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Neues Gesamtverkehrskonzept für Meilen

Die Verkehrssciherheit in allen Quartieren wird überprüft

Revidierter Verkehrsrichtplan ist Basis für die Umsetzung von Massnahmen

 


Arbeitsgruppe zur Bearbeitung des Legislaturziels
Zu Beginn seiner Amtsperiode 2006 – 2010 hat sich der Gemeinderat Meilen auf der Basis seines Leitbilds verschiedene Legislaturschwerpunkte vorgenommen, so auch betreffend des Themas Verkehr.
Mit Beschluss vom 11. Juli 2006 hat sich die Exekutive zum Ziel gesetzt, ein Gesamtverkehrskonzept zu erarbeiten. In der Folge soll der kommunale Verkehrsrichtplan entsprechend revidiert werden. Zudem sei die Verkehrssicherheit in allen Wohnquartieren zu überprüfen, seien allfällige, notwendige Massnahmen festzulegen und nach Prioritäten geordnet umzusetzen.
Zu diesem Zweck hat der Gemeinderat eine breit abgestützte Arbeitsgruppe eingesetzt, in welcher die politischen Parteien, die Wachtvereinigungen und weitere interessierte Kreise wie die Schulpflege, der Elternverein, das Initiativkomitee Tempo 30 Bruech-/Ormisstrasse und der Handwerks- und Gewerbeverein vertreten sind. Die Arbeitsgruppe wurde begleitet von Fachleuten aus der Verwaltung (Tiefbau, Sicherheit), der Kantonspolizei und der Kommission öffentlicher Verkehr. Die Projektleitung wurde dem Ingenieurbüro Suter von Känel Wild AG übertragen. Die beiden Ortsplaner Alwin Suter und Michael Camenzind kennen die Verhältnisse in Meilen bestens und waren deshalb sehr rasch mit dem Thema vertraut.
Am 11. September 2006 fand an einer öffentlichen Orientierungsversammlung der «kick-off» statt. Die Bevölkerung wurde über die Ziele und Arbeitsweise des Projekts orientiert und gleichzeitig eingeladen, sich mit Ideen aktiv zu beteiligen.

Gesamtverkehrskonzept als Grundlage für den Richtplan
In insgesamt über 20 Sitzungen hat die Arbeitsgruppe – aufgeteilt in drei Subprojekte je für die Wachten Feldmeilen, Dorf-/Bergmeilen und Obermeilen – zuerst einen Konfliktplan aufgenommen, dann die beabsichtigten Verkehrsströme festgelegt und schliesslich die Netze für den motorisierten Individualverkehr, den Velo-, Fuss- und Busverkehr zu einem für das ganze Gemeindegebiet gültigen Gesamtverkehrskonzept zusammengesetzt. Dieses Konzept dient als Grundlage für die Totalrevision des Verkehrsrichtplans von 1985/1997. Das Strassennetz von Meilen wird in die Kategorien Staatsstrassen, Haupterschliessungen, Quartierverbindungen und Quartiererschliessungen eingeteilt. Je nach Strassenkategorie sind entsprechende Anforderungen an den Ausbau definiert.
Die Arbeitsgruppe hat jedoch nicht nur die normativen Grundlagen entworfen, sondern hat sich auch damit befasst, wie dem (theoretischen) Plan zum (praktischen) Durchbruch verholfen werden könnte. Aus dieser Gedankenarbeit ist ein Katalog mit gegen 60 kleineren bis umfassenden Massnahmen hervorgegangen.
In einem ersten Schritt geht es nun aber darum, dass die rechtliche Grundlage festgelegt wird. Diese wird in Form des Verkehrsrichtplans definiert. Die Bevölkerung hat die Möglichkeit, sich dazu zu äussern und Einwendungen zu äussern. Nach dieser Vernehmlassung wird der Plan durch den Gemeinderat überarbeitet und dann voraussichtlich am 10. Dezember 2007 der Gemeindeversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt.

