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Gelübde über der brandneuen Polizeistandarte
Letzten Freitag Abend traf sich eine illustre Schar von Polizisten, Politikern, Gemeindeangestellten, Feuerwehrleuten und Zivilschützern im Reservoir Gerbe ob Burg zu einem stattlichen Anlass.
Grund für die Feststimmung war die Inkraftsetzung eines wichtigen Vertrages zwischen Meilen, Herrliberg und Erlenbach. Der Vertrag besagt, dass die Polizei der Gemeinden Meilen/Erlenbach die kommunalpolizeilichen Aufgaben neu auch für die Gemeinde Herrliberg übernimmt. Damit das Polizeikorps diese Aufgabe wahrnehmen kann, musste es mit zwei neuen Polizisten verstärkt werden. Deren Vereidigung fand ebenfalls an diesem Anlass statt.
Der Meilemer Sicherheitsvorstand, Gemeinderat Christoph Hiller, erklärte in einer kurzen Rede, warum die drei Gemeinden bei der polizeilichen Grundversorgung zusammenspannen: «Der Kanton verlagert immer mehr – auch polizeiliche – Aufgaben in die Gemeinden. So sind Gemeinden heute verpflichtet, pro 3000 Einwohner einen Polizisten zu stellen. Ausserdem muss die Gemeindepolizei nicht nur am Tag, sondern auch nachts Einsätze leisten können. Für eine einzelne Gemeinde ist es kaum möglich, diese Anforderungen zu erfüllen. Deshalb haben wir einen Zusammenarbeitsvertrag abgeschlossen.»
Mit der neuen Regelung verfügen die drei Gemeinden über eine flexible und effiziente Lösung im Bereich der sicherheitspolizeilichen Grundversorgung. Die Neuregelung hat mannigfaltige Vorteile. So können sich die Polizeibeamten gegenseitig aushelfen, es besteht die Möglichkeit, Spezialistenwissen zu fördern, und schliesslich ist ein vergrössertes Polizeikorps ein attraktiver Arbeitgeber. Die neue Regelung beinhaltet konkret, dass der Polizeiposten in Meilen während der ordentlichen Öffnungszeiten mit einem Postensachbearbeiter besetzt ist, der für Anzeigen oder sonstige polizeilichen Angelegenheiten auch der Kundschaft aus Erlenbach und Herrliberg zur Verfügung steht. Bei allen drei Gemeindeverwaltungen verbleiben jedoch die Sicherheitssekretariate, welche für verwaltungspolizeiliche Angelegenheiten wie beispielsweise das Bewilligungswesen nach wie vor Anlaufstelle sind. In dringlichen Fällen kann zudem eine Patrouille ins jeweilige Gemeindehaus aufgeboten werden.
Neu ist auch, dass die Kontrolle des ruhenden Verkehrs wieder durch die Polizei wahrgenommen wird, nachdem jahrelang die Protectas dafür zuständig zeichnete. Aber auch sonst wird das Korps verstärkt Präsenz markieren. So sollen auch abends, nachts und an Feier- und Wochenendtagen Patrouillen unterwegs sein. Temposünder haben ausserdem künftig nichts mehr zu lachen: Das neue Korps wird vermehrt Geschwindigkeitsmessungen in Wohnquartieren vornehmen.
Der Zusammenarbeitsvertrag zwischen Meilen und Erlenbach besteht bereits seit 2005. «Herrliberg wollte zuerst einmal abwarten und schauen», wie es Gemeindepräsident Rolf Jenny formulierte. Nun schliesst sich Herrliberg an. Der neue Polizeiverbund ist bis im Oktober 2008 als Ergänzung zur bestehenden Gemeindepolizei gedacht. Dann geht Polizeiwachtmeister Düsel in Pension, und der neue Vertrag kommt voll zum Tragen. Keinen Einfluss hat die neue Zusammenarbeit auf die bestehenden und bewährten Kooperationsabkommen mit dem Polizeiverbund von Männedorf, Uetikon und Oetwil und anderen Kommunalpolizeien. Die gegenseitige Unterstützung wird auch in Zukunft gross geschrieben.
Die Polizei als Dienstleistungsunternehmen wird also auch in Zukunft voll und ganz zum Nutzen der Einwohner da sein. Damit das auch richtig klappt, wurden am Freitag im Reservoir mit Daniel Elsener (Wachtmeister) und Werner Strassmann (Polizeilicher Sicherheitsassistent) zwei erfahrene Polizisten in das Korps der drei Gemeinden aufgenommen. Die beiden hatten die Ehre, ihr Vereidigungsgelübde als erste über der brandneuen Polizeistandarte abzulegen. Zu feiern gab es auch die Beförderungen von Polizeichef Martin Schmäh zum Leutnant und von Wachtmeister Gerhard Schaub zum Feldweibel.
Sichtlich stolz nahmen die beiden ihre Urkunden entgegen. Polizeichef Schmäh meinte nach der Beförderung: «Wir werden auch in Zukunft voll und ganz für die Bevölkerung da sein!» Man gratuliert und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit mit der Polizei.
(pa)