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Eine Bieridee wird zur Erfolgsgeschichte

«Striker» bedeutet «Stürmer»: Michael Findeisen (links) und Martin Padrutt stossen auf einen stürmischen Erfolg an

 


Striker-Bier aus Obermeilen am Weihnachtsmarkt

Martin Padrutt und Michael Findeisen brauten zuerst nur zum Plausch und Eigengebrauch ein eigenes Bier. Doch ihr «Striker» fand reissenden Absatz.
Die Geschichte liest sich wie ein Märchen: Zwei Freunde sassen einst mit ihren Gattinnen im Garten und genossen eine Grillwurst mit Bier. Da sagte der eine zum andern: Das kanns ja nicht sein, immer dasselbe wässrige Bier trinken, und es ist nicht mal ein einheimisches. Der andere erwiderte: Du hast Recht, lass uns eine kleine Anlage kaufen und etwas Besseres brauen.
– Gesagt, getan. Die beiden pröbelten so lange, bis sie im heimischen Keller ein Bier herstellen konnten, das ihnen rundum schmeckte. Und es mundete nicht nur ihnen – auch alle Bekannten und Verwandten waren davon begeistert. Das Bier machte die Runde, und am Ende wurden die beiden Freunde erfolgreiche Bierproduzenten.

Dank Hilfe von Profis
Das Märchen ist wahr: Martin Padrutt aus Meilen und Michael Findeisen aus Uetikon erleben es gerade jetzt. Die beiden 28-Jährigen werden in ihrem Büro im Obermeilemer «Dörfli» richtiggehend überrannt: Alle wollen ihr neues Bier namens Striker (Stürmer), das inzwischen schon längst nicht mehr in der kleinen 100-Liter-Anlage im Keller von Michaels Elternhaus gebraut wird, sondern – nach dem originalen Grundrezept – im deutschen Allgäu.
Ein Ausweichen auf eine grössere Anlage war unumgänglich, denn die Nachfrage ist riesig: «Allein in den letzten sechs Wochen haben wir 60'000 Flaschen Striker verkauft», freut sich Martin Padrutt. Diese Zahl war einst als Jahresproduktion angepeilt.
Geholfen hat sicher, dass die Jungunternehmer über gute Kontakte in der Brauer-Szene»verfügen und von einem Profi betreut werden; ihr Berater Johann Schöndorfer ist eine Koryphäe im Braugeschäft.

Winter-Elch am Weihnachtsmarkt
Erhältlich waren bisher ein Striker Pils und ein Weizen, beides «keine komplizierten Biere, ausgewogen im Geschmack, ohne Firlefanz», sagt Michael Findeisen. Ganz neu auf dem Markt ist jetzt der Striker Winter Elch, vollmundig, hofpenbetont und bernsteinfarbig. In Meilen wird der «Elch» in Zusammenarbeit mit dem Getränkehandel Urs Rauch am Weihnachtsmarkt vom 30. November im Zelt auf dem Schulhausplatz lanciert, ist aber bei Urs Rauch im Laden bereits heute erhältlich.
Das Sortiment wird zudem nächstens um ein Lagerbier und ein alkoholfreies Bier erweitert, die alle auch im Offenausschank erhältlich sein werden. «Was den Offenausschank angeht, so stehen wir bereits mit grossen Kunden in Verhandlungen und sind sehr zuversichtlich», sagt Martin Padrutt.
Auch an der Uetiker Eislaufbahn gibt es übrigens Striker-Bier, dies in einer Outdoor-Lounge mit Bar, offen Samstag und Sonntag ab 14 Uhr, jetzt und bis 22 Februar 2009.

Das Ziel: eine Brauerei in Zürich
Im nächsten Jahr peilen Padrutt und Findeisen den Import von bis zu 5000 Hektolitern Gerstensaft aus dem Allgäu an, daneben soll auch das Sortiment weiter vergrössert werden. In einer kleinen Anlage in Obermeilen wird bereits am Sommerbier mit Lemongrass und Ingwer gepröbelt, das in der warmen Jahreszeit den «Elch» ablösen wird.
Mittelfristig planen die beiden Jungunternehmer, deren GmbH von der ZKB-Filiale Meilen als offiziellem Partner unterstützt wird, die Bierproduktion aus Deutschland wieder zurück in die Schweiz zu holen. «2010, spätestens 2011 soll Striker in Zürich gebraut werden», erklärt Padrutt.

Das Büro bleibt in Obermeilen
Nächstes Jahr werden wohl auch Mitarbeiter eingestellt – zurzeit arbeiten die Jungbrauer praktisch rund um die Uhr für ihr Bier, Padrutt haupt-, Findeisen nebenberuflich.
Das Striker-Hauptquartier bleibt aber auf jeden Fall im Obermeilemer «Dörfli». Dort ist «Striker» übrigens auch im Direktverkauf erhältlich (Montag bis Freitag 12 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr). Anfahrtsweg und Preise finden sich unter www.striker-beer.ch im Internet.
(ka)


Hardmeier

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