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Jetzt muss nur noch die Gemeindeversammlung zustimmen
Am Dienstag wurde der Vertrag unterzeichnet, der die Verwirklichung des Projektes «nucleus» ermöglicht. Falls die Gemeindeversammlung diesem Vertrag am 10. März zustimmt, entstehen im Dorfzentrum drei neue Häuser mit Läden und Wohnungen sowie eine Parkgarage.
Blenden wir kurz zurück: Vor sieben Jahren nahm das Projekt «nucleus» seinen Anfang. Das Architekturbüro von Ballmoos Krucker aus Zürich gewann einen Ideenwettbewerb, der das Meilemer Dorfzentrum – zur Zeit mit Dorfprovisorium, Parkplätzen und «Centro» deutlich unterbewertet – zu neuem Leben erwecken soll. Zwei Jahre später kam das Verkehrs- und Parkierungskonzept dazu: Der Verkehr soll besser gelenkt werden, die Autos verschwinden vom Gemeindehausparkplatz und finden in einer Parkgarage Platz.
Solche grossen Würfe sind natürlich nicht gratis zu haben. Es werden mit Kosten von um die 30 Millionen Franken gerechnet. Damit das Geld nicht von der Gemeinde und damit den Steuerzahlern aufgebracht werden muss, suchten und fanden Gemeinderat und Schule eine andere Lösung: Dank einem Baurechtsvertrag erhält ein privater Investor, die Swisscanto Anlagestiftung, das Recht, auf ihre Kosten die drei Häuser und die Parkgarage zu erstellen.
Swisscanto darf diese natürlich auch vermieten, wobei die Gemeinde als Abnehmer für etwas mehr als 160 Parkplätze im Parkhaus bereits feststeht. Der Baurechtsnehmer bezahlt dafür der Gemeinde und der Schule rund 400'000 Franken Baurechtszins pro Jahr, die sie dann wieder in attraktive Nutzungen (z.B. ein Begegnungszentrum) fliessen lassen können – «und nicht etwa in Steuersenkungen», wie Gemeindepräsident Isler im März 2007 an der öffentlichen Orientierungsversammlung feststellte.
Dass so ein Baurechtsvertrag, an dem über zwei Jahre herumgetüftelt worden ist, kein schmalbrüstiges Werk sein kann, ist klar. Bis am grossen Tisch unter der Aufsicht von Notar Christian Biefer das 19-seitige Opus mit sieben Seiten Anhang in Form von Plänen von allen Beteiligten unterzeichnet war, vergingen deshalb mehr als zwanzig Minuten und musste kräftig geblättert werden.
Ihre Unterschrift unter den Vertrag setzten Gemeindepräsident Hans Isler und Gemeindeschreiber Didier Mayenzet, Schulpräsident Werner Bosshard und der neue Schulsekretär Manuel Strickler seitens der Baurechtsgeber sowie Peter Jaeggi, Leiter Immobilienbereich Swisscanto, und André Nussbaumer, Leiter Kauf/Verkauf Swisscanto seitens der Baurechtsnehmer. Flankiert wurden sie von Hochbauvorstand Jürg Herter, der das Projekt seit Jahren begleitet, und von Baufachmann Bernhard Lauper von Immopro.
Für die Swisscanto ist das Meilemer Public Partnership Projekt in dieser Form eine Premiere: «Wir haben dafür einen ziemlich grossen Aufwand betrieben», sagte Peter Jaeggi, «es ist eine Herausforderung, jedoch auch ein spannendes Projekt, hinter dem wir aus langfristigen strategischen Überlegungen heraus voll und ganz stehen.»
Wichtig für das gute Gefühl der Swisscanto als Investor sei auch die bereits fixierte Zusammenarbeit mit der Karl Steiner AG als Promotor und Generalunternehmer.
Baubeginn könnte, falls keine Rekurse eingehen, im Frühjahr 2009 sein, Bezug zwei Jahre später. Das sind einige Monate Rückstand auf die ursprüngliche Marschtabelle. Sie sind darin begründet, dass eine verwickelte Situation mit privaten und UBS-eigenen Baurechten noch bereinigt werden musste. Da davon just jener zentrale Flecken Boden betroffen war, auf dem dereinst eine Freitreppe vom Parking auf den Dorfplatz führen soll, «wollten wir hieb- und sichfeste Verhältnisse schaffen», sagte Gemeindepräsident Isler.
Nach abgeschlossener Unterzeichnung freuten sich die Vertragspartner sichtlich. «Nun ist die Schlussphase eingeleitet», meinte Notar Christian Biefer, und Jürg Herter ergänzte: «Mein Puls beruhigt sich erst jetzt langsam wieder.» An der Gemeindeversammlung vom 10. März wird sein Puls sicher nochmals steigen: Nur wenn die Stimmberechtigten dem unterzeichneten Baurechtsvertrag zustimmen, kann das neue Meilemer Dorfzentrum tatsächlich entstehen.
(ka)