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Seit letztem Sonntag haben die Meilemer Katholiken ihr renoviertes Martinszentrum wieder.
Nach knapp einjähriger Sanierung wurde am Dreifaltigkeitssonntag, dem 3. Juni, das renovierte und neu mit einem Lift zum Kirchenvorplatz versehene Martinszentrum eingeweiht.
Zur Feier des Tages zelebrierte der scheidende Pfarrer Christoph Kilarski einen Familiengottesdienst, in welchem er sich mit Symbolik und Bedeutung des Segnens beschäftigte.
Anschliessend an den Gottesdienst folgte auf die Theorie die Praxis: Lift und Zentrum wurden von Pfarrer Kilarski eingesegnet und damit offiziell der Kirchgemeinde übergeben. Kilarski und Gerard Rogowski, der anlässlich des Festes seiner alten Kirchgemeinde einen Besuch abstattete, sowie Don Angelo Saporiti, welcher den Gottesdienst auf Italienisch übersetzte, wünschten dem neuen Pfarreizentrum nichts weniger als «eine Seele» – natürlich eine gute.
Das kraftvolle Rot der Eternittafeln, die das Martinszentrum seit der Renovation umhüllen, strahlt jedenfalls sehr viel Wärme und Freundlichkeit aus, ebenso wie der einladende Eingangsbereich, der am Samstag natürlich mit bunten Ballons und Fahnen besonders festlich wirkte.
Ansprachen von Kirchenpflegepräsident Daniel Schürmann, Architekt und Gemeinderat Armin Hauser sowie Thomas Capaul, Präsident der Baukommission, folgten. Alle waren sich einig, dass die Renovation rundum gelungen ist, obwohl es in der Planungs- und Umbauphase einige «Knacknüsse» gab, die Architekt Armin Hauser in seinem Baubeschrieb schildert (siehe unten).
Gedankt und gratuliert wurde auch allenthalben: der Kirchgemeinde für die Sprechung des Kredits, der Baukommission für Sachverstand und Akribie, der Festorganisation für die Freiwilligenarbeit, der Midor für Glacé und Guetzli. Der Gemeinderat verband den Dank sogar mit einer handfesten Gabe: Das neue Pfarreizentrum erhält als Geschenk einen Gutschein für «Kunst am Bau» über 5000 Franken.
Bericht des Architekten
Auf Grund des Vorprojektes bewilligte die Kirchgemeinde St. Martin am 4. Dezember 2005 für die Renovation des Martinszentrums sowie den Anbau eines Aufzuges einen Baukredit von rund Fr. 1,9 Mio. Die eingesetzte Baukommission unter der Leitung von Thomas Capaul machte sich sofort an die Arbeit. Die bereits definierten Vorgaben wurden präzisiert und vervollständigt, das Bauprogramm mit dem Architekten erarbeitet und bestimmt.
Für die Übergangszeit mussten für die Benutzer Ersatzräumlichkeiten gefunden werden. Für das wieder verwendbare Mobiliar wie Stühle, Tische etc. wurden Lagermöglichkeiten gesucht.
In der Planungs- und Umbauphase gab es einige Knacknüsse zu bewältigen. So war es nicht immer einfach, alle Auflagen der verschiedenen Ämter zu erfüllen. Auch der Ingenieur musste einige Probleme lösen, so drohte beim Einbau des Liftes die bestehende Stützmauer zum Kirchplatz abzurutschen.
Die Vorschriften für alters- und behindertengerechtes Bauen machte den Einbau eines WCs in der Ein-gangszone notwendig; sämtliche Schwellen wurden eliminiert. Mit dem Aufzug zum Kirchenvorplatz wurde für den Personen- und Materialtransport ein lang gehegter Wunsch umgesetzt. Die Fluchtwege wurden nach Auflagen der Feuerpolizei optimiert.
Die Kirchenpflege und die Baukommission prüften verschiedene Renovationsvarianten. Der Grundriss und die solide Bauweise des Martinszentrums aus den Siebzigerjahren eigneten sich für eine umfassende Innen- und Aussenrenovation.
Die tragenden Wände konnten mehrheitlich bestehen bleiben; der vorhandene Sichtbetonbau wurde konsequent mit einer thermisch isolierenden Vorhangfassade versehen, und die neuen Holz-Metall-Fenster wurden mit Wärmeschutzglas ausgerüstet.
Herzstück des Begegnungszentrums ist der neue, schräg konzipierte Haupteingang, der offen und leicht wirkt.
Die beiden Säle des Zentrums mit neuen Akustikdecken in Ahorn wurden zurückhaltend ausgestattet. Der Parkettboden in dunklem Jatobaholz (FSC-zertifiziert) wirkt festlich, die hellen, leicht getönten Wände verleihen den Räumen Leichtigkeit.
Baupräsident Thomas Capaul ist mit dem Resultat der Renovation sehr zufrieden: mit der Verbesserung der Akustik, den modernen technischen Einrichtungen in den Sälen, der originellen Beleuchtung mit den verschiedenen lichttechnischen Möglichkeiten. Insbesondere zeigt er sich begeistert von der Anordnung der Küche. Die Einrichtungen sind einfach und die Arbeitsabläufe optimiert.
Im Verhältnis zu Kirche und Pfarrhaus wirkt der Anbau eigenständig, fügt sich aber dennoch harmonisch in den bestehenden Gebäudekomplex ein.
Das renovierte Martinszentrum ist für die Kirchgemeinde von grosser Bedeutung. Es hat Platz für Junge und Alte, für Familien, Weiterbildung und fröhliches Beisammensein. Mit der mutigen Renovation hat die Kirchgemeinde ein Zeichen für die Erneuerung und Verjüngung der Kirche Meilen gesetzt.
(ch/ka/Armin Hauser)