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Ein prächtiger Anblick: Das Meilemer Feuerwerk vom See aus gesehen

1. August-Feuerwerk

 

Es gehört seit einigen Jahren zur Nationalfeier wie die frühe, vormittägliche Festansprache: Das aufwändige Meilemer Feuerwerk wurde auch heuer auf dem See gezündet.
Der diesjährige 1. August trumpfte mit viel Sonne und heissem Sommerwetter auf. Was all jenen Freude
bereitete, die den Tag in der Badi
verbrachten und abends den Grill mit Bratwurst und Cervelat bestückten, war für den Meilemer Feuerwerks-Meister Daniel Manser ein Grund zur Sorge: Die über sechs Meter hohe, auf einem Drahtgitter befestigte Burgsilhouette, die dieses Jahr als Reminiszenz ans Meilemer Wappen dem ganzen Feuerwerk einen fest­lichen Hintergrund hätte liefern
sollen, wollte nicht so richtig brennen.

Das Paraffin begann zu schmelzen
«Es war tagsüber wohl zu heiss», vermutet Manser. Der als Umriss der Burg geformte Feuerzopf – in Paraffin getränkte, mit Schwarzpulver beschichtete und von einer Plastikhülle umgebene Seide – war durch Kondenswasser feucht geworden, das
Paraffin hatte zu schmelzen begonnen und tropfte auf den Boden, so dass die Burg am Ende statt zu lodern stundenlang schwach vor sich hin glomm. Das war aber auch die ein­zige Panne.
Abgesehen davon lief alles nach Plan, und die bunten Sujets entlockten den Zuschauern viele Aaahs und Ooohs. Besonders die speziellen «steigenden Kronen» zu Beginn, die der Feuerwerker extra früh bestellen musste, weil sie nicht im regulären Sortiment geführt werden, sorgten für Staunen.

Elektrozündung vom Land aus
50 Mal löste Feuerwerker Manser, im zivilen Leben Sachbearbeiter auf der Meilemer Sicherheitsabteilung, die Elektrozündung aus und schickte so Bild um Bild in den Nachthimmel, diesmal erstmals mit Fernsteuerung von Land aus. Das Material – grosse Kugelbomben abwechselnd mit zu Batterien zusammengefassten kleineren Sujets – hatte er vorher mit drei Helfern auf einem Feuerwerks-Ponton befestigt, der 2008 eigens für diesen Zweck angeschafft wurde.
In früheren Jahren hatte Manser
jeweils Ledischiffe benutzt und sich beim Auslösen der Zündung aus
Sicherheitsgründen hinter der Schiffsführer-Kabine verstecken müssen.

Viel Fronarbeit aus Freude
«Ich habe einfach den Plausch an diesem Job», begründet der 52-Jährige sein Engagement fürs Meilemer Feuerwerk. «Andere müssen viel Geld dafür ausgeben, um ein paar Raketen vom Garten aus steigen zu lassen, ich bekomme das alles gratis». Indes: Er und seine Helfer arbeiten auch gratis, rund 150 Stunden jährlich.
Getreu dem Motto «nach dem Spiel ist vor dem Spiel» beschäftigt sich Daniel Manser bereits jetzt mit dem Feuerwerk 2010: «Ich habe jeweils eine Auslaufphase wie ein Sportler nach dem Wettkampf», erklärt er.
Das heisst, das Thema Feuerwerk ist für ihn erst dann erledigt, wenn er die 15-minütige Choreografie für nächstes Jahr zusammengestellt hat und weiss, was er im Frühjahr beim Grossisten bestellen wird. Das Budget: rund 16'000 Franken «Feuerwerks-Bruttopreis».
Die beiden grossen Feuerwerke von heute und morgen am Seenachtsfest Rapperswil will sich Manser bewusst nicht anschauen: «Ich hätte momentan keine Geduld dazu», sagt er, «für den Augenblick habe ich genug
gehabt.»

Auch die Gattin liebt Feuerwerk
Möglicherweise wird er aber bereits in fünf Monaten wieder mit Feuerwerk zu tun haben.
Seine Frau Svetlana, die früher immer Angst um ihren Gatten hatte und deshalb gemeinsam mit ihm einen Feuerwerker-Kurs besuchte, ist seither ebenfalls Feuer und Flamme für die bunten Himmelsbilder. Deshalb betrieb sie Ende Juli bereits zum zweiten Mal nach letztem Jahr an
der Obermei­lemer Seestrasse einen Verkaufsstand, wo man Raketen, Vul­kane und vieles mehr erwerben konnte.
«Gut möglich, dass es vor Silvester wieder einen solchen Stand gibt», sagt Manser.
(ka)






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