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Letzte Serie der «bedeutenden Gebäude» ausgezeichnet

Projektleiter Reto Stark von der Gemeindeverwaltung, Historiker Peter Kummer, Gemeindepräsident Christoph Hiller und Bergwacht-Präsident Werner Wunderli enthüllen die Infotafeln zum Weiler Burg.

Am vergangenen Montag wurde ein grosses Werk – vorübergehend – abgeschlossen: Die vierte Serie der Beschriftung von bedeutenden Gebäuden in Meilen ist vollendet. Die Vernissage wurde mit einer kleinen Feier im Weiler Burg begangen.
Seit 2011 werden in Meilen jedes Jahr rund zwei Dutzend architektonisch oder kulturgeschichtlich wichtige Gebäude mit kleinen quadratischen Tafeln be- und ausgezeichnet. Auf den grauen Tafeln sind Informationen zu Baujahr, Geschichte und Funktion des betreffenden Hauses notiert. «Eine Gemeinde ist nicht nur durch ihre Lage, ihre Bewohner, ihre Arbeitsplätze, ihre Vereine und ihre Feste definiert, sondern nicht zuletzt auch durch ihre Vergangenheit», erklärte Gemeindepräsident Christoph Hiller die Motivation des Gemeinderats für die Serie: Diese Vergangenheit werde nachvollziehbar gemacht und stelle sich dar gerade auch mit Häusern und ihrer unterschiedlichen Bedeutung.

Auch ganze Weiler haben eine Tafel erhalten

Nun sind also zu den bereits bestehenden 67 mit Tafeln als «bedeutend» bezeichneten Objekten weitere 28 hinzugekommen, vom Weinbauernhaus bis zum Badhüsli, von der Villa bis zum Werkgebäude. Auch vier Weiler sind neu mit dabei: Toggwil, Hinterer Pfannenstiel, Aebleten und eben Burg. Am Brunnen vor der schmucken Burg versammelten sich am Montag die Macher der Tafeln, Hauseigentümer und weitere geladenen Gäste, das Weissweinglas – und zeitweise den Schirm – in der Hand, den Blick auf die herausgeputzten Fachwerk-Häuser Unterer und Oberer Hof gerichtet. Auch das vom Brunnen aus nicht sichtbare Haus Friedberg und weitere Gebäude gehören zum grössten Weiler Meilens, der Ende des 16. Jahrhunderts zu wachsen begann und heute unter anderem die Wirtschaft zur Burg umfasst.
Anders als bisher üblich wurden auf der Burg die Tafeln nicht direkt an den Gebäuden befestigt, sondern auf einem von Burg-Schlosser und Neu-Gemeinderat Thomas Steiger konstruierten Metallkonstruktion aufgereiht, samt Lageplan. «Es ist einladender so», begründete Werner Wunderli, Bewohner des «Unteren Hof» und Bergwacht-Präsident, die spezielle Lösung, für die er sich stark gemacht hatte.

Neu mit dabei: «Breuer Lakehouse»
Fast alle der neu beschrifteten Gebäude sind problemlos bei einem Spaziergang zu finden und zu sehen; der Plan mit den genauen Adressen liegt dem heutigen Meilener Anzeiger bei. Eine der wenigen Ausnahmen bildet ausgerechnet eines der speziellen Schmuckstücke der Auswahl, das «Breuer Lakehouse», das sich auch im Verzeichnis der «Schutzobjekte von regionaler Bedeutung» befindet.
Die Bauhaus-Villa wurde vom weltberühmten Architekten Marcel Breuer entworfen und 1958/59 im Feldner Hausacher 35 errichtet – also nicht direkt am See, doch mit Seeblick. Bei diesem bedeutenden Gebäude, das von der Strasse her kaum einsehbar ist, muss man sich mit dem Foto auf dem Plan begnügen.

Fotos vom Helikopter aus
Fotograf Thomi Flück hat speziell darauf geachtet, dass auf keinem der Bilder Autos oder Fussgänger zu sehen sind, und dass die Gebäude perfekt zur Geltung kommen. Manche Bilder wurden sogar vom Helikopter aus aufgenommen. Auch die Texte für die Haustafeln zu verfassen war eine keine leichte Angelegenheit, wie «Dorfhistoriker» Peter Kummer dem Vernissagepublikum erzählte: Es galt, Daten aus vielen verschiedenen Quellen zu finden, zu sichten und zu gewichten und den Text kurz, aber informativ zu halten, ohne in Telegrammstil zu verfallen: Jede Tafel sei die Summe von Kompromissen.
Oft sehr erfreulich war die Zusammenarbeit mit den Hauseigentümern. Einer liess sogar auf eigene Kosten ein dendrochronologisches Gutachten erstellen, damit das Alter des Gebälks auch wirklich korrekt benannt werden konnte.

Zusammenfassende Broschüre
Von der Arbeitsgruppe, die für die Auswahl der Gebäude zuständig war, wird man noch einmal hören. Im Gespräch sei eine zusammenfassende Broschüre mit allen Tafeln oder ein Internetauftritt oder ein App, sagte Peter Kummer. Dort werden dann auch mehr und ausführlichere Texte und Informationen Platz finden als auf den grauen Tafeln. Wer bereits jetzt weitere Details erfragen wollte, konnte dies am folgenden Apéro in der Wirtschaft zur Burg tun – bei feinen Häppchen, serviert vom seit einer Woche in Meilen tätigen neuen Wirtepaar Marianne und Turi Thoma.

Hardmeier

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