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Zu Ehren des Räuschlings

Monica Hasler Bürgi, Weingut Rütihof Ürikon; Hermann «Stikel» Schwarzenbach, Schwarzenbach Weinbau Meilen und Eric Lüthi, Lüthi Weinbau Männedorf


3 Winzer, 3 Böden, 1 Wein

Monica Hasler Bürgi vom Weingut Rütihof Ürikon, Eric Lüthi, Lüthi Weinbau Männedorf und Hermann «Stikel» Schwarzenbach, Schwarzenbach Weinbau, Meilen, haben als Hommage an das Weinbaugebiet Zürichsee und seine typische Rebsorte Räuschling gemeinsam den «R3 Räuschling AOC Zürichsee» kreiert.
Mit ihrem «R3 Räuschling AOC Zürichsee» möchten die drei renommierten Zürcher Winzerfamilien sowohl ihre Verbundenheit mit dem Terroir Zürichsee demonstrieren als auch Qualitätsdenken, Kenntnisse und Erfahrungen vereinen. Optimale Sortentypizität und höchster Charakterausdruck der alten, seltenen weissen Rebsorte standen für sie immer im Vordergrund.

Naturhefe aus einem 1895-er Räuschling

Um neben modernen Methoden und Techniken an frühere Traditionen des Rebbaus am Zürichsee anzuschliessen, kam bei der Gärung des «R3 Räuschling AOC Zürichsee» erstmals die Naturhefe «1895» zum Einsatz, die aus einem 1895-er Räuschling aus dem Keller des Weingutes Schwarzenbach isoliert und vermehrt werden konnte. Diese echte Räuschling-Weinhefe, in natürlichen Prozessen optimal an Traube und Gärbedingungen adaptiert, prägt die Harmonie und Vielschichtigkeit des «R3»-Räuschlings.

«Auslese der Hauptlese»
Der «R3 Räuschling AOC Zürichsee» wurde als «Auslese der Hauptlese» aus sorgfältig selektionierten Trauben der Meilener Lage «Aebleten», (Schwarzenbach) sowie der beiden Stäfner Lagen «Lattenberg», (Lüthi) und «Risi-Rain», Weingut Rütihof Ürikon, gekeltert, welche gleichzeitig drei typische Bodenarten am Zürichsee repräsentieren: Sandstein-Verwitterungsboden mit sandigem Lehm («Aebleten»), tonig-lehmiger Boden («Lattenberg»; «Latte» = Lehm) sowie kieseliger Kalk-Mischboden auf Nagelfluh («Risi-Rain»).

Erster Jahrgang mit 2000 Flaschen
Vom ersten «R3»-Jahrgang 2008 wurden insgesamt 2000 Flaschen abgefüllt. Der Spitzen-Räuschling von Monica Hasler Bürgi, Eric Lüthi, Lüthi und Stikel Schwarzenbach richtet sich sowohl an private Weinliebhaber als auch an Gastronomiebetriebe, die das Terroir Zürichsee auf geniesserische Art ehren möchten.

Der Räuschling
Ob der Räuschling seinen lautmalerischen Namen dem robusten Laubwerk zu verdanken hat, durch das der Wind kräftig rauscht, oder ob «Räuschling» abgeleitet ist vom mittelhochdeutschen «rûsch» für verschiedene Pflanzen: Herkunft und Name der seltenen Rebsorte sind ungeklärt. Vermutlich handelt es sich beim Räuschling um einen Abkömmling der Traminer-Familie, da Blattwerk und Eigenschaften der Walliser Traubensorte Haida ähnlich sind.
Seit jeher gilt der Räuschling als die Rebe vom Zürichsee. Als Seewein wurde er zum Teil der kulturellen Identität des Zürichseegebiets. Einst wegen seiner grossen Beständigkeit und hoher Erträge geschätzt, erlebt der Räuschling nicht zuletzt dank der Initiative einiger Zürichsee-Winzer eine Renaissance. In der Schweiz werden heute insgesamt an die 20 Hektaren Räuschling angebaut, davon über 12 Hektaren rund um den Zürichsee. Was kaum erstaunt, passt doch der Räuschling dank seiner zarten mineralischen Säure und frischen Zitrusaromatik wie kaum ein anderer Wein zu Fischen aus dem See.

Die Weinbauregion Zürichsee
Heute umfasst die Weinbauregion Zürichsee an die 135 Hektaren Rebfläche, die von rund zwei Dutzend Weinbaubetrieben bewirtschaftet werden. Typische Zürichseetrauben sind RieslingxSylvaner, Räuschling, Blauburgunder und Completer. Als weitere Rebsorten werden am Zürichsee angebaut: Weiss: Chardonnay, Sauvignon Blanc, Pinot Gris, Gewürztraminer, Freisamer, Scheurebe, Seyval Blanc, Kerner,  Sémillon, Rhein-Riesling, Completer und Pinot Blanc; Rot: St. Laurent, Garanoir, Gamaret, Cabernet Sauvignon, Zweigelt, Diolinoir, Malbec, Dornfelder, Regent, Lemberger und Merlot.
Die Winzer des Zürichseegebiets können auf uralte Weinbautraditionen zurückblicken. Der Rebbau prägte Jahrhunderte lang die Landschaft am Zürichsee, dessen Ufer einst dicht mit Reben bestockt waren. Der Rebbau am Zürichsee wurde erstmals in 9. Jahrhundert erwähnt, seine grösste Ausdehnung hatte der Zürichsee-Weinbau Ende des 19. Jahrhunderts. Heute kaum mehr vorstellbar: Um 1880 gediehen an die 2000 Hektaren Reben rund um den See, die von 4600 Rebbesitzern bewirtschaftet wurden – die Hauptsorte war Räuschling.
www.zueriseewi.ch
(zvg)



Hardmeier

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