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Spannend wie ein Krimi und poetisch wie ein Gedicht
«Der Panther» von Felix Mitterer ist eine hinreissende Tragikomödie über das Altern. Im Atelier Theater Meilen kommt das Stück nun zur schweizerischen Erstaufführung.
Auf der Heimfahrt vom Begräbnis ihres Gatten fährt Marion mit dem Auto einen seltsamen alten Mann an. Dieser nistet sich bei ihr ein, will statt Schmerzensgeld nur eine Bleibe und ein wenig Gesellschaft. Beim Versuch der zaghaften Annäherung flackert die Erinnerung an ein vergangenes Leben auf – Paris, ein Gedicht von Rilke, der Tod des Sohnes – , um dann wieder in der Dämmerung des von Alzheimer geplagten Mannes zu versinken. Was verbindet die beiden? Ein Leben? Ein Spiel? Ein Traum? In immer wieder neuen Varianten entstehen komisch-verschrobene Momente des Wiedererkennens und des erneuten Verlusts. Und dann ist da noch Heinz, der angebliche Neffe von Marions verstorbenem Mann, der alle Register seiner schauspielerischen Begabung zieht, um an ihr Vermögen heranzukommen. Doch da hat er nicht mit dem mysteriösen Fremden gerechnet…
Von der Stärke im Alter
Wie in Rilkes Gedicht «Der Panther» scheint auch der alte Mann eingesperrt, müde und doch ruhelos zu sein: «Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, der sich im allerkleinsten Kreise dreht, ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, in der betäubt ein grosser Wille steht» – und da ist gleichzeitig ein grosser Unwille, aufzugeben und das Alter mit seinem körperlichen und geistigen Verfall zu akzeptieren. Was also nahezu als Komödie beginnt, wird so ein sehr berührendes, poetisches Stück über die Liebe, das Altern und die Würde und zugleich eine grossartige Charakterstudie zweier Menschen, die im Abend ihres Lebens stehen. Mit «Der Panther» gelang dem österreichischen Autor und Schauspieler Felix Mitterer ein raffiniertes psychologisches Kammerspiel voller schwarzem Humor und liebenswertem Witz.
Premiere am 3. März
In ihrem neusten Stück steht die ausgebildete Theaterpädagogin und Schauspielerin Annegret Trachsel wieder einmal selbst auf der Bühne. Den alten Mann spielt Helmuth Stanisch, der 2004 für seine Monolog-Darstellung in Novecento mit dem Preis der Stiftung Kreatives Alter ausgezeichnet wurde. Die Rolle des Heinz spielt Udo van Ooyen, der gleichzeitig auch für die Regie verantwortlich ist.
Premiere ist am 3. März im Theater Heubühne, General-Wille-Strasse 169, Feldmeilen. Weitere Vorstellungen vom 14. März bis 5. April jeweils Mittwoch, Freitag, Samstag 20.00 Uhr, Sonntag 17.00 Uhr.
Eintritt: Erwachsene 30 Franken, ATM-Mitglieder, Jugendliche und Studenten 20 Franken. Abendkasse und Bar eine Stunde vor Spielbeginn geöffnet. Nummerierte Plätze. Telefonischer Vorverkauf/Reservation ab 3. März, bzw. Direktverkauf bei der Buchhandlung am Kreisel, General-Wille-Strasse 119, Feldmeilen, Telefon 044 261 08 47, oder schriftlich bei: Atelier Theater Meilen, Postfach 116 8706 Feldmeilen. E-Mail: a.trachsel@vtxmail.ch
www.ateliertheater-meilen.ch
(mz)