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Orientieriungsversammlung

So könnte das sanierte Hallenbad aussehen: Mit aussen angebauter Rutschbahn, welche die Silhouette des bestehenden Baus und die Ruhe der Badegäste nicht störtGrafik: ARGE Meletta,Strebel dipl. Architekten ETH BSA SIA & Wälli dipl. Architekt ETH

Ein Bad für die nächste Generation
Neue Gemeindeordnung soll Einheitsgemeinde bringen


Rund achtzig Interessierte fanden am letzten Montag den Weg in den Jürg Wille-Saal: Der Gemeinderat informierte über die geplante Sanierung des Hallenbads und über die Grundlagen der neuen Gemeindeordnung.
Den Anfang machte Schulpräsident Werner Bosshard. Er blickte zurück auf die Vorarbeiten für die neue Gemeindeordnung, die Meilen – geht es nach dem Willen der Schulpflege und des Gemeinderats – zur Einheitsgemeinde umformen wird und bis zum Beginn der Amtsperiode im Juli 2010 verwirklicht werden soll. Die entsprechende Urnenabstimmung ist für Mai dieses Jahres traktandiert.
Das Motto über dem ganzen Umbau laute, erklärte Projektleiter Bosshard, «Synergien nutzen unter Wahrung einer möglichst hohen Autonomie der Schule». So soll der Schulpräsident neu nicht mehr nur der Schulpflege vorstehen, sondern gleichzeitig und automatisch auch Mitglied des insgesamt neunköpfigen Gemeinderates sein. Schule und Gemeinde tagen und entscheiden also gemeinsam.
Die Vorteile liegen auf der Hand: einheitliche Willensbildung, einheitliche Finanz- und Investitionspolitik, nur noch ein Voranschlag, eine Rechnung, ein Steuerfuss (statt jeweils zwei), und die Schule braucht sich nicht mehr mit Immobilienfragen zu beschäftigen, sondern kann sich auf ihr Kerngeschäft, die Bildung, konzentrieren. Die Angestellten im Schulbereich werden auch in der Einheitsgemeinde weiterhin von der Schulpflege gewählt.
Eine Sparübung ist die neue Ordnung nicht, trotz Synergien; erwartet werden darf aber Kostenneutralität, wie auch die Beispiele jener sechs Gemeinden im Bezirk zeigen, die die Einheitsgemeinde bereits verwirklicht haben.
Da neben dem Schulpräsidenten nur noch acht weitere Gemeinderäte gewählt werden können – dies wie bisher von den Stimmberechtigten –, fällt das Ressort Landwirtschaft als überzählig weg und wird auf die Bereiche Tiefbau, Sicherheit und Gesundheit/Gesellschaft verteilt.
Mit den Vorarbeiten ist man auf gutem Wege, hat doch der Kanton kurz vor Weihnachten 2008 in einem Vorprüfungsbericht grundsätzlich grünes Licht gegeben. Auch sonst scheint das Thema nicht allzu kontrovers zu sein. Das Echo auf die Vernehmlassung war bescheiden und positiv; einzig die Bergwacht lieferte eine sehr ausführliche Stellungnahme. Diese Anregungen werden nun noch verarbeitet, bevor die neue Gemeindeordnung am 17. Mai an die Urne kommt. Aus dem Publikum kamen nur Verständnisfragen.

