AZ Meilen · Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Theater Heubühne mit Opernspass

Jardena Flückiger als Lenka, Ludovic Allenspach als Werner

 

«Die Dickköpfe» – ein Opernschmaus

 

«Operella – die Taschenoper» bietet den Besuchern der Heubühne Herrliberg mit ihrer diesjährigen Produktion einen genüsslichen Opernspass. Dvoráks einaktige Oper «Die Dickköpfe» wird durch die «ausgekochte» Regie und lockere Umsetzung zum Leckerbissen. Aus ein- und denselben Zutaten kann man lieblos ein langweiliges Essen zubereiten. Man kann aber auch etwas Köstliches kreieren, wenn man mit Können, Phantasie und Begeisterung ans Werk geht. Genau das schaffen die fünf jungen Sängerinnen und Sänger unter der musikalischen Leitung von Corina Gieré und der Regie von Regina Heer. Sie bringen frisches Musiktheater auf den Tisch, respektive die Bühne. Dvoráks komische Oper bietet eingängige Musik mit schönen Ensembles, aber eine mehr als schlichte Handlung: Zwei junge Leute mögen sich zwar, wollen aber aus Trotz nicht auf die elterlichen Heiratspläne eingehen, bis ihnen der Onkel vorgaukelt, die Mutter des jungen Mädchens habe es selbst auf den Jüngling abgesehen und der Vater des Jünglings auf das junge Mädchen.In ihrer kurzen Einführung berichtet Regina Heer, sie habe drei Täter und kein Motiv vor sich gehabt. Als erfahrene Regisseurin, die weiss, dass die Würze einer Geschichte aus der Glaubwürdigkeit der Figuren hervorgeht, hat sie mit den Sängerinnen und Sängern lebendige Charaktere und «wasserdichte» Motive herausgearbeitet. Das Libretto der «Dickköpfe» gibt weder Berufe für die Figuren noch Schauplätze vor. Das hat sich die Regisseurin zunutze gemacht und einen Spielort gewählt, der die Handlung nicht nur verständlicher und spannender macht, sondern sogar zum Duften bringt: eine Hotelküche. Das Reich des jungen Mädchens, das hier als Köchin fungiert, ist durch eine Scheibe von der Spülküche getrennt, wo der junge Mann Mengen von Silber poliert. Sie sehen sich, können sich aber nicht verstehen. Diese Anlage eignet sich bestens für die Intrige des Onkels, denn so kann eine Geste der Dankbarkeit problemlos als Liebesbezeugung missverstanden werden – wenn man mit dem passenden oder eben unpassenden Kommentar nachhilft. Die Küche wird zur Gerüchteküche. Schon das erste Bild lässt tief blicken: Während die verschlafene Köchin Kaffee braut, liegt der Onkel unbemerkt in der Nische hinter dem Ofen. Offensichtlich hat er lange gezecht und schon längst seine eigene Bleibe verspielt. Kein Wunder also, dass er, gegen ein entsprechendes Entgelt, mithilft, das junge Paar zusammenzubringen. Und wenn die jungen Leute schliesslich durch die schalldichte Scheibe das Missverständnis aufzuklären suchen und sich ihre Liebe erklären, dann ist das ein tolles Kabinettstück – auch oder gerade weil die plötzliche Innigkeit wohl auch ein Missverständnis ist.   Die jungen Sängerinnen und Sänger, die noch in der Ausbildung sind oder diese vor kurzem erst abgeschlossen haben, stehen stimmlich nicht alle am gleichen Punkt, bringen aber eine erfreuliche Ensembleleistung zustande. Darstellerisch bieten sie echtes musikalisches Theater. Sie spielen ihre Charaktere sehr überzeugend – und sie singen ganz selbstverständlich aus diesem Spiel heraus. Nie bemerkt man einen Blick zur Pianistin, was einerseits für die souveräne Einstudierung und Klavierbegleitung von Corina Gieré spricht. Andererseits wissen diese Sängerinnen und Sänger einfach, was ihre Figuren umtreibt, und dieses Selbstverständnis sieht und hört man ihnen an. Weitere Vorstellungen: heute Freitag 21. September, 19.30 Uhr, Samstag 22. September, 19.30 Uhr, Sonntag 23. September, 17.00 Uhr.Vorverkauf: Buchhandlung am Kreisel in Feldmeilen, Telefon 044 261 08 47 oder unter operella@gmx.chDie Plätze sind nummeriert. Eintrittspreise: 30 Franken für Erwachsene, 20 Franken für Jugendliche, Studierende und ATM Mitglieder.Bar und Abendkasse sind eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet.Pia Schwab


Aus dem aktuellen Inhalt

  • Brückenschlag im Beugenbachtobel
    Über 250 Meter Tragseile, etwas mehr als 140 Meter Erdanker, ein paar Tonnen Stahl und Beton sowie fünf Kubikmeter Holz für den Gehweg: Daraus wird die neue Fussgänger-Hängebrücke über den Beugenbach erstellt. Seit Mitte April wird gebaut. Zuerst wurden die Pfähle für eine sichere Brückenverankerung gesetzt, anschliessend wurden die Fundamente mit den Brückenpylonen betoniert.
  • Kunst-Frühlings-Apéro
    Am Samstag ab 14 Uhr findet auf dem Meilemer Werkhof Burg ein Kunst-Frühlings-Apéro statt. Mit Sibylle Pasche, Andrea Stahl und Béatrice Nyffeler.
    Frisch, farbig, frühlingshaft und mit einer exotischen Note kommt diesmal der alljährliche Tag der offenen Tür im Atelier von Sibylle Pasche daher. Es können auf dem Werkhof Burg neben neuen Steinskulpturen von Sibylle Pasche auch die neusten Designobjekte der kürzlich ins Leben gerufenen Stahlfactory GmbH, Aarburg bewundert werden. Kulinarisch wird der Anlass von Béatrice Nyffeler begleitet. Sie verwöhnt die Besucher mit einem sinnlich-würzigen Imbiss.
    Der Anlass findet draussen und deshalb nur bei gutem Wetter statt.
  • Bilder und Schmuck aus südamerikanischer Inspiration
    Ein weiteres Mal sind Benno Fognini und Elvira Wettstein mit ihren Bildern und Schmuckkreationen in der Feldner Kulturschiene zu Gast. Vernissage: Freitag, 18. Mai ab 17 Uhr. Die Ausstellung dauert bis am 27. Mai und ist jeweils von Freitag bis Sonntag von 12 bis 19 Uhr geöffnet, Montag bis Donnerstag auf Voranmeldung (079 395 31 03 oder 078 851 20 31).
    www.elvirawettstein.ch, www.Benno-Fognini.ch
  • Das Spital Männedorf will eine AG werden
    Das Spital Männedorf wird heute von einem Zweckverband betrieben, dem auch die Gemeinde Meilen angehört. Am dritten Juni-Wochenende wird an der Urne über die Umwandlung des Spitals in eine Aktiengesellschaft abgestimmt.
    Hintergrund der Abstimmung sind der fortschreitende Wandel im Gesundheitswesen und die einschneidenden Veränderungen in der Spitalgesetzgebung und -finanzierung (SPFG), die per Anfang 2012 erfolgt sind.