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Energie-Informationsanlass lockte Hauseigentümer in den «Löwen»
Meilen trägt seit 2004 das Label «Energiestadt». Es wird vom Bundesamt für Energie verliehen und ist ein Leistungsausweis für Gemeinden, die eine nachhaltige kommunale Energiepolitik vorleben und umsetzen.
Dazu gehört auch die Förderung von Bauvorhaben, die eine Senkung des Energieverbrauchs von privaten Gebäuden zum Ziel haben. Unter dem Titel «Jetzt – energetisch modernisieren» werden darum Hauseigentümer dabei unterstützt, ihre Liegenschaften energietechnisch auf Vordermann zu bringen. Ein wichtiger Baustein dieser Initiative ist der Informationsanlass, der am zweiten September im «Löwen» stattfand.
Der Anlass stiess auf reges Interesse. «Seit die Ölpreise jüngst derart explodiert sind, hat die Sensibilität der Hauseigentümer gegenüber dem Thema Energieeffizienz stark zugenommen», meint Bettina Ebert Stoll, Energieberaterin für Meilen. Doch die Leute kommen nicht nur, weil sie ihr eigenes Portemonnaie schonen wollen. Viele möchten auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.
Stefan und Regula Jung, beispielsweise, die zu Hause Kinder im Alter von 14 und 17 Jahren haben, möchten «etwas dazu beitragen, dass nachfolgende Generationen eine heile und lebenswerte Umwelt antreffen». Die meisten Besucher haben aber keine klare Vorstellung davon, wie sie dieses Ziel erreichen sollen. Der Energie-Umbau ist eine komplexe Angelegenheit und will richtig geplant und durchgeführt sein.
In der Präsentation, welche von Jürg Herter (Gemeinderat, Präsident der Energiekommission), Alex Nietlisbach (Kantonales Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft) und Marc Achhammer (Zürcher Kantonalbank) gehalten wurde, kam dies auch klar zur Sprache: Mit einer gründlichen Planung lassen sich beachtliche Beträge einsparen. So ist es beispielsweise nur schon aus steuerlicher Sicht sinnvoll, das Bauvorhaben zu etappieren. Mit einer geschickten zeitlichen Einteilung kann die Bauherrschaft den Progressionseffekt der Investitionen optimal ausnützen.
Es stellt sich für den energetisch engagierten Hauseigentümer auch die Frage, welche Arbeiten in welcher Reihenfolge vorgenommen werden sollen. Grundsätzlich gilt: Bevor die Heizung ersetzt wird, sollten kleinere Optimierungen vorgenommen und die Gebäudehülle verbessert werden. Die kleineren Optimierungen schlagen mit wenig Kosten zu Buche und haben bereits einen substantiellen Einfluss auf die Energiekosten. Als Beispiel nannte Alex Nietlisbach den Einbau von Thermostatventilen und die Isolation der Keller- und Estrichböden.
Später wird die Isolation der Aussenhülle verbessert. Das geschieht unter anderem, indem eine rund 30 Zentimeter dicke Isolationsschicht auf die Hauswand aufgebracht wird. Erst nach Abschluss dieses Schrittes ist klar, wie viel Energie für das Heizen benötigt wird.
Die Anwesenden zeigten sich interessiert. Hauseigentümer August Scherrer meinte: «Was ich hier über Energierenovationen lerne, hilft mir wirklich weiter. Ich bin nämlich hier, weil in den nächsten Jahren meine Heizung 'fällig' wird und ich wissen will, wie ich sie am besten ersetze.» Bettina Ebert Stoll bestätigte: «Die meisten Leute sind hier, weil sie die Heizung ersetzen müssen und nach einem wirtschaftlich und ökologisch sinnvollen Weg suchen, dies zu tun.»
Glücklich ist, wer den Ratschlägen der Fachleute ohne weiteres folgen kann. Häufig ist das leider nicht der Fall, wie etwa bei Stefan und Regula Jung. Ihr Haus ist etwa 300 Jahre alt und steht in der Kernzone von Meilen. Eine Isolation der Böden im Inneren des Hauses ist kaum möglich, weil die Räume jetzt schon niedrig sind. Würde man nun noch 30 Zentimeter draufpacken, wäre der Alltag nur noch geduckt zu bewältigen. Nicht viel besser sieht es mit der Aussenhülle aus: Erstens ist das Haus denkmalgeschützt und zweitens würde eine dicke Isolationsschicht den Verkehrsfluss in den Gassen behindern. Immerhin: «Für eine Solaranlage auf dem Dach sollte es aber reichen», meinen die beiden.