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Pello – ein Clown persönlich

Clown Pello auf der Bühne im Jürg Wille-Saal.

Ein besonderer Abend im Leuen

 


Dass einem der Clown auf die Schultern klopft und sein Spässchen macht, wenn man seinen Platz im Publikum sucht: das kennt man vom Zirkus.
Auch dass er auf seinem Saxofon keine ordentlichen fünf Töne zustande bringt, weil ihm die Notenblätter laufend vom Pult flattern. Wie es aber ist, wenn Clown Pello einen ganzen Abend im Löwen Meilen allein auftritt und für sich und mit dem Publikum spielt, das war letzten Freitag in der Mittwochgesellschaft zu erleben.

Pello schlüpft in Rollen und Situationen
Wer ist das wohl, der hinter roter Nase und Schminke auf der grossen Bühne vor einem einfachen Paravent in einem wohlerprobten Durcheinander von Instrumenten, Masken und Requisiten agiert? Die Antwort kommt im Spiel. Auf einmal ist die rote Nase weg und die Schminke abgeputzt, jetzt zeigt er, wie er in Rollen und Situationen schlüpft, sich seine Sachen dazu denkt und die Lacher auf seine Seite bekommt, weil er weiss wie, und das in jeder Vorstellung immer wieder neu ausprobiert. Und dann, gegen Schluss, setzt er sich die rote Nase wieder ins Gesicht, trägt weisse Schminke auf, zieht  sich in einem Halbmondschwung die roten Lachlippen ins Gesicht, und wenn das Hütchen wieder auf dem Kopf sitzt, ist Clown Pello wieder da.

Harte Clownschule in Paris
Lehrer war er einmal, in jungen Jahren, dann beschloss er eines schönen Tages, angetan von Clowns seiner Zeit, zu Jacques Lecoq nach Paris zu reisen, in die legendäre Schule für Clownerie, Artistik, Maskenspiel und Pantomime – eine harte Schule! Am Conservatoire studierte er daneben Saxophon und Trompete und versuchte, sich mit dem bisschen Geld durchzuschlagen, dass er sich mit Strassenmusik und –theater verdienen konnte. Violine spielen lernte er später bei André Jacot, die «singende Säge» zu spielen im Selbstudium – faszinierend, wie er sie auch an diesem Abend zum Klingen brachte.

Erstaunliche Vielfalt und Vielschichtigkeit
Mit «Poesie Empfinden Liebe Leid Optimismus» buchstabiert Pello seinen Namen und man lernte an diesem Abend seine Sprache in ihrer erstaunlichen Vielfalt und Vielschichtigkeit kennen, bald fasziniert und beglückt, bald verblüfft und irritiert. Wie fühlten sich wohl die drei Zuschauerinnen, die er auf der Bühne mit Masken, Haltungen und Gesten zu einem Gruppenbild von drei schrägen Figuren formte? Es war nicht einfach ein Abend mit einem Clown mehr, es war eine Begegnung mit Pello persönlich und auch ein wenig eine Begegnung der Zuschauer mit sich selbst und eigenen Rollen und Reaktionen, kurz: ein ganz besonderer und persönlicher Abend, für den das Publikum mit herzlichem Applaus dankte.

Hardmeier

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