Gesamtsanierung und neue Rutschbahn
Noch vor der Einheitsgemeinde hat das Stimmvolk am 8. Februar über die Vorlage «Gesamtsanierung und Attraktivitätssteigerung des Hallenbads» zu entscheiden – es geht um 13,08 Millionen Franken für die Gesamtsanierung und 2,69 Millionen Franken für eine neue, spezielle Rutschbahn.
Irene Ritz, Ressortleiterin Liegenschaften, warb geschickt und kompetent für «ihr» Hallenbad, das rund 88'000 Eintritte pro Jahr verzeichnet und auch für das Schulschwimmen genutzt wird.
Sie machte den Anwesenden als erstes klar, dass die Sanierung von Technik und Gebäudehülle des inzwischen ziemlich genau 30-jährigen Hallenbades so oder so unumgänglich ist. Fotos vom Ist-Zustand zeigten im «Bauch» des Hallenbads angerostete Leitungen und verfärbte Betonelemente sowie veraltete technische Anlagen. Daran ändern auch der bereits vollzogene Heizungs-Umbau von 2001 und die kürzlich erfolgte Dachsanierung nichts: Ohne Gesamtsanierung müsste das Bad aus Sicherheitsgründen mittelfristig geschlossen werden.
Die Baute ist im Inventar schützenswerter Objekte aufgeführt und stammt vom renommierten Architekten Ernst Gisel. Deshalb wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den die ARGE Meletta Strebel & Wälli gewann. So weit so gut, doch nun «folgte die kalte Dusche», sagte Irene Ritz: Eine erste Schätzung kam für die Sanierung auf Kosten von 26 bis 29 Millionen Franken, davon rund 7 Millionen für den ursprünglich gewünschten Wellnessbereich, der damit auch gleich wieder gestrichen wurde.
Absolut unumgänglich sind jedoch Werterhaltungsmassnahmen an der Hallenbaddecke, an Betonkonstruktionen, Bodenbelägen, Sichtbetonfassaden, Wasseraufbereitung, Lüftung und Innenarchitektur. Dazu kommen energetische Verbesserungen, beispielsweise mittels Wärmerückgewinnung.
Architekt Ernst Strebel zeigte unter anderem, wie im «neuen» Hallenbad der Eingangsbereich und das Kleinkinderbecken aufgewertet werden sollen, wie das neue Zutrittssystem aussehen würde, und wie die Garderoben behindertengerechter sein könnten. Vor allem aber warb er für die Rutschbahn, über die separat abgestimmt wird. Die rund 100 Meter lange kurvige Röhre ist so gestaltet, dass sie den normalen Hallenbadbetrieb nicht stört, steht sie doch ausserhalb des bestehenden Baus. In einem aussen an der Fassade angebrachten Glasturm befindet sich auch die Treppe zum Aufstieg, und der Auslauf ist unter dem Becken-Niveau: Gejohle und Gekreisch werden so fein säuberlich akustisch von den übrigen Badegästen separiert.
Zwar koste die Sanierung einiges, so Irene Ritz, belohnt würde der Kraftakt aber natürlich auch mit mehr Gästen und einer Optimierung der internen Abläufe, was das Betriebsdefizit Schätzungen zufolge jährlich um rund 100'000 auf 460'000 Franken senken würde – falls auch der Publikumsmagnet Rutschbahn zustande kommt, sogar um rund 140'000 Franken jährlich, wobei die Eintrittspreise höchstens moderat angepasst werden sollen.
Ein Knackpunkt, das zeigte die anschliessende Fragerunde, ist die 12-monatige Schliessung für den Umbau in den Jahren 2009/2010. «Die Schwimmer laufen mir in dieser langen Zeit davon», sagte Schwimmclub-Präsident Christian Peterhans. Irene Ritz versprach, die Gemeinde werde sich bei der Suche nach Ausweichmöglichkeiten für den SCM einsetzen.
Eine Frage galt auch der Energieeffizienz der Glasfassade, die wieder mit Glas erneuert werden soll. Architekt Strebel erklärte, die Fenster der neuesten Generation hätten diesbezüglich allerbeste Werte.
Die RPK hat sowohl der Sanierung als auch dem Neubau der Rutschbahn zugestimmt und empfiehlt beide zur Annahme.
Nach gut zweieinhalb Stunden wurde die Versammlung im Gewölbekeller des Löwen bei Wein, Chips und Nüssli beendet.
(ka)





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