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Ein Herz für Rosen

Hugo Nydegger und sein Team binden die schönsten Rosensträusse


Rosen in Feldmeilen


Hugo Nydegger ist Herr über 250'000 Rosenstöcke. «Rosenbaron» möchte er dennoch nicht genannt werden – er sieht sich eher als Bauer.
Vor zehn Jahren war der Direktverkauf von Rosen hoch über Herrliberg noch ein Geheimtipp. Zu bestimmten Stunden am Tag konnte man dort Hugo Nydeggers Rosen quasi direkt ab Stock kaufen. Seit einigen Wochen werden die duftenden Blüten nun auch an der Seestrasse in Feldmeilen angeboten: Hugo Nydegger hat das 1999 erworbene Anwesen in Herrliberg, wo er heute noch einen Teil seiner Rosen züchtet, an eine Familie verkauft. Verhältnismässig bescheidene 20'000 Stöcke blieben in Herrliberg, die restlichen wurden verpflanzt: Nach Uerkheim AG und Hagneck BE.
Allein in Uerkheim bei Zofingen nennt Hugo Nydegger heute 100'000 Rosenstöcke sein eigen, dazu kommen 130'000 in Hagneck, darunter 40'000 Freilandrosen. Wenn man bedenkt, dass pro Saison, die von April bis Ende Oktober dauert, jeder Stock vier bis fünf «Ernten» hergibt, ist das eine schier unvorstellbare Menge an Blüten. Dennoch sind Nydegger-Rosen alles andere als Massenware, im Gegenteil: Sie sind bekannt für ihre Lieblichkeit und für ihre leuchtenden Farben genauso wie für ihre Qualität und Haltbarkeit.
«Ich sehe bei meiner Rosenzucht viele Parallelen zum Weinbau», sagt Hugo Nydegger, «man muss hier wie dort geduldig pröbeln und aufmerksam beobachten, um beste Resultate zu erzielen.» Selbst jene Rosen, die in Folientunneln wachsen, werden natürlich gedüngt und biologisch gespritzt. «Ich sammle diesbezüglich noch immer Erfahrungen», sagt Nydegger, «und zwar vorwiegend gute Erfahrungen».
Die Blumenzucht hat in der Familie Nydegger Tradition. Schon der Grossvater hegte und pflegte Blumen mit Leidenschaft und verkaufte sie jeweils in Biel auf dem Markt. Enkelsohn Hugo, aufgewachsen am Bielersee, lernte zwar zuerst Koch und absolvierte die Wirteprüfung, doch nach einem Auslandaufenthalt war ihm klar, dass auch sein Herz für Blumen schlägt – vor allem für Rosen. In Uerkheim kaufte er ein Stück Land und begann damit, selber Rosen zu veredeln und zu vermehren.
In den ersten Jahren hatte er vier Sorten im Angebot und belieferte nur Blumengeschäfte und Märkte. Heute ist der Direktverkauf, auch in Aargau und Luzern, einziger Geschäftszweig. Und das Angebot wuchs von vier auf 110 Sorten: Es gibt zartrosa Buschröschen genauso wie die langstielige «Black Magic», die als Nachfolger der berühmten Baccara-Rosen gilt.
Auch nach mehr als zwei Dekaden im Dienst der Rosen steht Hugo Nydegger, Chef über 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, jede Nacht persönlich so früh auf, dass er die Rosen um halb drei in den Betrieben abholen und danach mit seinen Mitarbeitern  für den Verkauf parat machen kann. Sie werden geschnitten, nach Länge und Farbe sortiert, von den Dornen befreit und an die verschiedenen Verkaufspunkte verteilt.
Einige Mitarbeiterinnen sind bereits seit über 30 Jahren mit dabei. In Feldmeilen verkauft meist Corinne Suter die Rosen. Eigentlich ist sie medizinische Praxisassistentin, aber Blumen waren schon immer ihr Hobby, und sie freut sich, beim Rosenverkauf «fast nur mit den positiven Seiten im Leben» zu tun zu haben. Die meisten Mitarbeiterinnen sind keine gelernten Floristinnen, sondern «einfach Leute, die ihre Arbeit gerne haben», erklärt Nydegger.
In Herrliberg steht Hugo Nydegger persönlich im Laden. «Der Verkauf ist das i-Tüpfelchen, die Freude, die zurückkommt», sagt er. Er schätzt den direkten Kontakt, freut sich, wenn die Kundinnen und Kunden vorbeikommen und sich inspirieren lassen. «Es lohnt sich, die Auswahl ist jeden Tag wieder anders», meint er. Deshalb hat Nydegger seine Telefonnummer kurzerhand abgeschafft – Vorbestellungen sind nur noch persönlich möglich. Dafür gibt’s massgeschneiderte Beratung gratis dazu.
Es gibt wohl nur wenige, die bei einem Bestell-Besuch im Laden nicht noch spontan ein paar Röschen mitnehmen, zumal die Blumen einen sehr vernünftigen Preis haben. Einen handlichen, bunten Strauss, meist sind zwei bis drei Duftrosen dabei, erhält man schon für 20 Franken. Und sogar die Rosen, die bis Ladenschluss um 19 Uhr nicht verkauft werden, machen Freude, sie entzücken nämlich beispielsweise im Alterszentrum Platten die Bewohnerinnen und Bewohner.
Öffnungszeiten Rosen H. Nydegger: Herrliberg, Forchstr. 26 (nur noch dieses Jahr): Mo–Sa 6.00 bis 11.00 Uhr. Feldmeilen, Seestrasse bei Seebadgarage (neu): Mo–Fr 16.30 bis 19.00 Uhr. Vorbestellungen werden gerne persönlich entgegengenommen.
(ch/ka)



Hardmeier

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