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Sommerplausch mit der Fischerrute
Am Fischerkurs von Andy Däscher hantierten auch dieses Jahr wieder Dutzende von Kindern begeistert mit Angel, Köder – und einer Eisenstange.
Zweihundert Kinder wollten beim Pro Juventute-Ferienplausch des Bezirks Meilen die Kunst des Fischens lernen. Knapp 120 von ihnen kamen an vier Kurstagen von der Männedörfler Weieren aus in den Genuss einer fundierten Einführung durch Hobbyfischer Andy Däscher, unterstützt von Roman Gmür: Pro Kurstag können höchstens 28 junge Anglerinnen und Angler betreut werden, denn es braucht Platz, um den Köder auszuwerfen, und erklärt werden muss auch so einiges.
Gelehrt wurden das Einrichten der Rute zum Angeln, Knotenkunde und, als Krönung, praktisches Fischen. Als knifflig erwies sich dabei vor allem das Knüpfen der Knoten. Die feine Anglerschnur, der Silk, verheddert sich nur allzu leicht mit Futterspirale und Anglerhaken. Dank 28 Leihruten und individueller Unterstützung konnte aber am Ende jedes der Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren höchstpersönlich «Würmli baden», teilweise sogar mit Erfolg.
«Ich habe den grösseren Fisch als du», erklärte etwa Luna jedem, der es hören wollte, und zeigte stolz ihren Fang. An die Haken gingen vor allem Schwalen, vereinzelt auch Schleien und Brachsmen. «Früher habe ich nicht viel von Fischen gewusst und nur einmal in den Ferien Krebse mit einem Netz gefangen», erklärte Lara, «aber ich finde, es ist total de Plausch.»
Andy Däscher, der am Zürichsee aufgewachsen ist und schon als Fünfjähriger mit dem Fischen angefangen hat, zeigte sich zufrieden mit der Geduld der Kursbesucher: «Sie passen auf und machen gut mit». Auch beim Töten der Fische: Däscher zeigte, wie es am schnellsten und schmerzlosesten geht, nämlich mit einer kurzen Eisenstange, die dazu dient, dem Fisch mit einem gezielten Schlag das Genick zu brechen.
Selbst das Ausnehmen und Filetieren der Fische stiess auf reges, fast schon wissenschaftliches Interesse, und am Ende des Kurses durften alle Kinder neben einem Merkblatt auch einen Fisch nach Hause nehmen, selbst die, die selber noch nichts gefangen hatten: Berufsfischer Kurt Weidmann stellte von seinem Morgenfang zehn Schwalen zur Verfügung.
(ch/ka)