AZ Meilen · Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Jubilarenabend im «Löwen»
Am Donnerstag, 1. Dezember fand im Löwen der alljährliche Jubilarenabend der Gemeinde statt. Der Musikverein Meilen als Hauptorganisator sorgte – auch mit musikalischer Begleitung – dafür, dass der Abend rund über die Bühne ging.
Die Musiker zeigten unter der Leitung von Dirigent Wüthrich eine hervorragende Leistung, wie sich die Gäste einig waren. Passend zur Adventszeit waren die Tische geschmückt mit Tannästen, Mandarinen und spanischen Nüssen. Der silbrig funkelnde Weihnachtsbaum im Jürg Wille-Saal des Restaurant Löwen verlieh dem Ambiente das gewisse Etwas.
Charmanter Gemeindepräsident
Eine kurze Begrüssung durch Gemeinderat Beat Hodel läutete den offiziellen Start des Abends ein. Gleichzeitig wurde dann auch die Vorspeise, eine Kürbissuppe, serviert. Etwas später am Abend wurden die über 110 Gäste, alle 80-, 85-, 90- jährig oder älter, von Gemeindepräsident Christoph Hiller mit einer Rede begrüsst. Neben Hiller und Hodel war auch Gemeindeschreiber Didier Mayenzet als offizieller Vertreter der Gemeinde anwesend.
In seiner Ansprache machte Hiller den Anwesenden ein Kompliment. «Wenn ich so in die Runde schaue, zweifle ich daran, dass Senioren-Abend der richtige Ausdruck ist», meinte er, gab aber mit einem Augenzwinkern zu, dass das Publikum schon etwas anders aussehe als bei der Jungbürgerfeier. Er habe sich sehr auf den Abend gefreut, denn es sei schön, neben all den Sitzungen doch noch die Möglichkeit zu haben, mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten. Mit den besten Wünschen für die kommende Advents- und Weihnachtszeit, wie auch fürs neue Jahr und den restlichen Abend übergab er wieder dem Musikverein.
Es «funkte» auf der Donau
An dieser Stelle ist zu sagen, dass auch dieses Jahr wieder ganze Arbeit geleistet wurde. Der Jodelclub Heimelig konnte zwar nicht auftreten – es waren zu viele Clubmitglieder abwesend –, trotzdem übernahm er den sehr beliebten Chauffeur-Dienst für diejenigen, die nicht selber anreisen konnten.
Schön war auch, dass an allen Tischen angeregt geplaudert wurde. Eine hübsche Geschichte konnten die Meilemerin Tildi Neururer (82) und Hans Müller (92) mit den Gästen an ihrem Tisch teilen. Nämlich, wie sie sich kennen und lieben lernten. Es war eine Zufallsbegegnung, welche die beiden Senioren, beide verwitwet, vor einigen Jahren zusammenführte. Auf einer Donauschifffahrt wurden sie an denselben Tisch gesetzt, und es «funkte» von Beginn weg. Die beiden verliebten sich noch in der gleichen Woche. Einziges Problem war, dass er in Biel und sie in Meilen lebte. Zwei Jahre lang mussten sie jeweils den weiten Weg pendeln, um trotzdem beieinander sein zu können. Als sie dann eine Schiffreise von Genua nach Rio de Janeiro unternahmen, wurde Hans Müller krank. Zurück in der Schweiz, wurde er im Spital Zollikerberg behandelt. Die Ärzte wollten ihn nur nach Hause lassen, wenn er jemand habe, der ihn pflegen kann.
Zwar hat Hans Müller eine Tochter, die in Basel lebt. Für die beiden Senioren war aber klar, dass sie keine Lust mehr hatten, zu pendeln. So entschieden sie sich dazu, von nun an gemeinsam in der Wohnung von Tildi in Meilen zu leben. Die beiden bereuen ihren Entscheid bis heute nicht. Sie sind der Beweis, dass man auch in hohem Alter die Liebe neu entdecken kann und sie einem wieder neue Lebenskraft schenken kann.