Ergebnis dieser Meditation. Zu jeder seiner bisher zehn Ausstellungen musste er sich bisher «selber überreden». Bereut hat er es nie. «Ich freue mich, wenn eines meiner Bilder die Kraft hat, auch andere Betrachter nachhaltig anzusprechen.»
Viele Unbekannte bis zum grossen Moment
Auch Max Krucker modelliert «aus dem Kopf». Manchmal sehe er etwas, und dann reize es ihn halt, es dreidimensional nachzbilden. «Eine wunderbare Erfahrung» nennt er diesen Prozess, auch wenn seine Kunstwerke oft nicht beim ersten Mal gelingen und mehrere Versuche notwendig sind, bis ein zufriedenstellendes Resultat erreicht wird.
Die Rakutechnik birgt viele Unbekannte, der aufregendste Moment ist der, wenn die Objekte nach der Abkühlung vom schützendem Sägemehl befreit und gereinigt werden. Erst dann wird sichtbar, ob das Ergebnis die Erwartungen erfüllt.
Max Krucker gestaltet am liebsten Menschen oder Tiere wie Hunde, Vögel, Kühe, Enten… im Ortsmuseum sind beispielsweise eine charmante Katze oder ein stolzer Windhund zu sehen. Auch Gebrauchskeramik wie Gefässe, Dosen oder Vasen sind zu bewundern und zu kaufen.
Die Ausstellung im Ortsmuseum, Kirchgasse 14, Meilen, dauert noch bis 29. März. Künstlerapéro: Sonntag, 15. März ab 14 Uhr. Finissage: Sonntag, 29. März ab 14 Uhr. Achtung, neue Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag 14 bis 17 Uhr.
(ch/ka)



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