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Drei Herren aus Meilen stellen im Ortsmuseum aus und zeigen ganz unterschiedliche Kunst: Fotos, Gemälde und Collagen.
Die Vernissage der drei Künstler Thomi Flück (Fotos), Hans Streuli (Gemälde) und (Walter Hugelshofer (Collagen) zog am letzten Freitag über hundert Gäste an. Bea Neururer vom Stiftungsrat des Ortsmuseums zeigte sich erfreut: «Die Mischung ist offenbar gelungen», stellte sie zufrieden fest. In der Tat ergänzen sich die Werke der drei Männer oft zumindest farblich, und inhaltlich darf natürlich jeder das in ihnen sehen, was ihm am besten entspricht – Verbindendes oder Trennendes.
Räumlich sind die drei auf jeden Fall fein säuberlich auseinanderzuhalten: Im Kellergewölbe finden sich links die Fotos von Thomas Flück, rechts die Collagen von Walter Hugelshofer. Das Erdgeschoss gehört ganz den Öl-, Ölpastell- und Acrylbildern des ehemaligen Meilemer Zahnarztes Hans Streuli, geboren 1930.
Malen direkt in der Natur
Obwohl – oder weil – es für Streuli die erste Ausstellung ist, kann er aus dem Vollen schöpfen und nur seine, wie er sagt, «besseren Werke» zeigen. Entstanden sind die Berggipfel, Naturstudien und Stillleben nach der Pensionierung, also ab 1997. Hans Streulis Leidenschaft für die Berge ist so gross, dass er immer wieder mit Malutensilien und Zelt losmarschierte, um Berge im Glarnerland oder im Engadin direkt in der Natur zu malen. Und auch am Pfannenstiel fand er Motive: Eines seiner Lieblingsbilder ist ganz in Schwarzweiss gehalten und trägt den Titel «Der grosse Schnee Pfannenstil I». Zwei Tage lang habe er in jenem schneereichen Winter 1999 malenderweise im Schnee auf einem Schemeli vor den grossen Tannen gesessen, erzählt Streuli. «Und danach hatte ich eine Kieferhöhlenentzündung», brummt er, «aber das war’s wert.»
Bewegung in der Fotografie
Im Gegensatz zu Hans Streuli ist Fotograf Thomi Flück, geboren 1963, als Künstler in Meilen kein Unbekannter: Seine bekanntesten Projekte «Wir sind Meilen» und «Werkstatt Meilen» mit Fotos von Menschen aus dem Dorf waren kürzlich in der Seeanlage zu sehen.
Im Ortsmuseum zeigt er nun etwas Neues: Ein «Bilderrätsel aus Meilen». Die Fotos zeigen bekannte und unbekannte Ansichten von Meilen, manchmal leicht zu erkennen, wie der Bushof, manchmal schwierig zuzuordnen, wie das Feuerwehrgebäude an der Bruechstrasse. Allen gemeinsam ist, dass sie verschwommen und verzerrt sind, fast wie Gemälde wirken.
Thomas Flück versuchte, das Wesentliche jedes Sujets durch Bewegung zu betonen. Die Bilder (zu sehen und zu bestellen auch online auf www.actinia.ch) wurden mit einer Spiegelreflex-Digitalkamera aufgenommen und sind weder nachbearbeitet noch eingefärbt worden, auch wenn es so wirkt. «Das Einzige, das sich über Fotografie sagen lässt, ist, dass sie nie die Wirklichkeit wiedergibt», sagt Flück.
Ideen- und Gedankensplitter
Seine eigene Wirklichkeit präsentiert auch Werber und Grafiker Walter Hugelshofer, geboren 1947. Viele Hundert Collagen entstanden in den letzten 40 Jahren, eine Auswahl davon hängt jetzt im Ortsmuseum. Zum Teil basieren sie auf Kindheitserlebnissen, zum Teil auf aktuellen Gedankensplittern oder Blitzideen. Und Hugelshofer, der zum ersten Mal öffentlich ausstellt, kann zu jedem Werk etwas erzählen. Zu «Stop» etwa, das eine Hand zeigt, die über dem Meer schwebt und eine Spraydose hält. Die Collage entstand als Reaktion auf die zunehmende Wasser- und Luftverschmutzung «schon 1977, also lange vor Al Gore», schmunzelt Hugelshofer. Seine Werke gibt es auch im Internet zu sehen, unter www.waswar.ch, kann man sie auch fertig als wertige Colorprints samt Aufhängevorrichtung bestellen.
Ausstellung noch bis 21. März
Die Vernissage der drei Künstler wurde von drei exzellenten Musikern begleitet. Grünwald/Ramseier/Weber spielten im Gewölbekeller Jazziges und ernteten oft spontanten Applaus. den Apéro nahmen die Gäste dann im zweiten Stock des Ortsmuseums ein.
Die Ausstellung im Ortsmuseum Meilen, Kirchgasse 14, dauert noch bis am 21. März. Öffnungzeiten: samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.