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404 Menschen und ein Hund in der Seeanlage

Fotograf Thomi Flück (Mitte) im Gespräch mit interessierten Besucherinnen

Fotoausstellung «Werkstatt Meilen» eröffnet


In seinem neuesten Projekt zeigt Fotograf Thomi Flück über 400 Porträts von Menschen in Meilen bei der Arbeit. Eröffnet wurde die Open-Air-Ausstellung am Begegnungsfest.
Letztes Jahr waren es 1966 Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde, die Thomi Flück fotografiert hatte und deren Porträts dann allesamt in der Seeanlage ausgestellt wurden – ein Grosserfolg. Aus dieser ersten Ausstellung, die am ersten Meilemer Begegnungstag vor einem Jahr Premiere hatte, entstand sogar ein Fotoband.
Nun hat der Meilemer Fotograf seine Idee im Rahmen der Aktion «Ich bin Meilen» mit Unterstützung der Gemeinde weiterentwickelt. Ab Mitte März besuchte er mit seiner Kamera Meilemerinnen und Meilemer an ihrem Arbeitsplatz, hielt sie im Porträt und in einer typischen Arbeitssituation fest. Die Doppelporträts wurden ergänzt mit der Antwort auf die Frage: «Was bewirken Sie mit Ihrer Arbeit?»
405 Arbeitende nutzten die Gelegenheit, aus der Anonymität hervorzutreten und dem lokalen Erwerbsleben ein Gesicht zu geben. Zu sehen sind alle möglichen Berufsvertreterinnen und -vertreter, ohne Wertung und Priorisierung: Vom Glasmaler über den Tätowierer und Automechaniker über die Briefträgerin bis hin zum Kehrlichtlader, der Masseurin, der Personalvermittlerin – und sogar der Blindenführhündin. Letztere heisst Evita und «beherrscht 25 Kommandos, um ihren blinden Chef sicher zu führen».
Die Schwarzweiss-Fotos auf wetterfesten Forexplatten auf metallenen Kuben der Meilemer Burgschlosserei laden ein zum mehrfachen Flanieren und Entdecken. «Diesmal braucht es mehr als einen Blick», wünscht sich Fotograf Thomi Flück, «schauen Sie nicht nur das Porträt an, denken Sie nicht nur ‚den kenne ich ja’: Nehmen Sie sich die Zeit, die Arbeitsumgebung der Person zu entdecken.» So entsteht im besten Fall neben der Wechselwirkung zwischen dem Porträt und der Arbeitssituation auch eine Interaktion zwischen Betrachter und Fotografie – ganz im Sinn des Begegnungsfestes.
Alle Fotos wurden aus dem Blickwinkel des stillen Beobachters aufgenommen. Thomas Flück hat pro Tag vier bis sieben Personen besucht und jeweils mehrere Dutzend Fotos mit nach Hause gebracht. Viele der Aufnahmen gehen über das rein Dokumentarische hinaus und beweisen mit interessanten Bildkompositionen das solide Handwerk des Fotografen.
Ob auch die «Werkstatt Meilen» in Buchform erscheinen wird, ist offen. «Wir suchen noch Sponsoren», sagte Thomi Flück. Es besteht jedoch die Möglichkeit, bis zum Ende der Ausstellung am 27. September ein Buch zum Subskriptionspreis vorzubestellen, was zumindest darauf hindeutet, dass die Sponsorensuche erfolgversprechend scheint.
Das zweite Meilemer Begegnungsfest lockte nicht nur wegen der Ausstelllung, sondern auch dank Sonnenschein und angenehmen Temperaturen eine ganze Menge Menschen in die Seeanlage. Es gab Paella, Fischchnusperli, Raclette und Süsses sowie verschiedene musikalische Darbietungen. An Ständen präsentierten sich nach den morgendlichen Fährefahrten für Alteingesessene und Neuzuzüger verschiedene Meilemer Vereine und Institutionen. Und immer wieder machten sowohl Alt- als auch Neumeilemer Spaziergänge zwischen den Fotowürfeln: Es gibt für alle etwas zu entdecken.



Hardmeier

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