AZ Meilen · Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Die Idee, in Meilen ein Heimatmuseum zu eröffnen, ist bald hundert Jahre alt. Seit 1927 wird gezielt Kulturgut gesammelt. Doch erst 1985 feierte das Museum Eröffnung.
Es war die Mittwochgesellschaft Meilen (MGM), die 1927 eine Kommission gründete mit dem Fernziel, ein Ortsmuseum zu planen. Diese Kommission publizierte immer wieder Aufrufe mit der Bitte um Museumsgut. Gesucht wurden «alle Gegenstände, auch die nicht von Meilen.» Eine Ideenliste umriss die Suchgebiete Haus, Wohnung, Küche, Persönliches, Stall und Scheune, Militär, Handwerk, Kirche und Schule. Die MGM war dann auch für die Einlagerung an den unterschiedlichsten öffentlichen und privaten Orten besorgt.
Nachdem die Kirchgemeinde das Haus «Bau» gekauft hatte, wurden der MGM dort vorübergehend Räume und die Hälfte des Ganges unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Bei Bedarf konnte sie auch den Schopf und die Winde benützen. In der Folge wurden auch verschiedene Ausstellungen organisiert. Ab 1971 gab es als neue Einlagerungsmöglichkeiten Schutzräume unter dem EW und im Schulhaus Feldmeilen. Und im November 2009 wurde dem Ortsmuseum, das auch heute noch unter Platzmangel leidet, wiederum im ehemaligen Schutzraum des EW ein Raum zur Verfügung gestellt.
Schon von Anfang an war die MGM bestrebt, für das Museum ein eigenes Gebäude zu erwerben. Ein privater Vorschlag, das ehemalige Gefängnis am See zum Museum umzubauen verlief im Sande: Zu teuer und aus ästhetischen Gründen sei «eine gänzliche Beseitigung» des Gebäudes nötig.
1979 aber war es dann soweit: Die politische Gemeinde Meilen konnte das Bürgerhaus an der Kirchgasse 14 von den Erben des Schmiedmeisters Robert Guggenbühl erwerben. Eine von der Gemeinde eingesetzte Kommission erarbeitete ein Museumskonzept. 1985 wurde das Museum von der «Stiftung Ortsmuseum Meilen» feierlich eröffnet.
Meilen ist das Hauptthema
Man wollte ein Ortsmuseum, also beschränkt man sich bis heute thematisch auf unsere Gemeinde und die nähere Umgebung. Das Museum umfasst eine Dauerausstellung sowie eine ortsgeschichtliche Dokumentationsstelle und präsentiert immer wieder Wechselausstellungen.
Die Dauerausstellung zur Geschichte von Meilen widmet sich den Themen Pfahlbauer, Burg Friedberg, reformierte Kirche, Entwicklung der Gemeinde sowie dem Vedutenmaler J.J. Meyer. Alles Themen, die Meilen von den andern Nachbargemeinden abheben.
Die Wechselausstellungen bieten vier- bis fünfmal im Jahr ortsansässigen und auswärtigen Künstlerinnen und Künstlern sowie Meilemer Institutionen Gelegenheit, sich zu präsentieren.
In der ortsgeschichtlichen Dokumentationsstelle werden Schriftstücke, Bild- und Tondokumente sowie typisches Meilemer Kulturgut gesammelt. Dabei beschränkt man sich auf Museumsgut, das einen Zusammenhang mit Meilen und der näheren Umgebung hat. Das alles steht Interessierten nach Absprache mit dem Kustos für Studien zur Verfügung.
Zeitzeugen vor dem Abfallcontainer retten
Wenn ein Museum wie das Ortsmuseum seinen Zweck erfüllen will, ist es auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Leider werden heute noch allzu viele Zeitzeugen dem Abfall-Container zugeführt. Immerhin durfte aber das Ortsmuseum in den letzten zehn Jahren gegen 2000 Gegenstände, Dokumente und Fotos entgegennehmen. Es besitzt heute über 3000 Fotos und mehr als 4000 Dokumente und weiteres Kulturgut aus Meilen, so etwa eine Sammlung von Vereinsakten.
Über hundert Wechselausstellungen fanden seit der Eröffnung statt. Gemälde- und kunsthandwerkliche Ausstellungen, Foto- und historische Präsentationen sowie sonstige künstlerische und populäre Themen lösten sich ab.
Es kam nicht selten vor, dass über tausend Besucher eine dieser Ausstellungen sehen wollten. Vor allem historische Themen, die die Gemeinde betreffen, locken viele Besucher an. Aber auch Themen wie Modelleisenbahn oder eine Ostereiersammlung standen in der Gunst der Meilemer.
Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2010
Für das Jubiläumsjahr 2010 sind etliche Veranstaltungen und Informationen geplant:
• Alle Stiftungsräte stellen im Meilener Anzeiger ihre Lieblingsstücke aus dem Ortsmuseum vor.
• Ein Foto-Wettbewerb dokumentiert die Gemeine Meilen im Jahre 2010.
• Der Open Day erlaubt am 19. Juni einen Blick hinter die Kulissen des Museums.
• Drei Wechselausstellugen: Gemälde und Fotos Hugelshofer/Streuli/Flück (12.2. bis 21.3.), eine Ausstellung zum Thema Natur (4.6. bis 11.7.) sowie eine Retrospektive über den Kunstmaler Paul Rüegg (12.11. bis 19.12).
• Eine Jubiläumsausstellung mit Jubiläumsapéro wird vom 3. September bis 10. Oktober Museumsgut zeigen, das bisher noch nie ausgestellt wurde oder von besonderem Interesse ist.
• Ein Beitrag über unser Museum erscheint im Heimatbuch Meilen 2010.
• Ein interner Festakt mit den Gründern und Behörden beschliesst das Jubiläumsjahr.