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Heiss begehrte Sitze

Elf Kandidaten für 8 Gemeinderatssitze: v.li.: Martin Hegglin (CVP, neu), Theo Geser (parteilos, neu), Beat Hodel (parteilos, bisher), Irene Ritz (SP, bisher), Rolf Walther (parteilos, bisher), Christoph Hiller (FDP, bisher), Judith Haggenmacher (SVP, neu) Peter Jenny (SVP bisher), Beatrix Frey-Eigenmann (FDP, bisher), Yves Gadient (SVP, neu) und Felix Huber (FDP, neu)

Vorstellungsrunde und Podium für die Erneuerungswahlen der Gemeindebehörden vom 25. April

Am letzten Montag stellten sich im «Löwen» die Kandidierenden für die Gemeindebehörden vor.Die Ausgangslage ist so spannend, wie schon lange nicht mehr: Ausser in der Schulpflege, wo die Anzahl Kandidaten den zur Verfügung stehenden Sitzen entspricht, bewerben sich in allen übrigen Behörden mehr Kandidaten, als es Sitze gibt.Trotzdem flogen auf dem Podium im Jürg Wille-Saal vorerst keine Fetzen. Cordula Kaiss, Präsidentin der FDP Meilen und Koordinatorin der Wahlveranstaltung begrüsste die rund 150 Anwesenden im Saal. Moderiert von Lorenzo Petrò, Redaktor beim Tages Anzeiger, hatten in den zwei ersten Runden die Neu-Kandidierenden der Bürgerrechtsbehörde (11 Anwärter für 8 Sitze), der Schulpflege (9 Anwärter für 9 Sitze ohne Schulpräsident), der Sozialbehörde (8 Anwärter für 6 Sitze) und der Rechnungsprüfungskommission (8 Anwärter für 7 Sitze) Gelegenheit, sich mit einem kurzen Porträt vorzustellen. Der Meilener Anzeiger wird in den kommenden Wochen, beginnend mit der Bürgerrechtsbehörde in dieser Ausgabe (S. 4), die Kandidaten einzeln vorstellen.


Elf Kandidaten für acht Sitze

Heisser zu und her ging es in der dritten Runde, dem Podium der Gemeinderatskandidaten. Mit dabei auch der Kandidat für das Schulpräsidium, der als neuntes Mitglied Einsitz im Gemeinderat nehmen wird. Heiss deshalb, weil 11 Kandidaten um die verbleibenden 8 Sitze kämpfen. Drei müssen also über die Klinge springen. Von den Bisherigen stellen sich Beatrix Frey, Christoph Hiller (auch als Gemeindepräsident), Beat Hodel, Irene Ritz, Rolf Walther und Peter Jenny zur Wiederwahl. Neu in den Gemeinderat wollen fünf Kandidaten: Theo Geser (parteilos), Martin Hegglin (CVP), Yves Gadient (SVP), Judith Haggenmacher (SVP) und Felix Huber (FDP).

 

Zahlbarer Wohnraum und Bautätigkeit in Meilen im Vordergrund

Moderator Lorenzo Petrò stellte eingangs die Kandidaten kurz vor und eröffnete die Diskussion zum Thema «Bezahlbarer Wohnraum in Meilen» mit der Frage an den neu kandidierenden Yves Gadient (SVP), welche Bedingungen für eine allfällige Wohnbauförderung seitens der Gemeinde erfüllt sein müssten. Gadient sieht die Wohnungsnot in erster Linie durch die Personenfreizügigkeit hervorgerufen und findet, dass beim Projekt Familienwohnungen Dollikon, eine Minderheit zu Lasten der Mehrheit profitieren würde. Man müsse grössere Projekte anstreben. Dem entgegnete Christoph Hiller, man müsse der Problematik begegnen, wo es möglich sei, und es lohne sich, auch für 25 Familien bezahlbarer Wohnraum zu schaffen und so zu einer guten Bevölkerungsstruktur beizutragen. Irene Ritz fügte an, dass man gerne auch grössere Projekte planen würde, wenn Herr Gadient den dafür nötigen Platz beschaffen könne. Auch Felix Huber zeigte sich überzeugt, dass es möglich sei, kostengünstigen Wohnraum zu erstellen, es wäre falsch, «den Karren zu bremsen».

