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Sechseläuten mit Meilemer Frauen-Beteiligung

Peggy Aeberli und Bundesrat Hans Rudolf Merz beim Apéro auf der Opernhausterrasse (2006)


Peggy Aeberli ist Mitglied der «Gesellschaft zu Fraumünster»

Für die Feldnerin Peggy Aeberli Allenspach ist das Sechseläuten ein ganz besonderer Anlass: Sie hat nicht nur an einem Sechseläuten-Montag einst das Licht der Welt erblickt, sie ist auch Mitglied der Zürcher Frauen-Zunft.
Zurzeit sind es 54 Damen, die dem Sechseläuten als reiner Männerbastion trotzen: Sie alle gehören der Gesellschaft zu Fraumünster, der Zürcher Frauen-Zunft an, die seit nunmehr genau 20 Jahren das Ziel verfolgt, eines Tages am offiziellen Reigen der Männer teilnehmen zu dürfen. «Zum Umzug gehören bist heute nur Gesellschaften und Zünfte, die Mitglied des Zentralkomitees der Zünfte Zürichs sind – noch war es nicht möglich, eine Mehrheit der 26 Zunftmeister für eine Aufnahme der Frauen zu gewinnen, obwohl wir immerhin in kleinen Schritten vorankommen», sagt Peggy Aeberli.
Umzug auf der offiziellen Route
So dürfen die Damen heute auf der offiziellen Route marschieren, quasi als Vorhut der Männer, eine halbe Stunde vor Beginn des Umzugs. Dabei führt dieses Jahr die Figur der Fürstäbtissin des Fraumünsters, Elisabeth von Wetzikon, hoch zu Ross den Zug an, flankiert von zwei Stiftsdamen und gefolgt von weiteren mittelalterlich gewandeten Damen, einem Musikkorps, einer Kindergruppe und Ehrengästen. Mit dabei sind dieses Jahr aus dem Gastkanton Schaffhausen Stadträtin Jeannette Storrer sowie Schauspieler Mathias Gnädinger, aus Zürich die Stadträte Ruth Genner und Gerold Lauber.

Aus historischer Sicht gerechtfertigt
Der Wunsch, gleichberechtigt mit den Männern am Sechseläuten-Umzug teilzunehmen, sei aus historischer Sicht nur gerecht, sagt Peggy Aeberli. Ihr Anliegen: «Ich möchte helfen, die Frauengeschichte Zürichs aus dem Frühmittelalter aus der Versenkung zu holen.» Schliesslich sei die Frauen-Zunft kein Fantasiegebilde sondern habe einen historischen Hintergrund – die Frauen beziehen sich auf die Zürcher Fraumünster-Abtei, gegründet 853 von Ludwig dem Deutschen. Deren Äbtissinnen galten über Jahrhunderte hinweg als Reichsfürstinnen und Stadtherrinnen von Zürich «und prägten die Stadt in kultureller, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht wesentlich mit», erklärt Peggy Aeberli. Von der Gesellschaft zu Fraumünster werden jedes Jahr bekannte oder weniger bekannte Frauen – auch aus der Neuzeit – gewürdigt, von Hedwig ab Burghalden bis Lydia Welti-Escher. In diesem Jahr wird am Sechseläuten-Montag um 10.45 Uhr öffentlich im Fraumünster die «Grosse Frau von Zürich», Elisabeth von Wetzikon (1270 – 1298) geehrt.

Logenplatz beim Böögg
Anwaltssekretärin Peggy Aeberli wurde an einem Sechseläuten-Montag geboren, lief als Kind im Umzug mit und wohnt seit 27 Jahren in Feldmeilen, «weil es mir hier so gut gefällt und mein geliebtes Zürich nahe ist», sagt sie. Seit 13 Jahren lebt sie ihre Zürich-Liebe in der Frauen-Zunft aus und profitiert ausserdem davon «gemeinsam mit anderen Frauen etwas zu bewegen, Netzwerke aufzubauen, das Gesellschaftsleben zu pflegen und voneinander zu lernen». Emanzen seien sie deswegen noch lange nicht, die übliche Rolle der Frauen als Zünftersfrauen am Sechseläuten fände sie persönlich nicht schlecht, sagt Peggy Aeberli, «es soll allen selbst überlassen sein, wie sie sich am Anlass einbringen möchten.»
Am diesjährigen Sechseläuten vom kommenden Montag wird die Skriptorin der Frauen-Zunft allerdings nicht über politische Fragen nachdenken, sondern wie alle Jahre einfach den Anlass geniessen: «Opernhaus-Intendant Alexander Pereira stellt uns und unseren Gästen auch dieses Jahr wieder die Opernhaus-Terrasse zur Verfügung, mit bester Sicht auf den Böögg», freut sie sich.(maz)








Hardmeier

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