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Meilen hat jetzt ein Zentrum

Einer der Höhepunkte der Festivitäten: Die «Mezzetino»-Modeschau «made in Meilen» mit Beiträgen von vielen Geschäften aus dem Dorf.

Unvergessliches «MEZZETINO»-Eröffnungsfest

 

Am letzten Freitag und Samstag nahmen die Meilemer ihr neues Dorfzentrum «Mezzetino» in Besitz. Bei Sonnenschein von früh bis spät folgten sie der Einladung zum Dorffest in Scharen, belebten den Dorfplatz und besichtigten das Gemeindehaus.
Gut zwei Jahre lang musste Meilen Geduld haben. Seit einer Woche ist es nun soweit: Auf dem Dorfplatz kann gefestet, verweilt und am Markt eingekauft werden, über 200 Autos finden Platz im Parkhaus, und in Kürze wird die Verwaltung die Räume im neuen Gemeindehaus beziehen. Die Jahrzehnte, in denen ein schmuckloser, asphaltierter Platz mitten im Dorf als eine Art Hinterhof des Gemeindehauses mit Autos vollgepflastert war, gehören der Vergangenheit an.

Meilemer ohne Berührungsängste

Davon überzeugten sich die Meilemer ab Freitagmorgen persönlich. Um es vorweg zu nehmen: Das «Mezzetino»-Einweihungsfest wurde zum klassischen – und rauschenden - Meilemer Dorffest, an dem es alles gab, was das Festherz höher schlagen lässt: Ein grosses Zelt mit Festbänken, Essens-Stände, diverse Attraktionen für Kinder und Erwachsene, eine Modeschau «made in Meilen» und einheimische musikalische Unterhaltung bis tief in die Nacht hinein. Das neue Gemeindehaus wurde mit Kind und Kegel in Augenschein und in Besitz genommen, mit Kinderwagen oder am Gehstock, gemütlich flanierend oder engagiert diskutierend – Berührungsängste vor dem neuen Zentrum waren keine auszumachen.

Die ersten Autos im Parkhaus

Den Auftakt machte nach der Eröffnung des Parkhauses frühmorgens der Wochenmarkt, der erstmals auf dem Dorfplatz abgehalten wurde und zur Feier des Tages einige Stände mehr umfasste als sonst. Bereits fehlte das sonst übliche Verkehrschaos an der Dorfstrasse – das acht Ebenen tief in den Boden führende Parkhaus wurde von der ersten Stunde an fleissig genutzt.
Anschliessend an den Einkauf bot sich ein Rundgang an, um das neue Gesicht des Zentrums kennenzulernen. Es ist ein grosszügiges neues Gesicht, das mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurde; der restaurierte Kugelbrunnen von Hans Fischli, eine in die grosse Freitreppe zwischen den Dorfplatz-Ebene integrierte Rampe für Kinderwagen, der von Bäumen beschattete Spielplatz, die unterschiedlich ausgestalteten Bodenplatten aus silbergrauem Gneis zeugen davon.
Letztere stiessen indes nicht überall auf Begeisterung. Die teils geflammten, teils grob gebrochenen Platten, welche die sich im Wind kräuselnde Oberfläche des Zürichsees abbilden, könnten für ältere Menschen zum Stolperstein werden. Hier muss noch nachgebessert werden, auch die Rampe in der Treppe soll optisch besser erkennbar werden.

Architektur als Gesprächsthema
Es ist klar, dass das zweigesichtige neue Gemeindehaus mit seinen unterschiedlichen Fassaden – historisch gegen die Dorfstrasse zu, aus dunklem Stein auf der dem Platz zugewandten modernen Seite – nicht allen gleich gut gefällt. «Für Architektur ist es die grösste Auszeichnung, dass sie Gesprächsthema ist», sagte dazu Gemeindepräsident Christoph Hiller bei seiner Eröffnungsansprache, «dass jeder und jede dazu eine Meinung hat und nicht achtlos daran vorbei geht. Und das ist bei Mezzetino mit Gewissheit der Fall!» Ihm selber, hatte er vorher gesagt, gefalle das ganze Projekt sehr gut – was die Meilemerinnen und Meilemer wohl nicht erstaunen werde.
«Sehr gut haben sie das gemacht», sagte auch eine ältere Frau mit Poschtiwägeli anerkennend, später wolle sie dann noch das Gemeindehaus besichtigen, jetzt sei ihr zu heiss dafür. Kleine Kinder planschten im restaurierten Fischli-Brunnen. Im Herbst werden die noch fehlenden schattenspendenden Bäume zwischen UBS-Gebäude und Gemeindehaus gepflanzt.

Blickfang im Atrium
Um die Mittagszeit waren sämtliche Festbänke am Schatten und an der Sonne besetzt, auch mit Bürolisten und Bankern, die in ihrer Pause rasch das neue Zentrum in Augenschein nehmen und sich an einem der vielen Essens-Stände verpflegen wollten. In ihren Anzügen verliehen sie dem Dorfplatz grossstädtisches Flair. Wie auf dem Zürcher Sechseläutenplatz steht übrigens auch in Meilen eine Cafébar im Zentrum, das «Glück» wird im November eröffnet.
Im neuen Gemeindehaus gab der spektakuläre Blickfang im achteckigen Atrium, die haushohe Leuchte der New Yorker Designerin Lindsey Adelman, besonders zu reden. «500'000 Franken hat sie gekostet!», munkelte man. In der Tat sind es rund 80'000 Franken – sie fallen unter den Budgetposten «Kunst am Bau». Das ganze Projekt «Mezzetino» hat 33,62 Millionen Franken gekostet.

