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Ein Blick auf das Meilen von 2030

Das räumliche Entwicklungskonzept 2030 dient als Grundlage für die Überarbeitung der Richtplanung, der Bau- und Zonenordnung und des Zonenplans.

Infoabende zum räumlichen Entwicklungskonzept

 

Es ist ein nicht ganz einfaches Thema, das aber alle Einwohner von Meilen ganz unmittelbar betrifft: Diese Woche hat der Gemeinderat drei von vier Wachten sein «Räumliches Entwicklungskonzept 2030» vorgestellt. Die Diskussion ist eröffnet.
Das Entwicklungskonzept ist der erste Schritt auf einem Weg, der schliesslich über die Richtplanung zu einer neuen kommunalen Bau- und Zonenordnung (BZO) und zu einem neuen Zonenplan führt. Die aktuell für Meilen gültige BZO stammt aus dem Jahr 1997 und ist damit bald 20 Jahre alt.
Eine neue Ortsplanung ist auch sinnvoll, weil der revidierte kantonale Richtplan, das 2013 angenommene Raumplanungsgesetz und die laufenden Planungen der räumlichen Entwicklung der Planungsregion (ZPP) neue Rahmenbedingungen setzen, die aufgenommen und umgesetzt werden müssen.

Vom Grossen ins Kleine denken
Wie der Ablauf dieser Revision zeitlich aussehen könnte, skizzierte Gemeinderat Heini Bossert am Dienstag für rund 60 interessierte Feldner im Saal der «Stöckenweid» am zweiten von vier Info-Abenden: Die Richtplanung kann, wenn alles gut geht, im Sommer 2017 vor die Gemeindeversammlung kommen. Und optimistisch geschätzt könnte man Ende 2018, Anfang 2019 den neuen Zonenplan diskutieren.
Das räumliche Entwicklungskonzept (REK), das von einer Planungskommission erarbeitet worden ist, legt die Grundlagen zu den Themen Bebauung, Nutzung, Freiraum und Landschaft fest, wobei die Bevölkerung eingeladen ist, sich mit Ideen und Hinweisen einzubringen (siehe Angaben am Ende des Textes). Man will «vom Grossen ins Kleine» denken, also nicht bereits jetzt über die Umzonung einzelner Grundstücke diskutieren, sondern zuerst konzeptionell darüber nachdenken, was Meilen als Siedlung ausmacht und welche räumlichen Qualitäten unbedingt erhalten bleiben müssen. Gleichzeitig wird die Dorfkernentwicklung vorangetrieben.

Plus 2000 Einwohner in den nächsten 15 Jahren

Klar ist: Die Bevölkerungsprognose geht bis 2030 von rund 15'000 Einwohnern aus, es müssen als 2000 Personen mehr als heute irgendwo wohnen. Dennoch sind keine neuen Einzonungen geplant: «Wenn wir weiter verdichtet bauen und die jetzt noch freien Flächen überbauen, haben wir genug Platz», sagte Heini Bossert und betonte: Trotz Verdichtung soll ein qualitätsorientiertes Wachstum mit lebenswerten Quartieren und hochwertigen öffentlichen Räumen gewährleistet sein. Oder anders gesagt: «Wir wollen nicht einfach ‚anechlotze’.»

Verschiedene «Raumschichten» erhalten

Die Planungskommission hat Meilen räumlich analysiert und dabei folgende Feststellungen gemacht: Die Bebauungsstruktur im Dorf ist heterogen, es gibt wichtige Identifikationspunkte, also charakteristische Bauten, genauso wie gut verteilte Grünräume und Rebbau. Charakteristisch sind Meilens Hangkanten und – ganz wichtig – das Dorf verfügt über fünf jeweils charakteristische «Raumschichten», die erhalten bleiben und differenziert weiterentwickelt werden sollen.
So ist es dem Gemeinderat etwa ein Anliegen, dass eingezontes Rebland nicht mit der Zeit verschwindet, sondern dass man die Rebbauern darin unterstützt, es weiter zu bewirtschaften. Auch will man in Zukunft dem Bereich zwischen den Gebäuden mehr Aufmerksamkeit schenken, da es sich im weitesten Sinne um öffentlichen Raum handelt: Bei der Bearbeitung von Baugesuchen werden auch die privaten Gebäude-«Vorzonen» wie Mauern und Tiefgaragenzufahrten sorgfältig beurteilt.

Fünf Grundsätze des REK
Konkret fasst die Planungskommission das REK 2030 in fünf Grundsätzen zusammen:
Der locker bebaute, parkähnliche Charakter der Uferzonen am See ist zu erhalten. Der Bezug zum Zürichsee ist wo möglich zu verbessern. – Das bedeutet nicht, dass ein durchgehender Seeuferweg erwünscht ist. Sondern, dass der See, anders als bei Gemeinden wie Küsnacht oder Erlenbach, gut spür- oder sichtbar ist. Auch der Chorherrenweg durch die Reben ist in dem Sinne ein «Seeweg», der allerdings noch nicht gut eingebunden ist.
Das Mischgebiet zwischen Seestrasse und Bahnlinie ist als lebendiger Siedlungsraum weiterzuentwickeln. In Bahnhofsnähe werden höhere Dichten angestrebt, die Zentren Feldmeilen, Dorfmeilen und Obermeilen sind zu stärken. – Als Schlüsselareal werden das Beugen- und das Kibag-Areal im Dorf bezeichnet, die umstrukturiert werden müssen. Ebenfalls angedacht sind Pflichtgewerbeanteile und ein gebietsweiser Ausschluss von Wohnen im Erdgeschoss.  
In den zentrumsnahen Wohngebieten sollen die inneren Reserven genutzt und überdies massvolle Verdichtungen geprüft werden. Die Anbindung an die Zentren ist zu verbessern.
Das durchgrünte Erscheinungsbild der «Wohninseln am Hang» ist zu erhalten. Die Erschliessungsstrassen sind auch Quartierrückgrat und Begegnungsraum.
Der Landschaftsraum (vor allem Bergmeilen) ist wichtig. Die Erholungs- und Freizeitaktivitäten sollen klug gelenkt werden.

Wegrecht über die Bahngeleise
Bei der anschliessenden Diskussion kam auch die Frage auf, wie die Behörde allenfalls den Mietwohnungsanteil fördern kann. Heini Bossert nannte zwei Möglichkeiten: Entweder Gemeindeland im Baurecht für Mietwohnungen abgeben oder Umzonungen an Auflagen knüpfen: Areal-Überbauungen müssten dann einen gewissen Anteil an Mietwohnungen aufweisen. Damit kann zumindest punktuell verhindert werden, dass noch mehr teures Stockwerkeigentum entsteht.
Für einen heiteren Moment sorgte das Angebot eines Feldners, der meinte, zur besseren Verbindung von Quartier und See stelle er gerne sein uraltes Wegrecht vom Bünishof bis ans Wasser zur Verfügung: Es führt direkt über die Bahngeleise…

Mitwirkung möglich noch bis 11. März
Auf der Bauabteilung, Bahnhofstrasse 35 und im Gemeindehaus, Dorfstrasse 100, liegt ein Folder mit Informationen zum REK 2030 auf. Noch bis am 11. März können alle Meilemerinnen und Meilemer ihre Anregungen und Ideen dazu bei der Behörde deponieren: Entweder per Mail an bauabteilung@meilen.ch oder brieflich an Gemeinde Meilen, Bauabteilung, Bahnhofstrasse 35, 8706 Meilen.

Hardmeier

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