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zapzarap auf dem «Sässelilift in Grindelwald»


Sommerserenade der Mittwochgesellschaft auf dem Schiff


Ils Fränzlis da Tschlin, Pianist Silvian Zingg und die Gruppe Zapzarap sorgten auf drei Etagen mitten im Zürichsee für kulturelle Abwechslung.
Die Vorstandsmitglieder der Mittwoch Gesellschaft Meilen haben sich für die diesjährige Serenade etwas Besonderes einfallen lassen: Sie luden (nicht nur Gesellschaftsmitglieder) ein, ihr Interesse an der Veranstaltung auf «schwimmendem Boden» kundzutun. Wie Präsident Ruedi Schwarzenbach in seiner – aus dem Kassenkabäuschen über Mikrophon verbreiteten – Kurzbegrüssung humorig erwähnte, war das Interesse derart gross, dass anstelle des vorgesehenen Schiffes «Limmat» die viel grössere «Linth» bei der Zürichsee- Schifffahrtsgesellschaft geordert werden musste. Die Interessierten waren denn auch so zahlreich, dass man nur eng an den Tischen Platz fand. Der vieles in diesem Sommer wieder gut machende warme Abend hatte die Laune auf den drei Stockwerken schon vor Besteigen des Schiffes auf ein ordentliches Mass gehievt, allesamt harrten frohgemut der Dinge, die da kommen sollten –  sie kamen, und wie…
Der Abend war klug organisiert: In abgegrenzten Teilen konnte man dem Apéritif, servierten kalten Platte (feiner Weiss- und Rotwein ergänzten aufs Beste) und der gebotenen Kultur frönen. Facettenreichtum wurde dank Engagement von drei verschiedene Stilrichtungen repräsentierenden Künstlern geboten. Auch der Heimatkunde konnte, solange es das Tageslicht erlaubte, nach freiem Ermessen gefrönt werden: Rapperswil kam einmal von der linken, kurz darauf von der rechten Seite daher! Schönste Abendsonne liess zarte Wolkenbänder und die Künstler rötlich erglimmen, dass es eine Freude war.

Helvetisch: Ils Fränzlis da Tschlin
In ihren Volksmusiktiteln wie «Schottisch dä Joggi», «Men Hoffmeister» (Walzer), «Stilser Berg», «An der schönen blauen… Inn» (Komponist: Domenic Janett), «Ma-Circa»-Mazurka, waren sich die Vollblutmusiker in bekannter Manier ihrer Sache routiniert sicher, schlugen verschiedenste Gang- und Tonarten in rhythmisch teilweise vertrackt synkopiertem Gewand leichtfüssig an. Kamen einesteils feinste Klänge in kammermusikalischem Gewand daher, begeisterten die Protagonisten handkehrum durch markigen Zugriff auf Trompete, Klarinette, zwei Violinen und Kontrabass. Sie sind derart aufeinander eingespielt, dass Blickkontakte zwecks musikalischer Verständigung ganz unnötig scheinen, visuelle Kontaktnahmen eher der Befriedigung über eine soeben gespielte Passage Ausdruck gaben.

Amerikanisch: Silvan Zingg für einmal am Keyboard
Der von den Meilener Jazztagen bestbekannte Boogie-Woogie-Pianist von Weltklasse aus Lugano fackelte nicht lange, stieg frohgemut bei gehörigem Gesprächspegel in sein Programm ein, verstand mit launigen Worten des Publikums Aufmerksamkeit zu erheischen. Seine starken Hände hindern ihn nicht daran, Arpeggien unter das Themengut zu legen und rauschendes Laufwerk aus dem elektronischen Apparat heraus zu zaubern. Das tut er mit einer derartigen Leichtigkeit, dass es ihm zwischendurch sogar möglich ist, die Tastatur während des Spielens vom Sockel wegzuheben! Dass er nicht nur in amerikanischer Folklore «zu Hause» ist, belegte er mit spontan eingeworfenem Volksliedgut in italienischer Sprache (u.a. «L’inverno e passato»). Das Publikum sang nach Belieben und stimmlichen Möglichkeiten mit, natürlich auch auf deutsch («Rosamunde, schenke mir dein Herz»).

Interkulturell: Zapzarap
Die aus dem Zürcher Oberland stammende Gruppe hatte schon bei Bühnenauftritt das Publikum für sich gewonnen, derart sympathisch agierte das artistische Quartett. Die «Allerhand heiteren Geschichten», welche sie – szenisch ungemein geschickt garniert – zum Besten geben, faszinieren total. Was in der Folge zu hören war, war ein Mix aus vokalem Textgut und geräuschhaften (z. B. vogelstimmenartigen) Beiklängen.
In der Abfolge bedienen sich die Künstler bekannter Texte. «S’isch mer alles ei Ding», ging fliessend in «De Papscht hät s’Späck-Bschteck z’schpaat bschtellt» über und beweise erstaunliche Intonations-Sicherheit und klangliche Abstufung der Künstler. Ihre syllabischen Fähigkeiten demonstrierten sie besonders in «Sässelilift in Grindelwald», wo plötzlich «Veronika, der Lenz ist da» durchklang! Nach «Fidirullalla» und «Uf em Bärgli bin i gsässe» ist plötzlich Elvis Presley angesagt, Stiller Haas’ «Dr Aare naa» erfährt Hommage, Mani Matters «I ha en Uur erfunde» wird mit «Guggerziitli» kombiniert. Tatsächlich in letzter Minute – der Meilener Schiffsteg war wieder erreicht – nahm man dann gerne noch einen (musikalischen) Whisky-Soda.
Die Begeisterung auf den drei Linth-Etagen fand keine Grenzen, allesamt war man sich einig: Das nächste Serenadenschiff muss her! Ein Jahr Geduld allerdings ist angesagt.
bast





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