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Unterm Birnbaum

Abel Hradscheck (Helmuth Stanisch) und seine Frau Ursel (Lilo Rieder) blicken dem Grauen entgegen, schadenfreudig beobachtet von Mutter Mietzel (Rosmarie Keller).

Fontanes Kriminalnovelle auf der Heubühne
 

Das Atelier Theater Meilen holt Theodor Fontanes «Unterm Birnbaum» auf die Bühne. Unter der Regie von Volker Ranisch wird gelästert, geheuchelt und gemeuchelt.
Gastwirt Abel Hradscheck ist in finanziellen Nöten. Nicht nur trinkt er seinen Wein selber und verspielt beim Glücksspiel sein Geld, er hat auch Anschaffungen gemacht, die über seine Verhältnisse gehen. Seine Frau Ursel, eine Zugezogene, mag es aber gerne etwas vornehmer, weshalb die Dorfleute genüsslich über die Schwierigkeiten der beiden herumtratschen.
Eines Tages kündigt sich der Handelsreisende Szulski an, um sein Geld einzufordern. Hradscheck wird immer verzweifelter. Um sich zu zerstreuen, arbeitet er im Garten und findet die Leiche eines französischen Soldaten unter seinem Birnbaum. Das jagt ihm zwar einen gehörigen Schrecken ein, doch bald kommt ihm eine raffinierte Idee, wie er seine Schulden loswerden kann…

Streben nach Prestige und Geld
Theodor Fontane schuf mit dieser Novelle ein frühes Meisterwerk des Genres der Kriminalgeschichte. Aber Fontane wäre nicht Fontane, wenn es ihm lediglich um einen Fall aus dem Kriminalarchiv ginge. Ein Mord, bei dem Täter und Motiv von Anfang an bekannt sind, bildet den Ausgangspunkt für eine genaue Schilderung eines Dorfes, dessen Einwohner sich gegenseitig hinter vorgezogenen Vorhängen argwöhnisch beäugen. Das Streben nach Prestige und Geld dominiert ihr Bewusstsein, alles andere, selbst der Tod, berührt sie nur an der Oberfläche: «Armut ist das Schlimmste, schlimmer als der Tod!».

Man soll sich nur wundern
Der Regisseur Volker Ranisch bearbeitete Fontanes Kriminalnovelle für die Bühne. Acht Schauspielerinnen und Schauspieler erzählen spielend und singend gemeinsam mit einer Pianistin die Geschichte. Dabei verwenden sie die theatralischen Mittel des epischen Theaters mit seinen typischen Verfremdungseffekten. Bei allem Vergnügen, die Figuren in ihren Widersprüchlichkeiten zu entdecken, wird das Publikum zum kritischen Betrachter und darf sich in bester Brecht’scher Manier verwundert fragen: «Diese Menschen da auf der Bühne – warum machen die denn das? Könnten die nicht auch anders?». Mit diesen Fragen findet sich der Zuschauer mitten im prallen Leben wieder. Denn wohl jeder hat seinen Birnbaum…
Die Premiere findet am Mittwoch, 29. Oktober um 20.00 Uhr im Theater Heubühne in Feldmeilen statt, weitere Aufführungen bis am 29. November jeweils mittwochs, freitags, samstags (20.00 Uhr) und sonntags (17.00 Uhr).
Telefonischer Vorverkauf: 044 915 25 66 Papeterie im Dorf, Herrliberg, Di – Sa, 9 bis 12 Uhr) oder online unter www.ateliertheater-meilen.ch


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