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Das Alterszentrum Platten erhält einen Neubau

Der vierstöckige Neubau auf der «Platten» wird über insgesamt 84 Einzel-Pflegezimmer verfügen.

In knapp vier Jahren mit 20 Betten mehr

 

Das Alterszentrum Platten (AZP) wagt den Befreiungsschlag: Drei über 50-jährige Häuser werden abgebrochen, stattdessen erstellt die Stiftung Alters- und Pflegeheim Meilen bis Ende 2020 einen grosszügigen Neubau mit Sicht auf See und Berge.
Heute verfügt das AZP über 105 Pflegeheim-Plätze, dazu kommen je rund 40 Alterswohnungen im Neubau an der Plattenstrasse sowie in Dollikon. «Wir werden auf jeden Fall in Zukunft mehr Pflegezimmer benötigen», sagte AZP-Direktorin Gisela Kessler-Berther am Dienstag bei einer Medienorientierung: Den mittelfristigen Bedarf sieht man heute in Absprache mit der Gemeinde bei 125 Plätzen.

Statt Umbau und Erweiterung gibt es einen Neubau
Bereits im März 2014 hatte das AZP über Umbau- und Erweiterungspläne informiert. Damals sah das Siegerprojekt aus einem Studienauftrag vor, dass nur eines der vier miteinander verbundenen Gebäude ersetzt würde und der Umbau bei laufendem Betrieb über die Bühne gehen sollte. Bei der Vertiefung dieses Vorprojektes entpuppte sich das Vorhaben jedoch als höchst problematisch. Eine prognostizierte Bauzeit von fünf Jahren in sieben Etappen sowie statische Schwierigkeiten bei den Gebäuden, die erhalten bleiben sollten, führten zum Umdenken. «Die Baukommission und der Stiftungsrat beschlossen Anfang 2015, einen Ersatzneubau für sämtliche älteren Teile des Alterszentrums zu planen», erklärte Heinz Pfenninger, Stiftungsrats- und Baukommissionspräsident.

Kein Flickwerk

Der Beschluss, die älteren Gebäude zum Abriss freizugeben, eröffnete den Architekten ganz neue planerische Möglichkeiten, wie René Hochuli von Althammer & Hochuli Architekten AG erklärte. Sein Büro war bereits für das Siegerprojekt verantwortlich gewesen und entwickelte nun einen zusammenhängenden, massgeschneiderten, vierstöckigen Minergie-P-Bau auf der erhöhten Geländeterrasse des AZP mit total 84 Einzel-Pflegezimmern und hellen Aufenthaltsbereichen. Die ganze Planung geschah in enger Zusammenarbeit mit dem Betrieb: «Wir haben die Anordnungen der Räume und die Abläufe sehr sorgfältig geplant», sagte Direktorin Gisela Kessler. Das neue «Weiherhaus» wird kein Flickwerk sein.

Alle Zimmer gross und mit Aussicht

Vorab: Alle Zimmer werden über ein eigenes Bad sowie einen luftigen Balkon mit See- und Bergsicht verfügen und sind gross genug, um bei Bedarf auch zwei Personen – etwa ein Ehepaar - aufzunehmen. Die Pflegezimmer im 1996 erstellten «Berghaus», der heutigen Pflegeabteilung, bleiben erhalten. Dort entsteht die Abteilung für Demenzkranke mit rund 40 Plätzen, samt anschliessendem «Demenzgarten», wie Landschaftsarchitektin Christine Sima von Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur GmbH ausführte. Sie versprach auch, dass es südlich des Neubaus wieder einen Weiher in parkähnlicher Umgebung geben werde – und dass alles daran gesetzt wird, dass der schöne Trompetenbaum erhalten bleibt.
Wer in fünf Jahren von der Plattenstrasse her das AZP besucht, wird also eine ähnliche Situation vorfinden wie jetzt: Linkerhand steht das «Berghaus», geradeaus ein eingeschossiger Verbindungstrakt, rechts der Neubau mit öffentlichem Restaurant und Cafeteria. Alle gemeinsamen und «zudienenden» Nutzungen für die Bewohner sind im Erdgeschoss mit direktem Zugang zum Hof zwischen den Gebäuden. Den Vorplatz darf nur noch der Plattenbus befahren und so für die Verbindung zum Dorf und zur SBB sorgen, die Besuchergarage kommt unter den Boden.

Höhere Grundtaxe in den neuen Zimmern

Die Stiftung ist alleinige Bauherrin und wird den Bau mit Eigen- und Fremdmitteln realisieren. Momentan geht man von Gesamtkosten von rund 50,4 Millionen Franken aus. Bis zu 16 Millionen kann die Stiftung, die einen Leistungsauftrag der Gemeinde Meilen hat, selber aufbringen. Der Rest der Finanzierung wird am Markt beschafft, möglicherweise mit Hilfe der öffentlichen Hand. Ein à-fonds-perdu-Beitrag der Gemeinde, die in den nächsten Jahren selber grosse Bauvorhaben zu stemmen hat, ist nicht vorgesehen.
Zurzeit beträgt die Grundtaxe pro Zimmer (Miete und «Hotellerie») 129 bis 158 Franken pro Tag. Neu wird sie bei 175 Franken pro Tag liegen. «Ein Wert, der heute durchaus üblich ist», sagte Heinz Pfenninger: «Die Bewohner erhalten dafür einen hohen Standard und auch ausgezeichnetes und motiviertes Personal.»

Provisorium im Seniorenwohnheim am See

Doch zuerst heisst es umziehen. Während der Bauzeit von Mai 2018 bis Dezember 2020 werden rund 60 Bewohner der «Platten» im Seniorenwohnheim am See in Küsnacht leben, welches das AZP mieten kann. Küsnacht verfügt seit Anfang Jahr mit der Tägerhalde über ein grosses neues Alterszentrum; zurzeit benutzt Erlenbach das Wohnheim am See als «Ausweichstation».
Dass im neuen «Weiherhaus» ausschliesslich Pflegezimmer gebaut werden, ist übrigens kein Zufall: «Älter, später, gebrechlicher» heissen die Stichworte zu den Bewohnern heute, erklärte Gisela Kessler. Die Senioren bleiben mit Hilfe der Spitex länger zu Hause und sind immer pflegebedürftiger, wenn sie ins Alterszentrum eintreten – langfristig gesehen seien Alterswohnungen ohne Pflegeangebot ein Auslaufmodell, sagte die AZP-Direktorin.
Der Stiftungsrat plant nun, möglichst rasch das Baugesuch für das Neubauprojekt einzureichen. Wenn alles rund läuft, ist im Juni 2018 Baubeginn, und im Dezember 2020 können die Bewohnerinnen und Bewohner bereits in den neuen Räumen Weihnachten feiern.
Bis Ende Juli sind die Pläne im Foyer des «Berghauses» ausgestellt. Online steht unter www.az-platten.ch eine Infobroschüre zum Download bereit.

Hardmeier

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