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«Zwischen Range Rover und Subaru

An allen möglichen Anlässen in Meilen mit dabei: Franz Vital Hauser an der Viehschau




Ein Filmporträt von Meilen

Viele Meilemer haben ihn mit seiner Kamera schon im Dorf angetroffen: Franz Vital Hauser arbeitet seit einem Jahr an einem Film über die Gemeinde.
Der ruhige, unauffällige Mann, immer ganz in Schwarz gekleidet, war in den letzten zwölf Monaten bei allen möglichen alltäglichen oder speziellen Szenen in Meilen präsent und hielt sie mit der Handkamera fest: Die Viehschau, eine Schifffahrt, Arbeiten im Rebberg, ein Morgen am Bahnhof… «Ich sehe mich als Zaungast», sagt Franz Vital Hauser, «im Idealfall merken die Leute gar nicht, dass ich sie mit der Kamera begleite.»

160 Stunden werden zu zwölf Minuten
Der Film entsteht in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Meilen, die ihn zur Information und für die Imagepflege verwenden wird. Jeder Neuzuzüger in der Gemeinde wird ab nächstem Jahr die DVD als Geschenk erhalten, und sie wird auch im Direktverkauf erhältlich sein.
Dennoch handelt es sich für den professionellen Dokumentarfilmer Franz Vital Hauser nicht nur um eine reine Auftragsarbeit. «Ich werde für den Film wohl doppelt so viele Arbeitsstunden aufwenden wie ich verrechne», sagt er.
Obwohl er auch Sponsoren suchte und fand, ist das Ganze für ihn mehr als ein kommerzielles Projekt: Der 59-jährige Hauser, der erst vor neun Jahren nach Meilen zurückgekehrt ist, wo er aufgewachsen ist, findet es «ehrenvoller, etwas schön zu machen, als es nur für Geld zu machen.» Damit er sich seinen Filmprojekten – gerade ist auch ein Filmporträt über den St. Gotthard-Pass in Arbeit – mit dem nötigen Herzblut widmen kann und dennoch ein «geregeltes» Einkommen hat, arbeitet er regelmässig als Lehrer.

Lustvoll, aber mit Tiefe
So oder so ist der Aufwand, wie bei jeder Filmproduktion, gewaltig: Aus 160 Stunden Drehmaterial werden am Ende zwölf bis fünfzehn Minuten Film. Das Rohmaterial bearbeitet Hauser in seinem Studio «ça tourne» an der Austrasse in Obermeilen, wo er mit seiner Frau Andrea – wichtige Coachingpartnerin und Co-Autorin –, drei Kindern, zwei Hunden und anderen Haustieren lebt. Trotz der langen Drehzeit: Rund 80 Prozent der Arbeit geschieht im Studio.
Auf einem der beiden grossen Bildschirme ist eben ein Filmausschnitt zu sehen: Ein Pendlerstrom bewegt sich in der Morgensonne vom Bushof zum Bahnhof. Dazu ist ein Stück von Mozart zu hören und Hausers Stimme, die etwas über die Verkehrsanbindung von Meilen an die Stadt erzählt. Der Film wird zunächst einem Informations-Text entlang aufgebaut, den Franz Vital Hauser selber verfasst hat, im Verlaufe der Zeit werden die Szenen mit Hilfe eines Schnittprogramms aber immer wieder verändert, verfeinert und variiert. «Es ist, wie wenn man ein Puzzle zusammensetzen würde», sagt Hauser. Regelmässig trifft er sich auch mit einem Gremium aus der Gemeinde, das die Filmarbeiten begleitet.
Gedreht wird in High-Definition-Qualität, was brillante, strahlende Bilder ergibt. Sowieso mache er «einen Schönwetter-Film», sagt Hauser, es solle ein Film werden, der lustvoll anzuschauen ist, der Freude macht, informiert und auch eine gewisse Tiefe hat. Ein realistisches Zeitdokument zwar, aber ein liebevolles.

Das Gremium gibt grünes Licht
Während der Dreharbeiten habe er einiges über Meilen gelernt, sagt Franz Vital Hauser. Vor allem «die Diskrepanz zwischen Range Rover und Subaru», also zwischen Goldküsten-Luxus und ursprünglichem Leben, habe er oft gespürt. «Meilen bemüht sich, einerseits am Fortschritt teilzunehmen, anderseits aber gewisse gewachsene, dörfliche Strukturen zu erhalten.»
Bald ist der Rohschnitt des Films mit dem Arbeitstitel «Das ist Meilen» fertig. Dann wird er dem Gemeinderat und dem beratenden Gremium vorgeführt und, wenn alle grünes Licht geben, mit einem professionellen Sprecher vertont.
Auf die letzten Arbeiten freut sich Hauser: «Alle nötigen Infos sind jetzt drin, ich habe sozusagen die Pflicht erfüllt. Jetzt kommt die Kür mit weiteren Aufnahmen, die mir besonders gut gelungen sind und dem Film Charme und Tiefe geben.»
(ka)




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