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Max Lässer und sein «kleines Überlandorchester» im Leuen

Virtuosität im knackigen Zusammenspiel: Max Lässer (links) mit seinem «kleinen Überlandorchester»

Mit Sinn für helvetische Sentimentalitäten

 

Max Lässer an Gitarre und Lap Steel, Töbi Tobler am Hackbrett, Philipp Küng an e-Bass und e-Kontrabass und Markus Flückiger am Schwyzer Örgeli: So präsentiert sich das verkleinerte Ensemble des «grossen Überlandorchesters». Lüpfige Ländler, stampfende Polkas, eine Fülle an Klangfarben und viel Platz für musikalische Ausflüge und Improvisationen bot das Programm. Bei Max Lässer bedeutet «Überland» die Auseinandersetzung mit unserer eigenen Musik, der Musik des Alpenraumes: eng und weit, knorzig und luftig – ganz wie die Landschaft, in der sie entstand. Die 2002 publizierte Sammlung der Volkskundlerin Hanny Christen mit über 10'000 Schweizer Melodien hat dem virtuosen Akkordeonisten Markus Flückiger und dem Gitarristen Max Lässer viel Material geliefert. Diesen reichen Fundus ergänzen sie mit originellen Überland-Eigenkompositionen und viel Improvisation.

 

Zusammenspiel in Schweizer Volksmusikgut

Nach der kurzen Begrüssung von Melanie Bischofberger kamen die Protagonisten ohne Umschweife zur Darstellung des mit «Aller Anfang ist schwer» betitelten Stücks, dem ersten  von 18 Titeln. Die von den vier Vollblutmusikern nacheinander übernommene Thematik wirkte allerdings keineswegs mühselig, bot aber einen betont ruhigen Einstieg in den Abend. Damit kontrastierte in Folge «Alpesüüdsiite» aufs Beste: Italianitá in südschweizerischem Gewand vermochte die Zuhörerschaft zu begeistern. Die vier Herren bewiesen schon hier ihre Fähigkeiten: Virtuosität, wo angebracht, knackiges Zusammenspiel und feiner Sinn für – unübertriebene – helvetische Sentimentalität.

 

Eine Vorliebe für Polkas

Markus Flückigers Geschichte Max Lässer führte mit Mikrophon locker durch den Programmreigen, verwies als erstes auf der Gruppe Vorliebe für Polkas. Selbstverständlich war anschliessend eine solche zu hören: «Hasliberger Polka» hiess der Titel in gemässigtem Tempo. Einen ersten Einblick in den Werdegang von Markus Flückiger am Schwyzer Örgeli bot «dä Schiitbock»: In der  zweiteilig angelegten Komposition  konnte sich der Angesprochene total in seinem Melodiegut ergehen, wurde dabei vom zeitweise perkussiv traktierten Hackbrett und dem die Griffbrett-Länge seines Lap Steels voll auslotenden Bandleaders Lässer und feinem Bassfundament von Kollege Philipp Küng begleitet. Flückigers Werdegang konnte in der Folge – locker zwischen die anderen Titel eingestreut – aufs Vergnüglichste verfolgt werden: Muothatal, Luzern und  Schwyz sind die Stationen. Schweizer Thematik (fast) über alles: Groove und MelancholieAuf alle Titel einzugehen, sprengt den Rahmen. Erwähnenswert aber sind Titel der Einzelnummern und die Art und Weise, wie sie geboten wurden. Berichtet «Iigschneit» naturgemäss von Alleinsein in winterlichem Umfeld, fühlte man sich im virtuos gebotenen «Familie Tell» schon fast in «kahler Gasse». Die – im Gegensatz zum zürcherisch-badischen Nebel wolkenfreie – Luft des Prättigaus, war trotz Saalwärme real zu spüren.  Das exzellente Bass-Solo des ansonsten dezent agierenden Philipp Küng faszinierte restlos! Dass auch «unsere» Musik nicht ohne Fremdeinwirkung hat bleiben wollen, wurde im Lied «s’Bärbeli» klar: Man sah sich in der sonnigen Provence flanieren, derart gelungen kam die gebotene Melancholie daher.


Zwei Zugaben im warmen Abendsaal
Das abschliessende «Vaischellas» (eine Bündner Süss-Speise) mit seiner absolut faszinierenden Stretta-Coda bewirkte, dass das Publikum kaum zu halten war: Tobender Applaus und Stampfen folgte. Mit zwei Dreingaben («Hackbrett-Walzer» und «Voralpeglüe») verabschiedeten sich die verdienten Künstler auf das Sympathischste. Der Ausstieg aus der Wärme des Abendsaals in den winterlich-kalten Heimweg fiel nicht leicht!
Auf die nächste Veranstaltung der Mittwoch Gesellschaft Meilen darf man schon heute gespannt sein: Im Anschluss an die Mitglieder-Versammlung vom 24. März gastiert die berühmte Flamenco-Tänzerin Katja Campanile im Löwensaal.


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