Massnahmenpaket zur Durchsetzung des Richtplans
Sofern der Souverän dem total revidierten Verkehrsplan zustimmt, wird die Arbeitsgruppe vom Gemeinderat den Auftrag erhalten, den vorgeschlagenen Massnahmenkatalog zu verifizieren, zu konkretisieren und unter Beachtung der politischen, rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten nach Prioritätenreihenfolge in einen Zeitplan für die Umsetzung zu überführen. Für die bauliche Umsetzung sind – je nach Kredithöhe der Projekte – die Baubehörde, der Gemeinderat, die Gemeindeversammlung oder die Stimmberechtigten an der Urne zuständig. Das Ergreifen von polizeilichen Massnahmen liegt in jedem Fall in der Kompetenz der Behörden.

Verkehrspolitische Ziele des Gemeinderats
Dem Gemeinderat geht es mit seinen verkehrspolitischen Zielen darum, auf den Verbindungen für den Durchgangs- und den Binnenverkehr eine möglichst gute Durchlässigkeit zu erreichen und gleichzeitig auf dem gesamten Strassennetz die Verkehrssicherheit zu erhalten beziehungsweise wo nötig zu erhöhen.
Der Gemeinderat möchte die Quartiererschliessungen von Durchgangs- und Schleichverkehr möglichst entlasten und den Ziel- und Quellverkehr in den Wohnquartieren bestmöglich beruhigen. In einem «Achsen-Kammern-Prinzip» sind die Haupterschliessungen und Quartierverbindungen durchlässig zu gestalten, die Quartiererschliessungen hingegen soweit möglich nur für quartiereigenen Verkehr vorzusehen. Das kann mit baulichen und/oder mit polizeilichen Massnahmen geschehen.
Bauliche Massnahmen sollen den ästhetischen Anforderungen einer Gemeinde mit hoher Lebensqualität gerecht werden. Die finanziellen Aufwendungen haben sich aber im tragbaren Rahmen zu bewegen. Stehen horizontale und vertikale Versetzungen zur Wahl, ist den horizontalen Hindernissen den Vorzug zu geben. Die Fahrplansicherheit des öffentlichen Verkehrs (Ortsbus) darf nicht behindert werden.
Eine flächendeckende Einführung von Tempo 30-Zonen lehnt der Gemeinderat ab. Tempo 30 ist für den Gemeinderat auch keine Option auf Haupterschliessungen und Quartierverbindungen sowie auf Bus-Strecken. Hingegen erachtet der Gemeinderat Tempo-30-Zonen als mögliche massgeschneiderte Lösung in abgeschlossenen Wohnquartieren. Aufgrund der bekannten Nachteile der Tempo 30-Signalisation (konsequenter Rechtsvortritt und keine Fussgängerstreifen, obwohl immer die Motorfahrzeuge im Vortritt sind) hat der Gemeinderat eine grössere Sympathie für die polizeiliche Massnahme in Form der Signalisation «Begegnungszone». Dieses Regime kann sinnvoll sein sowohl in Flaniermeilen (Einkaufsstrassen in Zentrumslagen) als auch in Wohnquartieren für Sackgassen. Anders als bei Tempo 30-Zonen eignen sich Begegnungszonen als Erweiterung der Spielflächen für Kinder auf den Strassenraum, da immer Fussgänger Vortritt gegenüber Radfahrern und Benützern von fahrzeugähnlichen Geräten (Trottinette, Kinderräder, Rollschuhe, Inline-Skates) und diese gegenüber dem Motorfahrzeugverkehr haben.

Einladung zur Orientierungsversammlung
Der Gemeinderat wird am Montag, 4. Juni 2007, 19.30 Uhr im «Löwen» den Verkehrsplan und das Massnahmenpaket vorstellen und Gelegenheit zur Diskussion geben. Ab 19.00 Uhr sind die Pläne im Gewölbekeller des «Löwen» ausgestellt. Der Gemeinderat freut sich auf ein reges Interesse der Bevölkerung.
Gemeinderat Christoph Hiller, Ressortvorsteher Sicherheit, Vorsitzender Arbeitsgruppe «Verkehrskonzept/Verkehrssicherheit»





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