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«Es fehlen nur zwei»

Wünschen sich die Schliessung der Doppelspur-Lücken: Rainer Odermatt, Gemeindepräsident Hombrechtikon; Christian Haltner, Gemeindepräsident Stäfa; Giampaolo Fabris, Gemeinderat Männedorf (Ressort Finanzen); Verena Hofmänner Schärer, Präsidentin ProBus Meilen; Verkehrsplaner Paul Stopper; Markus Hafner, Gemeinderat Uetikon a.S. (Bau); Christoph Hiller, Gemeindepräsident Meilen; Thomas Steiger, Gemeinderat Meilen (Sicherheit und Verkehr), v.l.

Übergabe der Doppelspur-Petition und Mitgliederversammlung

 

Mitte letzter Woche wurde eine Petition mit 4698 Unterschriften an die Behördenvertreter von fünf Gemeinden, darunter auch Meilen, übergeben. Die Petitionäre wünschen sich den Doppelspurausbau der Bahnlinie zwischen Feldmeilen und Meilen sowie zwischen Uetikon und Männedorf.
Bei kaltem Regen und starkem Wind trafen auf Einladung des Vereins ProBus Meilen gegen 18 Uhr Petitionäre, Vereinsmitglieder und Interessierte auf dem neuen Meilemer Dorfplatz ein, um die gesammelten Unterschriften für die Doppelspur-Petition zu überreichen. Angesichts des ungemütlichen Aprilwetters lud Gemeindepräsident Hiller gleich dazu ein, die Veranstaltung in die Foyer-Ebene -2 des Gemeindehauses zu verlagern.

Fast 4700 Unterschriften gesammelt
Die Präsidentin von ProBus, Verena Hofmänner Schärer, überreichte die mit je einem Gemeindewappen geschmückten fünf Kartons an die Gemeindepräsidenten bzw. Gemeinderäte der Gemeinden Meilen, Uetikon, Männedorf, Stäfa und Hombrechtikon. «Es fehlen nur zwei», sagte Verena Hofmänner Schärer, «dann wären es stolze 4700 Unterschriften.» – «Es fehlen nur zwei» bezieht sich aber auch auf das Anliegen der Petitionäre.
Sie wünschen sich, dass die zwei noch fehlenden Doppelspur-Abschnitte zwischen Herrliberg-Feldmeilen und Meilen sowie zwischen Uetikon und Männedorf erstellt werden oder anders gesagt, dass zwei Lücken geschlossen werden. Dies an Stelle des geplanten, unwirtschaftlichen Wendegleises für wenige morgendliche und abendliche Entlastungszüge.
Auf diese Weise könnte die S-Bahnlinie S16 bis Feldbach weitergezogen werden, die ganze obere Seehälfte würde mit dem Viertelstundentakt versorgt, und das Nadelöhr Bahnhof Stadelhofen hätte keinen einzigen zusätzlichen Zug zu bewältigen. Auch die ganztägige direkte Anbindung an den Flughafen Kloten wäre gewährleistet.

Hoffen auf den kantonalen Verkehrsfonds

Paul Stopper, Verkehrsplaner aus Uster und einer der Väter der Durchmesserlinie, erklärte, dass der Kanton Zürich seit 1978 über einen so genannten Verkehrsfonds verfügt, der jährlich mit mindestens 70 Millionen Franken ergänzt werden muss. Die beiden Doppelspur-Lücken könnten mit Geldern aus diesem Fonds geschlossen werden. Die Initianten wünschen sich, dass der Kanton Zürich wie seinerzeit beim Bau der Zürichberglinie und der Durchmesserlinie den Lead übernimmt und für die S-Bahn-Ausbauten mindestens zu einem grossen Teil aufkommt. «Müssen wir auf den Bund warten, würden wohl alle Anwesenden diesen Ausbau niemals erleben», sagte Stopper.

Keine Vorfinanzierung durch die Gemeinden

Meilens Gemeindepräsident Christoph Hiller dankte den Initianten der Doppelspur-Petition für ihr Engagement und unterstrich in seiner Rede den dringenden Bedarf des Ausbaus der S-Bahn-Strecke. Seit Jahrzehnten ist er selbst Pendler in die Stadt Zürich und erlebt immer wieder, dass er sogar mit seinem 1.-Klass-Abonnement wie in einer Sardinenbüchse eingequetscht im Pendlerzug steht. Er empfinde den gesamtschweizerischen Anti-Zürich-Reflex in unserem Kanton leider oft als Anti-Goldküsten-Reflex, sagte er weiter: «Wenn das rechte Zürichsee-Ufer das Glatttal wäre, hätte der Kanton Hunderte von Millionen Franken in unseren öV gesteckt.» Zu einer möglichen Vorfinanzierung für die Doppelspur-Abschnitte durch die Seegemeinden äusserte er sich allerdings angesichts der hohen Belastung durch den Finanzausgleich zurückhaltend.
Christian Haltner, Gemeindepräsident von Stäfa, sagte, er wisse, wie man die Doppelspur-Strecken finanzieren könnte: «Würden die Gemeinde Meilen und die Gemeinde Stäfa ein Jahr lang den Finanzausgleich zurückbehalten, wären die Strecken leicht bezahlt.»