Elegant oder zu dunkel?

Wer wollte, konnte das gesamte Gemeindehaus am Tag der offenen Tür unter die Lupe nehmen: das denkmalgeschützte alte Treppenhaus als Scharnier zwischen alt und neu, das Sitzungszimmer des Gemeinderats mit Blick auf den Dorfplatz, den Pausenraum für die Angestellten im Dachgeschoss. Überall standen Verwaltungs-Mitarbeiter bereit, um allfällige Fragen zu beantworten. Und auch hier wurde diskutiert: Ob der burgunderrote Farbton, der sich durch die Möblierung der Büros zieht, elegant oder zu dunkel ist, und ob die jeweils um ein halbes Stockwerk gegeneinander versetzten Ebenen praktisch oder unpraktisch sind. Was bei allen ein Schmunzeln auslöste, ist die Beschriftung der Räume: Der Schriftzug «Computerraum» beispielsweise wird von einem Mäuschen begleitet.
An Hintergrundgeschichten interessierte Meilemer konnten an einem separaten Tisch vor dem Büro des Gemeindepräsidenten auch bereits das Buch vorbestellen, welches über «Mezzetino» erscheinen wird und mit vielen Bildern von dessen Geschichte und Bau erzählt.

Die Treppe wird zum Zuschauerrang

Am Abend zeigte sich dann, dass Meilen nicht nur eine Treppe erhalten hat, welche obere und untere Dorfplatz-Ebene verbindet, sondern auch gleich eine Arena: Die Stufen eignen sich hervorragend als Sitzplätze mit bestem Blick auf das Geschehen, wenn unten eine Bühne steht. Auf dieser Bühne wurde zuerst eine Meilen-spezifische Modeschau gezeigt, unter Teilnahme vieler Detaillisten und dorfbekannter Models, dann folgte die offizielle Eröffnungsansprache des Gemeindepräsidenten. Dabei gedachte er auch nochmals des jungen Elektrikers, der auf der «Mezzetino»-Baustelle im Dezember 2013 einen tödlichen Unfall erlitt. «Das kann und das darf man nicht vergessen», sagte er.

Zum Abschluss ein Knaller

Im Anschluss an die Rede trat der Meilemer Gemeinderat und Mundart-Rocksänger Thomas Steiger mit seiner Band «Filterlos», verstärkt mit Chor und einem Klassik-Ensemble, auf die Bühne – ein Hauch Stadionrock im Dorfzentrum. Anschliessend zündete der Gemeindepräsident von der grossen Bühne aus den «Feuerzauber», der quer über den Dorfplatz loderte, das Dach der Cafébar erhellte und schliesslich in meterhohen Buchstaben «MEZZETINO» auf dem Dach des Gemeindehauses funkeln liess,  allerdings nicht ganz so leise und diskret war wie angekündigt, sondern mit Knalleffekten nicht geizte.
Leise Töne gab es dafür bis weit nach Mitternacht bei Anna Känzig, der Singer-/Songwriterin, die mit ihrer Präsenz die grosse Bühne füllte, begleitet von Tobey Lucas.

Empfang der Schützen auf dem Dorfplatz

Nach wenigen Stunden Ruhe ging es dann Samstagvormittag weiter mit dem Empfang der Schützen, die vom «Eidgenössischen» im Wallis zurückkehrten. Die Salut-Schüsse aus der Hagelkanone böllerten am Bahnhof, angestossen – mit einem Glas Meilemer Weissen – wurde dann auf dem Dorfplatz. Und wer wollte, konnte gleich anschliessend nochmals das neue Gemeindehaus besichtigen.


Aus dem aktuellen Inhalt

  • Termine 2016
    Turi Stierli, Meilemer Töff- und Motorenfan, gründet einen Club für Gleichgesinnte. «Mein Ziel ist es, Besitzer von besonderen Autos und Motorrädern zusammenzuführen», sagt Turi Stierli.
  • Strom- und Wasserpreise 2016
    Die Strompreise in Meilen werden im nächsten Jahr weiter fallen. Für das Wasser gilt ein neues Gebührenmodell, das in den meisten Fällen zu deutlich höheren Kosten führt.
  • Über 100 Marktfahrer im Dorf
    Am Freitag, 4. September von 14 Uhr bis 20.30 Uhr findet im Dorfkern von Meilen der traditionelle Meilemer Herbstmärt mit über 100 Marktfahrern statt.
  • Wieder einmal so richtig gefeiert
    Wer am vergangenen Samstag in die Badi Feldmeilen kam, den erwartete eine riesen Sommerparty. Gross und Klein vergnügte sich im und ums Wasser, und die Stimmung war bis spät in die Nacht hinein ausgelassen fröhlich.
  • Die Welt der Märchen und Mythen in der Musik
    Die 11. Saison der Konzertreihe «Vier Jahreszeiten» steht ganz im Zeichen der Märchen und Mythen in der Musik. Viele grosse Komponisten haben zu diesem Thema wichtige Werke geschrieben. Das «Herbstkonzert» findet am Sonntag, 6. September um 17.00 Uhr in der reformierten Kirche am See in Meilen statt.