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Wahre «Sternstunden» im Ortsmuseum

Daniel Boillat (Bilder), Angela Vogt-Burgdorfer (Seidenapplikationen) und Franz Lenzinger (Plastiken) stellen gemeinsam aus.

Daniel Boillat, Angela Vogt-Burgdorfer und Franz Lenzinger stellen aus

 

Wer sich an der ersten Vernissage des Ortsmuseums im neuen Jahr einen Sitzplatz ergattern wollte, musste früh vor Ort sein. Obwohl die Organisatoren am vergangenen Samstag schnell reagierten und jeden verfügbaren Stuhl für die Besucher bereitstellten, war der Ansturm zu gross, viele mussten stehen. Der Begeisterung der Zuschauer über das Gezeigte tat dies aber keinen Abbruch.
Ob stehend oder sitzend nahmen die fast hundert Besucher die Grussworte von Werner Wunderli, Stiftungsratspräsident des Ortsmuseums, gerne entgegen, bevor sie der einleitenden Musik von Oskar Peter lauschten, um sich zum ersten Mal der Welt der Sterne und der Freude hinzugeben.
Oskar Peter zog denn auch Parallelen zwischen der Musik und der malerischen Kunst. So meinte er, dass Maler von Farbklängen und Musiker von Klangfarben reden würden, wenn sie ihre Kunst beschreiben. Vielfältig seien die Kunstwerke, die ausgestellt sind, vielfältig seien auch die Temperamente eines Menschen. Vier Temperamente stellte er dann auf seiner Traversflöte musikalisch dar, einem Instrument, das besonders viele Farbmöglichkeiten besitzt.

Sterne – Sternenwelten – Sternstunden

Eine Einführung in die Werke gab Johannes Greiner. Er lobte vor allem die Liebe zum Detail und die unglaubliche Hingabe, die für die Fertigung eines Kunstwerkes nötig sind. Diese Detailliebe sei durch die ganze Ausstellung spürbar. Spannend findet Johannes Greiner auch das gewählte Thema der Ausstellung. Er ist überzeigt, dass die drei Künstler, die sich alle einer anderen Facette der Kunst verschrieben haben, mit ihren Werken eine Brücke schlagen zwischen der realen, manchmal harten Welt und der verträumten, heilen Welt der Sterne.
So bringt Daniel Boillat in seinen Gemälden, die mehrheitlich engelähnliche Wesen darstellen, den Glanz zurück in ein Ur-Motiv und erzählt eine eigene Geschichte. Inspirieren liess sich der Maler beispielsweise von Mozarts Oper «Die Zauberflöte». Einige seiner Bilder zeigen die drei Grazien oder die Hauptfigur Tamino. Zugleich lässt das Bild aber Interpretationsfreiraum. «Ich wusste, ich wollte ein Gemälde machen, das an die Zauberflöte erinnert. Was folgte, war ein langer Prozess. Ich hatte nie eine genaue Vorstellung, wie das Bild am Ende aussehen soll, und gab der Entstehung Zeit. Die Interpretation liegt jetzt im Auge des Betrachters», bestätigte Daniel Boillat.

Vorliebe fürs Textile

Eine spezielle Art Kunst stellen die Werke von Angela Vogt-Burgdorfer dar. Gefertigt sind die Bilder aus Seidenapplikationen, die mit viel Geschick und Geduld aus Einzelstücken zu einem Kunstwerk zusammenfinden. Ihre Vorliebe fürs Textile entdeckte Angela Vogt-Burgdorfer schon früh und absolvierte an der Kunsthochschule eine Ausbildung in diesem Bereich.
In der Ausstellung im Ortsmuseum finden sich unter anderem Bilder, welche die verschiedenen Tierkreise darstellen. Viele erkennt man erst auf den zweiten Blick und es ist spannend, das eigene Sternzeichen zu suchen. Farben und Formen sollen Charaktereigenschaften der im jeweiligen Sternzeichen Geborenen darstellen.

Aufwändig berechnete Formen
Die Plastiken von Franz Lenzinger überzeugen in Form und Farbe in ganz besonderer Weise. Weiss oder glänzend in Gold oder Silber sind sie perfekt gestaltet. Die Kanten sind so geführt, dass kein Anfang und kein Ende sichtbar ist. Die Formen, denen aufwändige Berechnungen zugrunde liegen, lassen viel Spielraum zur Eigeninterpretation.
Besonders geschätzt wurde die Möglichkeit zum direkten Kontakt mit den Künstlern. Nach der Einführung nutzten die Besucher die Zeit, sich alle Werke in Ruhe anzuschauen und sich in eine Welt der Sterne und der Fantasie entführen zu lassen. Nicht nur die Ausstellung selber, auch die Räumlichkeiten des Ortsmuseums überzeugten die Besucher, die teils von weit her anreisten. Das Zusammenspiel dreier völlig verschiedener Kunstarten, die Freiheit zur Interpretation und der Rahmen, in dem die Ausstellung Platz findet, stimmen optimal zusammen. Gemeinsam erlebten die Besucher wahrlich eine Sternstunde.
Die Ausstellung dauert noch bis am 15. Februar. Öffnungszeiten: Mittwoch 14–18 Uhr, Freitag 17–20 Uhr und Samstag und Sonntag 14–18 Uhr. Ortsmuseum Meilen, Kirchgasse 14.
www.ortsmuseum-meilen.ch


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