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Vom Himmel hoch, da komm ich her

Still – damit wir am Wunder nicht vorbeilärmen!

 

Weihnachten – das Fest der Liebe. Es verliert seine Faszination nicht. Trotz Kommerz und Hetzerei, die wir alle sehen, und denen wir mehr oder weniger unterliegen, bleibt Weihnachten eine besondere Zeit, eine Zeit der Festlichkeit und Freude.
Das liegt zum einen daran, weil es vorgegebene Festtage sind, die für alle gelten. Dazu kommen die Tage zwischen den Jahren. Das gibt Zeit, wertvolle Zeit, nach denen wir uns sehnen und deren Musse viel Segen bringt.

Wo wohnt Gott?
Das liegt zum andern an dem, was da gefeiert wird. Davon will ich erzählen. Und mache dabei einen Umweg über das Märchen vom Fischer und seiner Fruw, der Ilsebill. Immer mehr will die Ilsebill vom Fischer, der jeden Wunsch erfüllt: heraus aus ihrer Tonne, ihrem Pott, in dem sie haust, will sie. Ein Haus, ein noch grösseres Haus, eine Villa will sie. Fürstin will sie werden, Königin im Schloss, Kaiserin und schliesslich will sie «werden wie Gott» – und landet darauf wieder im Pott.
Wir lesen die Geschichte gewöhnlich als Moral, die uns mahnt, nicht zu anspruchsvoll zu sein, nicht zu überheblich zu werden, nicht masslos immer mehr zu wollen und dabei das Leben zu vertun. Ich lese die Geschichte heute als Geschichte, die uns Weihnachten erklärt: Dort leben, wo Gott wohnt – wo ist das? Ist das der Himmel oder ist das nicht viel eher der Pott, die Futterkrippe im Stall?
«Vom Himmel hoch, da komm ich her» heisst es im alten Weihnachtslied. Es ist ein Engel, der so herunterkommt und uns die «gute Mär», die gute Geschichte, erzählt. Aber er erzählt auch von einem Gott, der herunter kommt. Gott wird Mensch, wird Kind und setzt sich damit uns aus. Als Kind ist er angewiesen auf Pflege und Zuwendung, wie jedes Kind, wie jeder Mensch. Als Kind weckt er aber auch alle guten Kräfte in uns: die Fähigkeit zum Staunen, zur Freude, zum Danken, zum Beistehen. Auf neue Weise zeigt sich seine Macht, nicht in der Allmacht des Himmels, aber in der Ohn-Macht der Liebe, die auf Gewalt und Herrschaft verzichtet.

Wem das Herz aufgeht

Gefeiert wird an Weihnachten, dass die Wirklichkeit von Gott nicht fern bleibt, sondern sich zeigt und wirkt. Herzen gehen auf: Hirten, mögen sie auch müde und vom Leben verhärtet sein, machen sich auf den Weg. Könige folgen dem Stern, auch wenn er in ein kleines Nest und nicht die königliche Stadt führt. Männer, Frauen und Kinder, denen die Schreckensnachrichten dieser Welt zunehmend Mühe machen, lassen sich davon nicht erdrücken, sondern schlagen den Pflock für ihr Hoffen und Leben neu ein. Dort, an Weihnachten, finden sie Halt.
Sie merken: Ich spreche hier von uns, von unsern Pflöcken. Weihnachten, die Menschwerdung Gottes mitten unter uns, ist für mich der Grund, auf dem ich mein Leben aufbaue. Auf die Wirklichkeit von Gottes Liebe will ich mich verlassen. Damit ist die Realität von Kriegen, Bedrohung, Flucht und Angst nicht negiert. Aber nicht sie bestimmt mein Leben, sondern Gott, der an zwei Orten wohnt, im Himmel und – wenn wir ihn aufnehmen – auch auf Erden.
Frohe Weihnachten!
Pfarrerin Jacqueline Sonego Mettner


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