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Pflanzenkrankheit Feuerbrand in Meilen
Auch Privatgärten können betroffen sein
2007 ist bisher das schlimmste Feuerbrandjahr. Die gefährliche Krankheit hat auch Obstbäume am Zürichsee befallen.Feuerbrand ist eine von Bakterien ausgelöste Pflanzenkrankheit, die gewisse Ziersträucher und – weitaus schlimmer - auch Kernobst befällt und sehr leicht verschleppt werden kann. 1989 wurde sie erstmals in der Schweiz festgestellt, seither kämpfen Feuerbrandkontrolleure und Bauern gegen die Ausbreitung. Gut wirksame Pflanzenschutzmittel gibt es keine, und der Einsatz von Antibiotika ist in der Schweiz nicht erlaubt. Das einzige Mittel ist die Früherkennung: In der Deutschschweiz wurde 2007 praktisch in jedem Kanton bei Kontrollen Befall entdeckt, insgesamt sind bis heute 386 Gemeinden betroffen.«Ich glaube nicht, dass wir den Feuerbrand jemals wieder ganz los werden», sagt Martin Brändli nüchtern. Der Meilemer Bio-Obstbauer bewirtschaftet in der Aebleten und im Gebiet Altschür eine Fläche von 3 Hektaren und hat sich auf alte, teils in Vergessenheit geratene Apfelsorten spezialisiert. Ausserdem ist Brändli einer der 15 Feuerbrandkontrolleure, die in Meilen unterwegs sind – und er ist selbst Betroffener, denn ein Dutzend seiner Apfelbäume sind vom Feuerbrand befallen.Die zwölf Bäume stehen alle nahe beieinander, teilweise im Schatten eines grossen Kirschbaums, damit bleibt in den Morgenstunden der Tau länger auf den Blättern liegen. Dieses spezielle Mikroklima könnte allenfalls den Befall begünstigt haben, vermutet Martin Brändli. Ganz genau weiss man allerdings nicht, weshalb manche Bäume befallen werden und andere gesund bleiben. Klar ist, dass das Feuerbrand-Bakterium gewisse Witterungsbedingungen braucht, um sich auszubreiten: eine minimale Wärme und eine gewisse Feuchtigkeit, wobei bereits hohe Luftfeuchtigkeit genügen kann. «Heuer war es schon im April und Mai sehr warm und es gab eine lange Blüte, so dass wir mit den Kontrollen früher begannen als üblich», erklärt der Feuerbrandbeauftragte der Gemeinde, Heinrich Dimmler.Kontrolliert wurden in erster Linie die Obstpflanzungen, gefunden hat man auf Meilemer Boden ausser bei Brändli noch bei einem weiteren Obstbauern zwei Befallsstellen. Die betroffenen Pflanzen müssen grosszügig zurückgeschnitten und immer wieder kontrolliert werden. Die Kontrolleure konzentrieren sich nach der Blütezeit des Kernobstes vor allem auf die Privatgärten in der Gemeinde, denn oft findet sich der Feuerbrand an Weissdornsträuchern (Cotoneaster) und vermehrt auch an Quittenbäumen, von wo aus er dann auf Obstbäume übergreift. Heikel wird es nach Hagelschlägen: Wunden an Blättern und Trieben von Apfel- oder Birnbäumen sind neue Eintrittstellen für Bakterien.Für Privatgartenbesitzer gilt übrigens dasselbe wie für Bauern: Bei Verdacht auf Befall die Pflanze auf keinen Fall berühren und sofort dem Feuerbrandverantwortlichen melden (Heinrich Dimmler, Telefon 044 925 93 22). Es kommt dann ein Kontrolleur vorbei, der eine Probe entnimmt, um sie an die Forschungsanstalt in Wädenswil zu senden. Die Befallssymptome sind schwarz verfärbte Früchte und bräunliche Blätter; im Frühstadium ist vorübergehend auch ein charakteristischer, klebriger Schleim zu sehen. Es gibt keine Versicherung für diese Art von Schäden, die für Obstbauern trotz Zahlungen von Bund und Kanton existenzgefährdend sein können: Zurzeit sind schweizweit rund 60 Hektaren so stark betroffen, dass sie gerodet werden müssen, und auf mehreren Hundert Hektaren werden befallene Bäume punktuell zurückgeschnitten. Martin Brändli hat zu seiner grossen Erleichterung seit dem Rückschnitt Ende Mai bei seinen Bäumen keine neuen Befallsherde mehr entdeckt. Die ersten Brändli-Äpfel der neuen Ernte sind etwa ab Ende Juni am Meilemer Wuchemärt zu kaufen. (ka)