AZ Meilen · Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Erscheint jeden Freitag · Bahnhofstrasse 28, 8706 Meilen, Telefon 044 923 88 33 · info juhui.antispam@protection.nospam meileneranzeiger.ch

Neuer Schutzraum für Kulturgüter in Meilen
Unter der Leitung des Zivilschutzes der Region Meilen wurde ein Luftschutzkeller zum Kulturgüterschutzraum umgebaut.Sollten demnächst ein Krieg aus- oder Naturgewalten hereinbrechen: Meilen ist gerüstet. Zumindest, wenn es darum geht, wertvolle Kulturgüter aus der Gefahrenzone zu schaffen und sicher zu verstauen. Zu diesem Zweck hat der Zivilschutz der Region Meilen unter der Leitung von Major Alain Chervet den Luftschutzkeller aus den Fünfzigerjahren im EWM-Gebäude zum Kulturgüterschutzraum (KGS) umgebaut und saniert. Am Mittwoch, 4. November, fand die Eröffnungsfeier statt.Ein nicht ganz einfaches BauvorhabenDie operative Umsetzung des Vorhabens, das von Bund, Kanton und Gemeinde finanziert wurde (mit 94'000, 50'000 und 12'000 Franken), oblag Leutnant Roman Schmuki. Schmuki ist Stiftungsratsmitglied des Ortsmuseums Meilen und damit ein ausgewiesener Fachmann, was Kulturgüter und deren Schutz betrifft. «Als Kulturgut gilt, was aus der Vergangenheit stammt und von grosser Bedeutung für die Bevölkerung ist», erklärt er. Das können beispielsweise Bücher, Bilder oder auch sakrale Gegenstände sein. Diese Dinge wollen natürlich im Krisenfall so gelagert werden, dass sie unbeschadet weitere Jahrzehnte und Jahrhunderte überdauern. «Der Luftschutzkeller, so wie er ursprünglich war, hätte diesem Kriterium nicht entsprochen», sagt Schmuki. «Er war zu feucht, und die sanitären Installationen hätten beispielsweise bei einem Erdbeben bersten können.» Also musste umgebaut werden.Dieser Umbau war nicht ganz einfach zu bewerkstelligen, denn die über fünfzigjährige Bausubstanz war in einem schlechten Zustand. Aufwändige Sanierungsmassnahmen mussten vollzogen werden. Sämtliche Wasserleitungen wurden zurückgebaut, und alles, was für die Aufbewahrung von Kulturgütern nicht unbedingt notwendig war, entfernt. Von der ursprünglichen Bunker-Einrichtung (wie zum Beispiel Telefone) hängen heute nur noch Fotografien an den Wänden – auch eine Art Kulturgut, und Zeugnis einer sensiblen Art, mit diesem Stück Ortsgeschichte umzugehen.Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr ist zentralFür den Schutz von Kulturgütern ist nicht nur wichtig, dass diese sachgerecht aufbewahrt werden können. Schmuki erläutert: «Ein weiterer Bestandteil unseres Konzepts war die Koordination der Zusammenarbeit mit der Feuerwehr.» Sollte also beispielsweise in der Kirche brennen, wissen die Feuerwehrleute genau, welches die wichtigen Kulturgüter sind und wie diese in Zusammenarbeit mit dem Zivilschutz aus vor der Vernichtung gerettet werden können. An den Wänden des Schutzraums hängen zudem Schemata, die erklären, wie solche Einsätze abzulaufen haben.Fazit der Veranstaltung ist: Wer im Raum Meilen im Besitz von Kulturgütern ist, kann der Apokalypse und ähnlichen Grossereignissen gelassen entgegensehen: Seine Schätze – sofern sie denn für die Bevölkerung von grosser Bedeutung sind – ruhen beim Zivilschutz in sicheren Händen.