AZ Meilen · Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
Erscheint jeden Freitag · Bahnhofstrasse 28, 8706 Meilen, Telefon 044 923 88 33 · info juhui.antispam@protection.nospam meileneranzeiger.ch

Am Ende der Odyssee

Spielten das letzte Minigolfturnier auf der Hohenegg: v.li. Eric Jolly, Heinz Scherz, Hans Isler, Markus Schaefle, Walter Denzler, Felix Amman, Franz Romero, Urs Meier und Rolf Kaufmann

Klinik Hohenegg darf endlich bauen

Als führende Privatklinik muss sich die Hohenegg konsequent auf die Bedürfnisse ihrer Kundschaft ausrichten. Um diesem Anspruch zu genügen, wird die Klinik in zwei Etappen baulich ergänzt und erneuert. Der Bau darf durchaus als Jahrhundertprojekt gelten.
Genau so ausserordentlich wie das Vorhaben war auch der Spatenstich dazu am letzten Montag. Die Geladenen sahen nämlich davon ab, Erdreich aufzuwühlen und bespielten noch ein letztes Mal die alte Minigolfanlage, die demnächst dem Bauprojekt weichen muss. Der Verwaltungsdirektor der Klinik Hohenegg, Walter Denzler, sponserte den Siegerpreis, einen goldumrandeten Teller mit Süssigkeiten zur Stärkung des Siegerteams. Hans Isler, der Gemeindepräsident von Meilen, zeigte sich ehrgeizig und meinte, dass «der Preis diesmal also definitiv kein Wanderpokal ist und es sich darum lohnt, sich richtig ins Zeug zu legen.»
Einige der tonangebenden Herren stellten sich dann aber auf den Bahnen mangels Übung recht ungeschickt an, und es bleibt zu hoffen, dass es auf der Baustelle dann anders zu und her geht.

Bauprojekt in zwei Etappen
Konkret sieht das Projekt folgendermassen aus: In einer ersten Etappe wird ein Patientenhaus mit 17 Betten saniert sowie ein Neubau für Empfang, Gastronomie und Verwaltung erstellt. Der Bezug ist für Frühjahr 2011 vorgesehen. In einer zweiten Etappe wird in den Jahren 2011 und 2012 ein weiteres Patientenhaus für zwei Stationen mit insgesamt 25 Betten saniert. Das heutige Küchengebäude wird zum Therapiezentrum umgebaut und durch einen kleineren Neubau mit Physiotherapie-Einrichtungen ergänzt. Nach Vollendung des ganzen Bauprojekts verfügt die Privatklinik Hohenegg über 70 Betten und in allen Belangen über eine Infrastruktur, die dem gehobenen Standard entspricht.
Architekt Franz Romero erklärte: «Mit dem frei stehenden Neubau übernehmen wir das Pavillon-Konzept der Gründerzeit. Die Landschaft spielt so weiterhin die dominante Rolle, die sie bisher gespielt hat. Die langen Dächer und geschwungenen Dachlichter sind ebenfalls Elemente, die wir von der bestehenden Substanz abgeschaut und in die moderne Formensprache übersetzt haben.» Was das Material betrifft, so haben sich Romero & Schaefle Architekten AG für Hochwertiges entschieden, das mit der Zeit eine ästhetisch ansprechende Patina ansetzen und sich damit in das Bild der bestehenden Elemente einfügen wird.

Lange Vorgeschichte
Bereits 1993 hatte die Klinik, als sie noch öffentlich-rechtlich betrieben wurde, beabsichtigt, ihre Kapazitäten auszubauen. Daraus wurde zunächst nichts, weil auf kantonaler Ebene ein politischer Führungswechsel stattfand und anschliessend während sechs Jahren das neue Psychiatriekonzept des Kantons diskutiert wurde. 1999 nahm die Hohenegg dann den nächsten Anlauf zum Ausbau – und scheiterte 2004, als ihr beschieden wurde, sie sei ab sofort nicht mehr als staatliche Klinik zu betrachten. Ihrem Schicksal überlassen entschied sich die Hohenegg dennoch, ein Bauprojekt durchzuführen, und steht heute – nach einer Odyssee von mehr als 15 Jahren – hoffentlich vor dem endgültigen Spatenstich. Oder eben: Minigolfturnier.


Aus dem aktuellen Inhalt

  • Taufrische Infos am Industrie- und Gewerbezmorge

    «Wir sind für Ihre Anliegen da, und der Kontakt mit Ihnen ist uns etwas wert»: So charmant begrüsste Gemeindepräsident Christoph Hiller rund 70 Gäste aus Industrie und Gewerbe am vergangenen Dienstag frühmorgens um halb acht im «Löwen».
  • Wenn das Blümchen mit dem Phönix…

    Trollbeads lockt den Frühling aus dem Winterschlaf und heisst ihn mit einer hinreissenden Spring Collection willkommen. Ab heute Freitag bei Copenhagen an der Kirchgasse in Meilen erhältlich!
  • Für ihn braucht es eine neue Kategorie

    Der 90-jährige Jubilar Walter Brauchli ist geistig und körperlich topfit: Den letzten, 38. Zürcher Oberländer OL hat er im vergangenen September bestritten.
  • «Chönd Sie choche?»

    Die Frauenvereine Meilen laden alle Meilemerinnen und Meilemer ein zum Lustspiel der Seniorenbühne Zürich «Chönd Sie choche?» am 2. Februar im Löwen Meilen.
  • Debussy vs. Ravel

    Auf das den Kirchenraum zu gut drei Vierteln füllende Publikum wartete ein Programm von seltener Prägung.