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Der Wein wird gut, und der Suuser ist parat
Noch ist die Weinlese mancherorts in vollem Gang. Dennoch ist bereits jetzt klar: 2007 wird ein guter Jahrgang.
Seit Anfang September sind die Winzer in Meilen an der Weinlese und haben damit etwa drei Wochen Vorsprung auf die übliche Marschtabelle.
Offenbar hat nach einem milden Winter und einem sehr warmen Frühling auch der eher regnerische Sommer den Lauf der Natur nicht mehr bremsen können: «Es gibt eine alte Faustregel», erklärt Winzerin Cécile Schwarzenbach, «die besagt, dass es von der Blüte an gerechnet etwa hundert Tage dauert, bis die Trauben reif sind. Für den Riesling x Sylvaner hat das heuer ziemlich genau gestimmt, mit den anderen Sorten liegen wir auch nicht weit daneben.»
Für den «Wümmet» bei Schwarzenbachs, zum Bespiel in den steilen Hängen der Chorherren, sind meist um die 20 Helferinnen und Helfer engagiert, die meisten von ihnen Studenten und Pensionierte. Sie helfen bei der Lese mit Engagement und Freude, erhalten zudem einen kleinen Lohn, ein Mittagessen in netter Runde und eine unbezahlbare Aussicht auf den Zürichsee. Bis zu 1200 Mannstunden Arbeit (die natürlich auch von Frauen geleistet wird) kommen so jedes Jahr zusammen. 2007 dürften es eher weniger sein, denn bei Schwarzenbachs ist der Ertrag kleiner als auch schon, was mit den Wetterkapriolen um Auffahrt herum zusammenhängt: «Die Beeren wurden teilweise nicht befruchtet», sagt Cécile Schwarzenbach, «weil just die heiklen Tage ziemlich verregnet waren.»
Mit der Qualität der Trauben hingegen ist sie sehr zufrieden: «Schöne Öchsle und eine gute Säure» haben die Beeren, das ergebe einen fruchtigen, spritzigen Wein, man könne sich auf den Jahrgang 2007 freuen, meint sie.
Auch Marcus Schneider von der Feldner Hasenhalde – bei ihm kommen jeweils 500 bis 600 Stunden Aufwand für die Weinlese zusammen – schwärmt jetzt schon von dem zu erwartenden Wein: «Fruchtintensiv, gehaltvoll und aromatisch» werde er sein. Das ist eigentlich erstaunlich, denn die Winzer erwarteten wegen des Regens viel Fäulnis, die nun gar nicht im befürchteten Ausmass vorlag, wie auch Schneiders Berufskollege Heiri Bolleter bestätigt. Weil seine Reben etwas höher wachsen als die der anderen Meilemer Winzer, ist er immer der letzte, der die Lese abschliesst. «Auf der Aebleten sind wir auf rund 480 Meter, im Ruebstein auf 500 Meter über Meer», erklärt er, «deshalb haben wir eine spätere Blüte, die dieses Jahr genau in eine Schönwetterperiode fiel». Das Resultat: «Ein ausgezeichneter Jahrgang, qualitativ und auch quantitativ».
Wer nicht bis nächstes Jahr warten kann, hat bereits dieses Wochenende die Gelegenheit, einen Schluck vom Jahrgang 2007 zu probieren – in Form des berühmten weissen Sausers. Schwarzenbachs werden wieder um die 2500 Liter davon an die Obermeilemer Suuserchilbi liefern.
Auch der Traubensaft für den «Suuser» war dieses Jahr aussergewöhnlich früh parat und wird nun schon seit einem Monat bei zwei Grad Celsius gelagert, um nicht vorzeitig zu gären. Seit Mittwoch wird er mit zugesetzter Hefe und sorgfältig regulierter Temperaturerwärmung kontrolliert vergoren, so dass der feine Manne-, Wiiber- und Goofesuser just am Samstag und Sonntag den richtigen Alkoholgehalt aufweist.
(ka)