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Ein goldenes T für Helmuth Stanisch

Helmuth Stanisch in Aktion: 2006 in «Alle meine Söhne»

Geburtstagstorte an der Mitgliederversammlung
Am vergangenen Dienstag fand die 17. Mitgliederversammlung des Vereins Atelier Theater Meilen in der Feldner Heubühne statt. Bei diesem Anlass wurde vor viel Publikum auch der 80. Geburtstag von Vorstandsmitglied und Starmime Helmuth Stanisch gefeiert.
Es blieb aber nicht bei einem variantenreich intonierten «Happy Birthday» und einer gigantischen Geburtstagstorte. Zum ersten Mal in seiner Geschichte verlieh das Atelier Theater Helmuth Stanisch für seine besonderen Verdienste über viele Jahre das goldene, schwebende T aus seinem Logo, eine Auszeichnung, die in gewissem Sinne an den Reinhardt Ring erinnert, jedoch seltener als dieser verliehen wird und sich auf den Bezirk Meilen begrenzt.

Ein «zweites Leben» auf der Bühne
Nach seiner Pensionierung als General Direktor der Dresdner Bank Schweiz trat der gebürtige Hamburger Helmuth Stanisch 1993 mit der Aufnahme ins ATM- Ensemble in sein zweites Leben ein: das auf den Bühnenbrettern. Seither hat er in fast jeder Produktion mitgespielt, meistens in tragenden Rollen. Zweimal bestritt er sogar ganz allein auf der Bühne einen Abend, 2001 im viel gepriesenen «Novecento» nach Alessandro Baricco und 2006 im anspruchsvollen «Katarakt» von Rainald Goetz. Mit seinem «Novecento»-Monolog wurde er 2004 gar Preisträger der Stiftung Kreatives Alter.
Aber nicht nur in grossen Rollen brilliert Helmuth Stanisch. Mehrfach hat er bewiesen, dass er auch eine Nebenrolle zum Strahlen bringen kann, wie beispielsweise im vergangenen Herbst mit seinem kurzen Auftritt in Goldonis «Ferientrilogie». Es sind vielleicht gerade diese kleinen Rollen, die das grosse Können des Autodidakten offenbaren, und es ist kein Geheimnis, dass viele der über 2000 ATM-Fans seinetwegen zur Heubühne pilgern.

Vorstandsmitglied und Starschauspieler
Dafür, dass im ATM in der Provinz echte Kulturperlen in hochdeutscher Sprache angeboten werden, ist ebenfalls Helmuth Stanisch als Vorstandsmitglied mitverantwortlich gewesen. Bei der Auswahl der Stücke war seine Mitsprache immer gefragt, und als Hamburger hatte er stets ein scharfes Ohr für den Dictus seiner Mitspieler. Daneben war er besorgt, dass die Heubühne technisch immer besser aufgerüstet wurde und dass der erreichte Standard erhalten bleibt.
Nun hat Helmuth nach 14 Jahren die Vorstandsarbeit abgegeben. Aus Altersgründen, wie er sagt. Aber als Schauspieler will er weiterhin dabei bleiben. Das sei sein Lebenselixier. Er stellte dies gleich an diesem Abend unter Beweis mit einer meisterhaft dargebotenen Performance «Nur für Alte», an der sich auch die Halbalten unter den Anwesenden herzlich ergötzten.

Hardmeier

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