Neue Vereinsvorstände
Anschliessend an die Petitionsübergabe lud der Verein ProBus zur Mitgliederversammlung mit Imbiss und Apéro ein. An der Versammlung hiess es zum dritten Mal «es fehlen nur noch zwei». Diese Lücke konnte aber gefüllt werden: Rolando Henrich und Jakob Bosshard aus Feldmeilen liessen sich mit Akklamation in den Vorstand des Vereins wählen. Die beiden scheidenden Vorstandsmitglieder Erika Müller (Pfannenstielfahrplan) und Hanspeter Roth (Aktuar) wurden für ihren Einsatz geehrt und ihre Tätigkeit wurde gebührend verdankt. Die weiteren Vorstandsmitglieder, Präsidentin Verena Hofmänner, Kassier Paul Sprenger und Webmaster Charles Schärer wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Haltestelle «Friedhof» und Lokal-Abo

Huldrich Kleiner, langjähriges Mitglied von ProBus, bemängelte, dass trotz Bemühungen seitens des Vereins noch immer keine Bushaltestelle «Friedhof» errichtet wurde. «Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg», ermahnte er die Anwesenden zum Handeln.
Dem Antrag von François Kropf auf Einführung eines lokalen Abos mit sechs einfachen Busfahrten auf dem Gemeindegebiet für 6 Franken, also pro einfache Fahrt 1 Franken, gültig von 9 Uhr bis 16 Uhr, wurde mehrheitlich zugestimmt. Der Antrag wird er an die Kommission öffentlicher Verkehr der Gemeinde weitergeleitet; es wird sich zeigen, was die Behörden dazu beschliessen.
Bei interessanten Gesprächen in den gemütlichen Räumen des TreffPunkt Meilen und bei Speis und Trank fand der Abend seinen guten und auch feierlichen Abschluss.


Aus dem aktuellen Inhalt

  • Zufallsglück und Leidenschaft
    Die aktuelle Doppelausstellung im Ortsmuseum steht unter dem Motto «Schlösser & Schlüssel» sowie «Natur – Ruhe und Spannung». Der obere Stock des Ortsmuseums widmet sich der mechanischen Kunst. Im Untergeschoss sind Bilder in gedeckten Farben Trumpf. Ein Besuch im Ortsmuseum lohnt sich. Die Ausstellung dauert noch bis am 28. Mai. Am 24. Mai findet ein Vortrag zum Thema «Wie schütze ich mein Haus vor Einbrüchen» statt. Referent ist Markus Ammann von der Kantonspolizei Zürich.
  • Rykka am Song Contest in StockholmDie Meilemer Sängerin Rykka vertritt die Schweiz am Eurovision Song Contest (ESC) in Stockholm. Wir fiebern mit!
    Rykka hat sich mit «The Last Of Our Kind» qualifiziert und vertritt dort die Schweiz. Die Gemeinde und der Gasthof Löwen veranstalten ein Public Viewing: Das Halbfinale des ESC vom Donnerstag, 12. Mai, wird ab 20.00 Uhr in der Red-L-Bar des «Löwen» live übertragen. Unter den Besuchern werden Rykka-Goodies verlost.
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    Wie seit Jahren gewohnt, hätte am Muttertags-Wochenende die Jungtierschau des Kleintierzüchtervereins Pfannenstiel in der Seeheimanlage in Obermeilen stattfinden sollen. Die Ausstellung kann jedoch nicht durchgeführt werden, weil eine neu in der Schweiz aufgetauchte Kaninchenkrankheit die Veranstalter aus medizinischen Gründen zur Absage zwingt.
  • «Blumen in Meilen» findet wieder statt
    «Blumen in Meilen», das traditionelle Projekt des Verkehrsvereins Meilen, gelangt auch in diesem Jahr zur Durchführung. Die Zielsetzung bleibt die gleiche wie seit jeher: «Blumen in Meilen» will die Bevölkerung zum Schmücken und Pflegen ihres unmittelbaren Umfelds motivieren und damit zu einer Verschönerung des Ortsbilds beitragen. Ausserdem soll erreicht werden, dass der naturnahen Gartengestaltung mit einheimischer Flora im eigenen Garten besondere Beachtung geschenkt und das Verständnis für lebendige Blumenrabatten im öffentlichen Raum erhöht wird.
  • Internet, TV und Telefonie inklusive bestem Service
    Das regionale Telekommunikationsunternehmen GGA Maur sorgt auf dem Meilener Glasfasernetz für ein umfassendes Angebot mit Internet, Fernsehen und Telefonie – zu attraktiven Konditionen. Von Arx Media, Meilen, garantiert kompetente Beratung und erstklassigen Service.
  • Grossblütige Blumen für grosszügige Mamis
    Am Sonntag ist Muttertag: Am Muttertag freuen sich Mamis nicht nur über ihre Lieblingsblumen, sondern auch über solche, die so sind wie sie selber: Sonnig, zart, dynamisch oder exotisch angehaucht.
    Nicht nur Menschen haben einen Charakter, auch Blumen. Wie wär’s deshalb mit Muttertagsblumen, die zum Wesen der Mutter passen? So hat z. B. jede Blumenfarbe eine Symbolik, die für menschliche Eigenschaften und Gefühle steht.