AZ Meilen · Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Noch immer über 6500 Logiernächte pro Jahr
Morgen Samstag werden 87 Miraniga-Genossenschafter zur Jubiläums-Generalversammlung im Primarschulhaus Obermeilen erwartet.
Kaum ein unbekanntes Gesicht wird zu sehen sein: Alle haben sie unzählige Jahre Miraniga-Erinnerungen mitgebracht. Männer und Frauen, häufig graumeliert, haben eines gemeinsam – sie verbrachten unbeschwerte Tage in Miraniga (Obersaxen, GR). Viele Erinnerungen werden aufgefrischt und zum Besten gegeben.
Das Programm verspricht ein feines Nachtessen, Musik und visuelle Leckerbissen aus der 50-jährigen Geschichte von Miraniga, dazu eine Sage aus Obersaxen und eine Zeitreise. Vergessen geglaubte Erinnerungen werden mit Bildern und Filmen aus den letzten fünf Jahrzehnten wieder lebendig und farbig gemacht.
Miraniga passt sich an
Bei völlig verändertem Ferienverhalten und gestiegenen Bedürfnissen der Gäste darf man sich in diesem Umfeld erfolgreich nennen, wenn man – wie Miraniga im letzten Jahr – 6521 Logiernächte zählen kann. Zum Vergleich: In den ersten zehn Betriebsjahren waren es jährlich durchschnittlich 7140.
Unverändert konstant die Anzahl Lager. Seit 1989 wurden im Schnitt pro Jahr 23 bis 24 Lager bewirtet. Nicht zuletzt dank der zinslosen Darlehen der Gemeinde und der Schule Meilen konnten mit den erwirtschafteten Erträgen die notwendigen Unterhaltsarbeiten geleistet werden. Seit dem letzten Jahr ist das Haus energetisch saniert, und neu wird mit Pellets geheizt. Das war nur möglich dank erneuter grosszügiger finanzieller Unterstützung der Gemeinde Meilen. Heute ist das 50-jährige Ferienhaus voll im Schuss. Das soll so bleiben.
Es gibt weiterhin Bedarf für zahlbare Ferien
Seit einiger Zeit sind die wenigsten Gäste Meilener. Nur während den zwei Sportwochen im Februar ist es das Haus voll von Meilener Sekundar- und Mittelstufenschülern. Teilnehmer von Sport-, Ausbildungs- oder Musiklagern füllen die Vierer-Zimmer und das Matratzenlager wöchentlich neu mit fröhlichem Lachen und ausgelassenem Rufen. Sehr gefragt sind auch Aufenthalte anlässlich von Geburtstagsfesten, Jubiläen, Seminaren oder Tagungen. Kein Wunder, dass das Geschäftsführer-Ehepaar Alig im Winterhalbjahr keine Freitage einziehen kann. Nur im Frühling und September, für den passionierten Jäger Gaudenz Alig besonders wichtig, gönnt es sich eine Verschnaufpause.
Längst steht das Haus auch nicht mehr allein. Etliche Ferienhäuser sind in der Nachbarschaft dazugekommen.
Nach über 30 Jahren werden die Aligs den Betrieb in einigen Jahren übergeben. Das ist Anlass genug, die Zukunft des Hauses zu überdenken. Es gibt gute Gründe, die Genossenschaft weiter zu unterstützen. Nicht nur, dass gemeinschaftlich getragene Projekte den Zusammenhalt fördern, es profitieren viele Gemeinden, Schulen und Private von zahlbaren Ferien.
Aktiv ist auch die Ferienregion Obersaxen-Mundaun. Von Privaten initiiert, soll ein Freizeitpark entstehen, der den sanften Tourismus fördert. Privatinitiative zählt heute genauso wie vor etwas mehr als 50 Jahren.
Auf Initiative zweier Lehrer entstanden
Damals leiteten die Lehrer Ernst Berger und Heiner Peter ein Skilager in Valbella. An einem Abend die zündende Idee: «Den Meilener Kindern bauen wir ein Ferienhaus.» Das war von nun an ihr erklärtes Ziel. Die ersten Baupläne sind denn auch mit Kinderferienhaus angeschrieben. Die Ansprüche der Gäste wuchsen, die Grossraumdusche im Keller mit acht Brausen wurde 1987 umgebaut, dazu kam ein vorgelagerter Garderobenraum.
Bereits fünf Jahre vorher war das Wohnhaus für Aligs angebaut worden. In der neuen Vierzimmerwohnung wuchsen auch die drei Kinder des Ehepaars auf. Tochter Daniela lebt heute nach zwölf Berufsjahren in Zürich in Ilanz. Michael als dipl. Landwirt und Betriebsexperte für Spezia Rara züchtet in nächster Umgebung das «Engadinerschaf» und das «Bündner Grauvieh». Urs fährt häufig an den Wochenenden von Greifensee «nach Hause».
Man wünscht dem Haus neue und immer wiederkehrende Gäste, grosse und kleine, die ein Gefühl für diesen Ort entwickeln, als ob auch sie nach Hause fahren würden.