 

Parteilos – ohne Programm?

Yves Gadient sprach die parteilosen Kandidaten auf ihr Programm an, wo denn das sei? Der parteilose Gemeinderat Beat Hodel antwortete gestützt auf die Erfahrung im Gemeinderat, dass in erster Linie Sachpolitik betrieben werde. Gute Arbeit im Team sei gefragt, um gute, seriöse und nachhaltige Lösungen zu erhalten. Ein Parteiprogramm sei da sekundär.Zur Entwicklung des Dorfkerns mit der Frage «Flach- oder Steildach» konfrontiert, erklärte Felix Huber, dass Qualität nicht von Flach- oder Steildächern abhängig sei. Es sei wichtig, eine gute Infrastruktur zu schaffen, die eine gute Wohnqualität bringe. Zur Frage der Dächer, die ursprünglich Judith Haggenmacher in Meilen lanciert hatte, meinte sie selber, dass eben viele Neubauten im Dorfkern wie Fremdkörper zwischen den alten Gebäuden wirkten. Sonst sei sie nicht besonders auf das Bauwesen fixiert. Ihren Beweggrund, sich für den Gemeinderat zur Verfügung zu stellen, beschrieb sie mit dem Bedürfnis, sich grundsätzlich für Meilen einzusetzen, allenfalls das Gemeinderatsmandat als Einstieg in eine politische Karriere zu nutzen und wer weiss, was gar auf kantonaler oder gar nationaler Ebene folgen könne.Der parteilose Theo Geser, der sich mit der IG Dorfkern gegen das Projekt Nucleus erfolgreich eingesetzt hatte, meinte zur Dorfkernentwicklung generell, dass es nun gut sei, dass der Architekturwettbewerb zu Stande gekommen sei und dass Grossprojekte halt oft zum Scheitern verurteilt seien.


Wie stärkt man die Identität von Meilen?

Martin Hegglin neuer Kandidat der CVP und ehemaliger Präsident des Quartiervereins Feldmeilen, der sich für das Zentrum Feld eingesetzt hatte, sagte auf die Frage, ob man zwecks guter Identität die Wachten stärken sollte oder ob da nicht auch ein gewisser Konkurrenzkampf entstünde: «Ich bin stolz auf den unternehmerischen Erfolg im neuen Zentrum Feld und auf die Stärkung des Standorts. Ich geniesse es dort einzukaufen.» Die Wachtvereinigungen könnten einiges bewegen und würden der Bevölkerung die Möglichkeit geben, sich nicht politisch zu engagieren. Dem pflichtete auch Theo Geser bei. Rolf Walther bekräftigte: «Freundschaftlicher Konkurrenzkampf unter den Wachten belebt, und so lebendig sollte Meilen bleiben». Christoph Hiller fügte an, dass viele Anstrengungen in den letzten Jahren unternommen worden seien, der Anonymität in Meilen entgegenzuwirken, und das solle auch so weitergehen.

 

Was macht Meilen attraktiv?

Auf diese Frage freute sich Peter Fischer, Kandidat für das Schulpräsidium: «Natürlich eine gute Schule! Es ist ein Ziel, dass die Meilemer Schule eine der Top-Schulen wenn nicht die beste im Kanton ist. Das macht Meilen sicherlich sehr attraktiv!» Beatrix Frey sieht die Stärken von Meilen in erster Linie in der guten Infrastruktur und den gesunden Gemeindefinanzen. «Wir müssen unser Gut und unsere Lebendigkeit mit all den Vereinen pflegen» fügte sie bei.

 

Rege Diskussionen beim Apéro

Gegen 22 Uhr schloss Cordula Kaiss die Versammlung und bedankte sich, dass sich so viele Kandidaten zur Wahl stellen und so eine Auswahl möglich machen. Wer es noch genauer wissen wollte, konnte den Kandidierenden danach beim Apéro auf den Zahn fühlen.

Hardmeier

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